Olympiapark und Botanischer Garten in Sotschi

 

10. August 2018

Heute fällt unser Frühstück etwas kürzer aus. Um 10 Uhr sind wir schon startklar. Torsten und Stefie zieht es in das Stadtzentrum: Shoppen, Eis essen, einfach bummeln. Mich interessiert der Olympiapark, denn im Februar 2014 fanden in Sotschi die XXII. Olympischen Winterspiele statt. Ich habe mich informiert. Es gab zwei Hauptzentren, den Olympiapark „Küstenregion“ in Adler direkt am Schwarzen Meer und in den Bergen Krasnaja Poljana als Schneeregion.

An Deck des Sightseeing-Busses

Ich nehme den Sightseeing-Bus, der direkt nach Adler in den ca. 30 Kilometer entfernten Olympiapark fährt. Über Kopfhörer kann ich den Erklärungen lauschen. Auffällig sind die neuen Straßen und Brücken und der moderne neue Bahnhof in Adler. Im Vorfeld der Olympischen Spiele wurde viel in die Verkehrsstruktur investiert. Die Fahrt fast immer entlang der Küste mit Blick auf das Schwarze Meer dauert eine knappe Stunde. Im Olympiapark wurden für die Hallenwettkämpfe alle Eisstadien gebaut, sodass sie ohne Probleme fußläufig zu erreichen sind. Die Eröffnungs- und die Abschlussfeier fanden im 40.000 Plätze umfassenden Olympia-Stadion statt. Dieses Jahr wurde es als ein Austragungsort für die Fußballweltmeisterschaft genutzt. Die Eishockeyspiele wurden in der Schaiba-Eisarena und im Bolschoij-Eispalast ausgetragen. Die Eiskunstläufer hatten ihre Wettkämpfe im Eisbergpalast, die Eisschnellläufer in der Adler-Arena. Eine weitere Spielstätte war der Eiswürfel. Hier kämpften die Curler um die Medaillen. Vier dieser Stadien sind so konzipiert, dass sie abgebaut und woanders wieder aufgebaut werden können. Stationär sind das Olympiastadion und das Bolschoij-Stadion.

Der Bus dreht langsam eine große Runde durch das Olympia-Gelände. An dem Zentralgebäude ist die Hop-On- und Hop-Off-Haltestelle. Ich könnte aussteigen. Hier gibt es einiges zu entdecken.

Freizeit-und Vergnügungspark im ehemaligen Olympischen Dorf

Ein Teil des Olympischen Dorfes ist heute ein gut besuchter Freizeit-und Vergnügungspark. Auf der anderen Straßenseite befindet sich eine lange Strandpromenade und direkt am Meer tummeln sich Urlauber am Strand. Eingedenk der Rückfahrzeit bleibe ich im Bus. Um 14:30 ist Treffunkt am Hotel. Gemeinsam wollen wir den viel rühmten Botanischen Garten besuchen. Ich muss also pünktlich sein. Auf der Rückfahrt werfe ich noch einmal einen Blick auf das Autodrom, die 2014 fertiggestellte Formel I-Rennstrecke. Der fast 6 Kilometer lange Rundkurs wurde in den Olympiapark integriert.

Haupteingang zum Botanischen Garten in Sotschi

Am Nachmittag fahren wir für 22 Rubel mit einem Linienbus bis zur Haltestelle Zirk. Von hier sind es nur ein paar Schritte bis zum Haupteingang des Botanischen Gartens („Dendrarium“). An der Kasse hat sich eine kleine Schlange gebildet. Wir haben Zeit, uns umzuschauen. Der Eintritt kostet 200 Rubel. Ein Schild weist darauf hin, dass die Kassiererin während der Arbeit keine Auskunft erteilt. Etwaige Fragen sind an den Kontrolleur zu richten.

Wegeplan des Botanischen Gartens

Eine Übersichtskarte lässt die Größe des Gartens erahnen. Er umfasst 50 Hektar und ist in einen oberen und einen unteren Teil durch einen ihn durchschneidende Straße geteilt. Beide Teile sind durch eine Seilbahn miteinander verbunden. Wir starten gewissermaßen am unteren Ende des oberen, größeren Gartens. Ein erster Blickfang ist der maurische Pavillon. Es geht bergauf, immer bergauf. Irgendwie auch nicht überraschend: Sotschi liegt am Fuße des Kaukasus. So erklimmen wir nach und nach den Berggarten. Je höher man kommt, desto eindrucksvoller die herrliche Aussicht über die Stadt hinaus auf das Schwarze Meer. Durch seine terrassenförmige Anlage hat der Besucher immer wieder Gelegenheit, eine kleine Pause einzulegen. Mehrere Kioske bieten Getränke, Eis und allerlei Süßigkeiten an. Das nutzen auch wir. Mit einem Eis nehmen wir auf einer die Bänke Platz und strecken die Beine aus.

Den Botanischen Garten hat 1892 ein aus St. Petersburg stammender Verleger für seine Ehefrau angelegen lassen. Die Villa „Nadeshda“, die wir auf halben Wege passieren, trägt ihren Namen. Überall subtropische Bäume und Sträucher aus aller Herren Länder, alles grünt und blüht; uralte Zypressen, Pinien, Wachholderbäume, Eichen, Palmen, Kiefern, Eukalyptusbäume, Magnolien, ein Bambuswäldchen. Mittendrin ein Märchenbrunnen. Insgesamt über 2000 verschiedene Pflanzenarten.

An den Wegkreuzungen geben Schilder ein Orientierung: Straußenanlage, Märchenbrunnen. Mauretanischer Pavillon, Villa „Nadeshda“, Gaststätte, Seilbahn.

Café Waldhaus

Uns zieht es in die Gaststätte „Café Waldhaus“. Bei Blinies und Orangensaft kommen die Kräfte wieder. Aber was sein muss, muss sein. Die Toiletten sind außerhalb des Hauses in einer kleinen Holzbude. Abenteuerlicher Toilettenbesuch …

Der Seilbahnstation ist schon zu sehen. Noch ein paar Meter den Berg hinauf, noch ein paar Stufen ersteigen, Tickets kaufen (300 Rubel) und auf die Gondel warten. Alle 15 Minuten schwebt eine Gondel ein und bringt die Besucher in den unteren Teil des Gartens. Bis zur Ankunft einer Gondel genießen wir die Aussicht, noch ein paar Fotos – dann geht es auch schon los, abwärts in das Tal mit eindrucksvoller Draufsicht auf den Botanischen Garten.

Für die Rückfahrt erwischen einen „Marschrutka“. Das sind kleine Busse, eine Art Sammeltaxi bzw. lizensierte private Kleinbusse. Sie flitzen wie Wiesel durch die Stadt und halten auch außerhalb von Haltestellen an, wenn man durch Winken seinen Mitfahrwusch zum Ausdruck bringt.

Einer der vielen Marschrutka-Busse

Torsten reicht dem Fahrer das Fahrgeld. Der schaut gar nicht drauf. Er ist schon wieder auf dem Gas. Fahrscheine gibt es nicht. Festhalten ist empfehlenswert.

Aber im Nu sind wir wieder im Zentrum und haben nur noch ein paar Schritte bis zu unserem Hotel. Hier erwartet uns ein schmackhaftes Vier-Gang-Menü. Besonders angetan sind wir von dem Wein, einem armenischen Rotwein. Torsten ist total begeistert: Zum Wohl!

 

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