Berliner Museen-Landschaft

In Berlins Mitte präsentiert die Museumsinsel fünf außergewöhnliche Museen: Altes Museum, Neues Museum, Alte Nationalgalerie, Bode-Museum und Pergamonmuseum. So viel Geschichte an einem überschaubaren Platz. Die Würdigung erfolgte 1999 durch die Anerkennung dieses zusammenhängenden Kulturensembles als UNESCO-Weltkulturerbe. 2019 wurde mit der James-Simon-Galerie ein modernes Besucherzentrum eingeweiht, das gleichzeitig den Eingang in vier der genannten Museen ermöglichen wird. Die Idee ist, eine Archäologische Promenade entstehen zu lassen:

Berlin: James-Simon-Galerie

Ausgangspunkt ist das Empfangsgebäude des James-Simon-Galerie. Von hier aus führt sie zum Alten Museum, über das Neue Museum und das Pergamonmuseum bis zum Bode-Museum. Damit werden auch die in diesen Gebäuden untergebrachten Sammlungen verbunden: Antikensammlung, Ägyptische Museum, Papyrussammlung, Museum für Vor- und Frühgeschichte, Vorderasiatisches Museum, Museum für Islamische Kunst, Museum für Byzantinische Kunst, Glyptothek und Münzkabinett. Doch damit nicht genug. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das Humboldtforum im wiederaufgebauten Berliner Schloss, in dem u.a. ethnologische Sammlungen aus aller Welt und Artefakten der Berliner Stadtgeschichte gezeigt werden. Auch fußläufig zu erreichen sind das Pergamon-Panorama, das Deutsche Historische Museumund nach einem 15-minütigen Spaziergang das Märkische Museum.

James-Simon-Galerie

In dem folgenden Beitrag werde ich meine Eindrücke von der Berliner Museen-Landschaft in der Mitte der Stadt abrissartig erzählen. Ich beginne mit der James-Simon-Galerie. Sie wurde von dem britischen Architekten David Chipperfield (* 1953) entworfen. Es ist ein sehr elegantes langgestrecktes Gebäude, direkt am Spreekanalufer und vor dem Neuen Museum gelegen, entstanden. Säulenreihung und Freitreppe stellen einen modernen Bezug zu antiken Tempelbauten her. Auf der Terrasse im Kolonnadengang befindet sich Café. Natürlich fehlt auch Museumsshop nicht. Auch für Sonderausstellungen ist ausreichend Platz vorhanden. Ich schaue mir die Ausstellung „Schliemanns Welten“ (Eintritt: 14€), die bis zum 1. Januar 2023 verlängert wurde, an. Das ist durchaus kein zufälliger Besuch, sondern eine Ergänzung meines Ausflugs in das mecklenburgische Dorf Ankershagen, wo ich mir das Schliemann-Museum mit vielen originalen Ausstellungsstücken angesehen habe. In jedem Falle empfehlenswert.

Die Berliner Ausstellung zeichnet den bewegten Lebensweg Heinrich Schliemanns () vor allem mit Textpassagen, Illustrationen und Applikationen nach. Die Schauspielerin Katharina Thalbach schlüpft in einer Videoinstallation in die Rolle Schliemanns und erzählt aus seiner Sicht Episoden aus dessen Leben. Die Ausstellung ist in vier Abschnitte gegliedert: 1.) Sein Leben vor der Archäologie, 2.) Troja, 3.) Mykene, Tiryns, Orchomenos und 4.) Sein Leben in Athen. Abschnitt Eins befindet sich in der James-Simon-Galerie, die Abschnitte Zwei, Drei und Vier sind im Neuen Museum untergebracht. Die Eintrittskarte ist auch für das Neue Museum gültig, das man entweder über den Hof oder durch einen unterirdischen Gang erreicht.

Ich zitiere aus einem Flyer: „Vom Tellerwäscher zum Millionär – solche Geschichten werden nicht nur in Amerika geschrieben, sondern können auch in Mecklenburg beginnen. Ein Schiffbruch spielte Schicksal, Heinrich Schliemann wanderte in jungen Jahren nicht nach Venezuela aus, sondern strandete vor Texel und begann seine Karriere in einem Kaufmannskontor in Amsterdam.“

„Die Ausstellung Schliemanns Welten verbindet die Welt des reichen Kaufmanns mit der des Wissenschaftlers, die Welt des Goldsuchers mit der des Bankiers, die Welt Homers mit der der Archäologie. Sie lässt uns den „schlauesten, fähigsten und durchtriebensten Kaufmann“ ebenso wie den begnadeten Geschichtenerzähler und Fabulierer erkennen, uns begegnet ein begabter Medienprofi, aber auch ein detailbesessener Forscher.

Schliemanns Welten nehmen Sie mit auf eine Weltreise. Vier Kontinente und unzählige Städte stehen auf dem Programm. Aber auch viele historische Epochen werden Sie durchschreiten. Aus der Gegenwart führt die Zeitreise ins 19. Jahrhundert und dann weit zurück in die Zeit Homers und bis ins 3. Jahrtausend vor Christus.“

Eine lohnenswerte, interessante Ausstellung. Auch die für Januar angekündigte Ausstellung in der James-Simon-Galerie „Im Land der 1000 Städte – Usbekistan von Alexander dem Großen bis den Kuschan“ verspricht interessante Einblicke in längst vergangene Welten.

Neues Museum
 

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