Ringheiligtum Pömmelte – Technikmuseum „Hugo Junkers“ in Dessau

5. Juli 2021
Schon ist der Kurzurlaub vorbei. Heute ist Rückfahrttag. Aber es geht nichts gleich nach Hause. Unterwegs machen wir an zwei Stationen halt, schließlich haben wir noch einen ganzen Tag für uns. Die erste Station ist Pömmelte. Der Ort liegt bei Magdeburg. Zuvor habe ich noch nie davon gehört. Erst im Landesmuseum für Vorgeschichte bin ich darauf aufmerksam geworden. Bei Pömmelte wurde 2006 durch Archäologen ein Ringheiligtum als eine Kreisgrabenanlage freigelegt. Das Ringheiligtum wurde aus Holz errichtet. Das Faszinierende ist, dass es die gleichen Abmessungen wie das steinerne Heiligtum Stonehenge in Südengland hat. So erklärt sich auch die Kooperation des British Museum mit dem Hallenser Landesmuseum.
Nach einem ausgiebigen Frühstück verlassen wir den freundlichen Ankerhof. Das Navi ist auf Pömmelte eingestellt. Es führt uns durch Halle auf die A14. Nach ca. einer Stunde erreichen wir Pömmelte. Das Ringheiligtum wurde an originalen Fundort rekonstruiert und 2016 auch für Besucher zugänglich. Senkrecht stehende Holzpfähle sind ringförmig in verschieden großen Kreisen angeordnet. Diese Anlage liegt mitten auf einem Feld vor uns. Ein Parkplatz ist schon eingerichtet, Toiletten aufgestellt, Informationstafeln mit entsprechenden Texten versehen. Das Ringheiligtum entstand als Kultort für rituelle religiöse und Opferhandlungen am Ende der Jungsteinzeit und zu Beginn der Bronzezeit. Im Umfeld des Ringheiligtums stoßen Archäologen auf Häuser unterschiedlicher Größe. Von einigen sind die Grundrisse bereits markiert. Im Boden befinden sich zahlreiche Funde, die Aufschluss über das alltäglichen Leben in der damaligen Zeit geben. Einige davon sind im Salzlandmuseum in Schönebeck ausgestellt. Leider hat dieses Museum heute (montags) geschlossen, sonst hätten wir einen Abstecher dorthin unternommen. Hier vor Ort ist eine hölzerne Aussichtsplattform aufgestellt, die einen Blick von oben auf die Kreisgrabenanlage. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen. Schon stehen wir oben auf der Plattform. Natürlich dürfen auch ein paar Fotos nicht fehlen.
Unser zweites Tagesziel ist Dessau. Die Autofahrt dauert ca. eine Stunde. Zuerst kurven wir ein bisschen durch die Stadt, weil eine Baustelle eine

Technikmuseum „Hugo Junkers“


Umfahrung notwendig macht. Schließlich finden wir einen exzellenten Parkplatz direkt vor der Post, übrigens ein wunderbares Gebäude. Gleich gegenüber lockt das neue Bauhaus-Museum, aber leider, ist  montags Museumsschließtag. So auch hier. Allerdings gibt es Ausnahmen, wie wir im Touristenbüro erfahren: Das Technikmuseum „Hugo Junkers ist geöffnet. Prima, wir machen uns sogleich auf den Weg. Das Museumsgelände in der Kühnauer Straße ist ein Teil der ehemaligen Junkers Werke. Ein Erwachsener zahlt 7€, ein Kind 3€ Eintritt. Das Museum wird ehrenamtlich durch einen Förderverein geleitet.
Zunächst schauen wir uns im Außenbereich um, der noch sehr naturbelassen daherkommt. Hier sind alte Lokomotiven, Waggons und verschiedene Flugzeuge geparkt. Hinter den Bahngleisen sind Teile eines ehemaligen ringförmigen Windkanals aus Stahlbeton zu sehen; riesige Aggregate, die unter Denkmalsschutz stehen.
Im Gegensatz zum Außengelände ist in der Ausstellungshalle alles fein geordnet und erklärt. Natürlich stehen die Arbeiten des Ingenieurs und Erfinders Hugo Junkers (1859-1935) im Mittelpunkt der Ausstellung. Aufgrund seiner

Rekonstruierte Ju2 („Tante JU“)


Erfindungen wurden der Gasbadeofen und eine Gastherme entwickelt. Aber sein Hauptarbeitsfeld war die Entwicklung von Dieselmotoren und  insbesondere Flugzeuge. In der Halle steht die Rekonstruktion einer Ju 52. Dieses Flugzeug hat wahrlich eine Geschichte hinter sich. 1932 beginnt die Produktion des Verkehrsflugzeuges Ju 52 („Tante Ju“).  Insgesamt wurden 4800 Maschinen hergestellt. Im II. Weltkrieg starten zwölf Ju 52 als Versorgungstransporte nach Narvik in Norwegen. Sie landen auf einem zugefrorenen See, in dem sie später bei einsetzendem Tauwetter versinken. 1983 wurde eine Maschine aus dem norwegischen See geborgen. 1986 wurde eine zweite Maschine aus 75 Meter Tiefe gehoben. Die vor uns stehende Ju 52 ist wurde bei der Rekonstruktion aus zwei Flugzeugen zusammengesetzt. Die Restaurierungsarbeiten dauerten von 1995 bis 2002. Die alte „Tante Ju“ sieht wieder wie  neu aus.

Raketenpionier Johannes Winkler

Neben dieser Geschichte kann man noch viel mehr über Technik und technische Entwicklungen erfahren. Vom Kühlschrank, über Heizgeräte bis hin zu Raketen. Arvid ist voll bei der Sache. Natürlich hätte er sich gern in einen Flugsimulator gesetzt. Geht nicht – Corona. Auch eine Filmvorführung ist nicht möglich – Corona. Schade, zumal wir die einzigen Besucher sind.

Jetzt beenden wir unseren Rundgang und starten in Richtung Berlin.  

 

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