Bremerhaven – Zoo am Meer

31. August 2020

Nach einem ausgedehnten Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Hafenviertel, so zumindest der Plan. Ja, mit einem Stadtplan wären wir gut beraten gewesen. Aber wir marschieren bei wunderbar sonnigem Wetter voller Eifer drauf los, fragen unterwegs ein paar Passanten, folgen ihren gut gemeinten Erklärungen und laufen und laufen. Kein Hafenviertel in Sicht. Als wir endlich mit müden Füßen unser Ziel erreichen und uns orientieren, erkennen wir den riesigen Umweg, den wir gemacht haben. Das kann man nur sportlich nehmen und sich in Zukunft vorher informieren: Erst orientieren, dann starten.

Bremerhaven liegt direkt an der Wesermündung in die Nordsee. Wir stehen an einer Brücke, die zwei Hafenbecken verbindet: Den Neuen Hafen und den Alten Hafen. Schnell entdecken wir markante Sehenswürdigkeiten: Auswandererhaus, Klima-Haus, Zoo, Leuchtturm, Schifffahrtsmuseum liegen nur fußläufig auseinander.

Bremerhaven: Zoo am Meer

Da wir schon einen ausgedehnten Marsch hinter uns haben, entscheiden wir uns für einen Zoo-Besuch. Dieser scheint von der Größe überschaubar. Und tatsächlich, wie wir später erfahren, ist es der kleinste wissenschaftlich geleitete Zoo in Europa, der sich auf nordische, in Wasser lebende Tierarten spezialisiert hat. Eine Attraktion sind zweifellos die Eisbären mit ihren Jungen, die sich königlich im Wasser amüsieren. Auch die herumtollenden Schimpansen ziehen die Aufmerksamkeit vieler Besucher auf sich. Wir sehen Seehunde, Seelöwen, Seebären, Otter, Polarfüchse, Pinguine, Basstöpel und – was für ein Name – Dampfschiffenten, sogar einen Puma. Im Zoo-Café gönnen wir uns eine wohlverdiente Pause. In Corona-Zeiten heißt es, immer Abstand halten und in den Gebäuden einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Schließlich schauen wir uns noch das Nordsee-Aquarium an, ehe wir nach ca. drei Stunden den Zoo verlassen.

Trotz des Windes ist das Wetter angenehm, sodass wir den Ausflug mit einem gemütlichen Deichspaziergang abschließen, der uns schließlich über eine Fußgängerbrücke durch das Columbus-Shoppingcenter in die Innenstadt zurückführt.

Bremerhaven wurde von dem Bremer Bürgermeister Johann Smidt (1773-1857) im Jahre 1827 gegründet. Ein bronzenes Denkmal auf dem Theodor-Heuss-Platz erinnert an den ersten Bürgermeister.

Vom Theodor-Heuss-Platz erstreckt sich die Bürgermeister-Smidt-Straße („Die Bürger“) als Fußgängerbereich, beidseitig von vielen Geschäften, Restaurants und Cafés flankiert. Gläserne Arkaden schützen vor Regen. Eine große Kirche fällt sofort ins Auge, die mit roten Klinkern errichtete Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche, ein Wahrzeichen der Stadt. Auch zahlreiche Skulpturen in der Fußgängerzone erregen Aufmerksamkeit, so zum Beispiel die Brunnenskulptur „Bugwelle“ von Norbert Marten und das Bronzeensemble „Werftarbeiter“ von Waldemar Otto.

Der Rückweg zur Ferienwohnung ist dank unserer neugewonnenen Ortskenntnisse um ein Vielfaches kürzer als der Hinweg zum Hafenviertel. Und wir machen eine Entdeckung: Die Buslinie 505 fährt vom Bahnhof zum Hafenviertel. Die Lauferei zum Hafenviertel gehört damit der Vergangenheit an. Warum nicht gleich so, fragt man sich.

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