Bremen

3. September 2020

Es regnet, mal mehr, mal weniger. Schade, obwohl wir uns nicht beklagen sollten. Die letzten Tage hat uns der Wettergott verwöhnt. Aber heute gönnt er sich wohl eine Pause. Egal, wir wollten einen Ausflug nach Bremen machen und lassen uns nicht davon abbringen. 

Bremer Hauptbahnhof

Schnellen Schrittes zum Bahnhof, einfach unter dem Regen durch. Wir kaufen ein Niedersachsen-Ticket: 3 Personen, Hin- und Rückfahrt, 33€. Das scheint die preisgünstigste Variante zu sein. Nach gut einer Stunde Fahrzeit läuft unser Zug im Bremer Hauptbahnhof ein. Graues Bremer Nieselwetter. Was soll’s? Mit der Straßenbahn geht es zum Marktplatz. Hier sind bedeutende Sehenswürdigkeiten dicht beieinander: Der Dom, das Rathaus mit Roland, die Böttcherstraße.

Natürlich fällt sofort der St. Petri-Dom mit seinen zwei hohen Türmen ins Auge. Seine Anfänge stammen aus dem 11. Jahrhundert. Mehrere Mal wurde er umgebaut und erweitert, sodass auch mehrere Baustile, vor allem romanische und gotische Elemente, an ihm auszumachen sind.Ihm zur Seite steht das Alte Bremer Rathaus, ein bedeutendes der Backsteingotik und der Weserrenaissance in Europa. Genau wie der Dom steht es seit 1973 unter Denkmalschutz. Das Rathaus und der davor wachende Bremer Roland, ein Wahrzeichen der Stadt, gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Bremer Stadtmusikanten

Am östlichen Portal sind zwei Ritterfiguren zu Pferde positioniert, ein Werk des  Bildhauers Rudolf Maison. Auf der westlichen Seite thronen die Bremer Stadtmusikanten. Die Bronzestatue wurde vom Bildhauer Gerhard Marcks geschaffen und avancierte zu einem weiteren Wahrzeichen der Stadt Bremen. Wer kennt nicht das Märchen der Gebrüder Grimm von Esel, Hund, Katze und Hahn, die auf der Flucht sind und eine Bleibe für die Nacht suchen?

Historisches Fass im Ratskeller

Wir fliehen dem ungemütlichen Nieselregen und suchen einen Platz im Bremer Ratskeller. Hier bestellen wir uns ein zünftiges Mittagessen, das auch sehr gut mundet. Was man so nebenbei erfährt: Der Bremer Ratskeller ist nicht nur eine Gaststätte. Hier befindet sich der älteste Weinkeller Deutschlands, der die größte Sammlung deutscher Weine beherbergt. Hätte man das von einer norddeutschen Stadt gedacht? Von der Weintradition zeugen auch gewaltigen Fässer in der Gaststube.

Nach dem Mittagessen geht es wieder an die frische Luft. Eine kleine Regenpause. Wir überqueren den Marktplatz zur Böttcherstraße, einer weiteren bekannten Attraktion Bremens.. Ein golden strahlendes Relief begrüßt die Passanten: „Der Lichtbringer“ von Bernhard Hoetger im Jahre 1936 gefertigt. Die Straße ist eher eine schmale Gasse, eine Fußgängerzone, die zur Weser führt. Ihre Besonderheit sind eine Reihe von Gebäuden im Stil des Backsteinexpressionismus, das Glockenspiel, kleine Läden, Cafés. Wir durchwandern die 100 Meter lange Böttcherstraße, schauen in den einen und anderen Laden hinein und stehen plötzlich vor der Weser. Es fängt wieder an zu nieseln. Durch den Fußgängertunnel treten wir den Rückweg an und kommen gerade rechtzeitig zum Glockenspiel. Eine Menschengruppe hat sich bereits versammelt und lauscht andächtig. 30 Glocken, gefertigt aus Meißener Porzellan, lassen volkstümliche und maritime Melodien erklingen. Echt beeindruckend. Dazu erscheinen nacheinander 10 Bildtafeln mit berühmten Ozeanbezwingern, die zu Wasser oder in der Luft den Atlantik überquert haben. Unter ihnen snd auch Graf Zeppelin und ein großes Luftschiff, das über New York schwebt.

Hachez Schokoladenshop

Zum Abschluss machen wir noch einen Abstecher in das Hachez Schokoladengeschäft. Wie verführerisch! Nicht nur für das Auge, auch für die Nase. Ein paar der süßen Sachen wechseln den Besitzer und wandern in unsere Taschen.

Mit der Bahn geht es zurück nach Bremerhaven. Trotz Regens ein erlebnisreicher Tag. Also nicht entmutigen lassen und raus an die frische Luft!

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