Naumburger Dom und Schulpforta

 

 07. Juni 2016
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Rathaus am Marktplatz


Wieder lacht die Sonne. Nach einem ausgiebigen Frühstück bummeln wir durch Naumburgs Fußgängerzone in Richtung Dom. Immer wieder fallen liebevoll restaurierten Häuser aus der Renaissanceepoche auf. Naumburg hatte sich im Mittelalter durch Handel und Messen zu einer reichen Bürgerstadt entwickelt. Davon zeugen die Größe des Hauptmarktes mit seinen ihn flankierenden Handelshäusern, alleeartig angelegte Straßen, das repräsentative Rathaus und die Stadtkirche St. Wenzel. Wer gut zu Fuß ist kann den 73m hohen Kirchturm, Wenzelsturm genannt, ersteigen. Als Lohn winkt einen hervorragender Blick über die Stadt und das Saaletal.

Der Dom St. Peter und Paul ist sowohl aus historischer als auch architektonischer Perspektive das Highlight von Naumburg und Teil der Straße der Romanik. Das gewaltiges Bauwerk mit vier dominanten Türmen zieht die Besucher magnetisch an.

Im Westchor schauen die vom Naumburger Meister geschaffenen 12 Stifterfiguren auf die Besucher. Darunter auch die berühmte Markgräfin Uta von Naumburg an der Seite ihres Gatten, Markgraf Ekkehard II. Für den Besuch des Domes und des angrenzendes Gartens sollte man sich Zeit nehmen. Geist und Seel werden hier fündig.

 
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Friedrich-Nietzsche-Haus Nietzsche Haus, Weingarten 18, 06618 Naumburg (Saale)


Wir spazieren durch den Steinweg zurück auf den Marktplatz  und gönnen uns ein Eis. Eine kleine Pause. Wir haben etwas entdeckt, was wir in Naumburg nicht vermutet haben. Hier wohnte der Philologe und Philosoph Friedrich Nietzsche nach seinem psychischen Zusammenbruch 1889 bei seiner Mutter. Das Haus ist heute ein Museum. Das wollen wir uns ansehen. Für den Interessenten: Nietzsches Leben ist hier ausführlich dokumentiert.
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Friedrich-Nietzsche-Denkmal auf dem Holzmarkt

Auf dem Rückweg zum Hotel kommen wir einem Gebäude vorbei, das unsere Blicke (und nicht nur die unseren) auf sich zieht: Aus den Fenstern des blauen Hauses schauen „Köpfe“ auf die Passanten. Wir meinen Friedrich Nietzsche und die Kanzlerin Angela Merkel zu erkennen. Diese Tonköpfe und  weitere Skulpturen aus Ton und Keramik wurden von Heike Minner geschaffen.

Unterwegs kosten wir bei Pimpinelle – Suppenkelle, einem kleinen vegetarisch- veganen Bistro in der Jakobstraße, Bohnensuppe und Salat. Für den kleinen Hunger eine gute Entscheidung.

(Pimpinelle oder Kleiner Wiesenkopf; Vitamin C haltiges Küchenkraut, das z. B. für Frankfurter grüne Soße verwendet wird.)

16 Uhr. Herrlicher Sonnenschein. In Naumburg gibt es weiteres Bauwerk, das zur Straße der Romanik zählt: Das ehemalige Kloster Pforta.  Wir machen uns auf den Weg nach Schulpforta. Hier ist das Gelände der Landesschule Pforta, ein Gymnasium mit Internat, zu besichtigen. Diese Gymnasium hat eine große Geschichte. Gegründet wurde es 1543 als Knabenschule. Heute ist Schulpforta ein Internatsgymnasium ab Klasse 9 für Mädchen und Jungen. Die Schüler legen nach der 12. Klasse das Abitur ab.  

 

Das Schulgelände, sprich ein herrlicher Park, und viele Gebäude stehen Besuchern offen. Wir nutzen die Gelegenheit, uns alles anzusehen. Schüler, denen wir begegnen, grüßen mit einem freundlichen Hallo.  

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Saale bei Bad Kösen


Zum Abschluss des heutigen Tages fahren wir weiter in das nahegelegene Bad Kösen. Davon haben wir uns mehr versprochen. Der kleine Ort, eingebettet in die anmutende Saalelandschaft, wirkt heute etwas schläfrig. Aber hier kann man gut kuren und sich erholen. Auch Interessantes gibt es zu entdecken: Zum Beispiel das romanische Haus, das als ältester Profanbau Mitteldeutschlands auch in die  Straße der Romanik aufgenommen wurde. Heute beherbergt es ein Museum, das auch die Käthe-Kruse-Puppensammlung zeigt. Und nicht zu vergessen sind die ganz in der Nähe liegenden Weingüter.
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Saalelandschaft

In dieser Region gibt es zwei weitere Bauwerke, die Teile der Straße der Romanik sind. Auf der Saale kann man von hier aus mit einem Motorboot zu den Burgen Rudelsburg und Saaleck schippern; der Aufstieg erfolgt zu Fuß. Festes Schuhwerk ist empfohlen!

Übrigens das bekannte Lied „An der Saale hellem Strande“ stammt von Franz Kugler (1808-1858). Als Schriftsteller und Kunsthistoriker war er Mitglied des Dichtervereins „Tunnel über der Spree“.

 

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