Ziegeleipark Mildenberg

 

Ziegeleipark Mildenberg
Märkisches Feldbahnfest 13,/14. Mai 2017
16792 Zehdenick OT Mildenberg, Ziegelei 10

Ein Abenteuerwochenende ist angesagt, nachdem die Idee Schwimmhallenbesuch wegen Schnupfens buchstäblich ins Wasser gefallen ist. Zunächst ist Arvid skeptisch. Ziegeleipark, Feldeisenbahnen – das kann ihn nicht begeistern. Aber als das Wort Go-Kart fällt, flammt Begeisterung auf. Oh ja, oh ja! Nun kann es nicht schnell genug gehen. Etwas Geduld ist schon gefragt. Für die 65 Kilometer benötigen wir eine Stunde, immer die B96 entlang. Wir passieren den Ort Mildenberg in Richtung Ziegelei – alles gut ausgezeichnet – und werden schon einem freundlich-eifrigen Parkteam in Empfang genommen. Nach dem Löhnen von einem Euro werden wir auf den Parkplatz geleitet: geradeaus, rechts, nochmal rechts, dann links, geradeaus, rechts, links – und schon haben wir den uns zugewiesenen Parkplatz erreicht.

Öffnungszeiten

01. April – 05. November
täglich von
10:00 bis 18:00 Uhr

 

Eintritt

Erwachsene: 8,00 €
Kinder (4-14 Jahre):
4,00

Die Veranstaltung ist bereits gut besucht. Warum auch nicht. Die Sonne scheint, es ist angenehm warm. Und ganz offensichtlich gibt es hier einiges zu sehen und zu unternehmen. Arvid drängelt. Es kann nicht schnell genug gehen. Natürlich hat er das Go-Kart-Angebot nicht vergessen. Aber erst müssen wir unseren Eintritt bezahlen. Heute zum Feldbahnfest gelten Sonderpreise: 9€ für Erwachsene, die Hälfte für Kinder.

Bei m Go-Kart-Verleih erlebt Arvid eine Enttäuschung: Er ist schlicht zu klein, um mit seinen Beinen an die Pedalen zu kommen. Den Go-Kart kann er trotz aller Bemühungen nicht bewegen. Da ist nichts zu machen. Aber ringsherum gibt es so viel zu sehen und zu erkunden.

Die Enttäuschung ist schnell vergessen. Arvid rennt auf einen Hügel zu, zu dessen Füßen ein Bagger steht. Er erklimmt den Bagger und posiert als Baggerfahrer: Dann jagt er den Berg hinauf, ich kraxele hinterher. Oben steht ein Aussichtssturm. Da müssen wir natürlich auch noch hinauf. Kurz durchschnaufen.

Der Einsatz wird durch einen unverstellten Rundblick belohnt. Wir sehen, dass überall Gleise verlegt sind und drei Dampfzüge unermüdlich durch den Park fahren. Auch eine Diesellok und eine Elektrolok sind unterwegs. Es sind verschiedene Haltepunkte eingerichtet, wo man ein- und aussteigen kann. Die Fahrten sind kostenlos. Natürlich wollen auch wir mit einer der Bahnen fahren.

Aussichtsturm und Schaufelradbagger

Gleis an Gleis

Dampfmaschine


Die Ziegeleibahnen fahren durch das große Dampfmaschinenhaus, in dem sich eine alte Dampfmaschine befindet. Das schauen wir uns an. Am Haltepunkt Alte Werkstätten besichtigen wir die ehemaligen Werkstätten, die Schmiede, Bohr- und Fräsmaschinen, Sägen, Drehbänke und Pressen.  
  

In der Tonaufbereitung ist wieder Treppensteigen angesagt, um hinter das Prinzip der Tonaufbereitung und Verladung zu kommen. Hier wurde der aus der Umgebung antransportierte Ton mit Zuschlagstoffen angereichert und vermengt. Die so hergestellte Tonmischung fiel durch dicke Rohre direkt in die bereitsehenden Kipploren.  

Kipplore

Schließlich entdecken wir in der Feldbahnschau eine Reihe ausgemusterter Feldbahnen, die einmal für ganz unterschiedliche Aufgaben eingesetzt worden sind. Hier kann man sich im wahrsten Sinne des Wortes beweisen – auf einem Schienen-Fahrrad. Auch das muss ausprobiert werden. Ich komme nicht drumherum. Also aufgesessen, Arvid nimmt vor mir Platz. Und auf geht es. Immer strampeln, strampeln und strampeln. Unser Fahrrad rollt. Es rumpelt über die Schienen. Arvid juchzt, ich schwitze und spüre zunehmend meine Beine. Jetzt geht es auch noch bergauf. Ach du lieber Gott. Es hilft nichts. Absteigen und ein Stück schieben. Auf der Hügelkuppe – einer ganz sachten Erhebung, die man als Fußgänger wohl gar nicht registrieren würde – wieder rauf aufs Rad und in die Pedale getreten. Nach der Runde weiß ich, was ich getan habe. 

Jetzt geht es zum Abenteuerspielplatz mit dem großen Rutschturm und vielfältigen Geräten wie Seilfähre, Riesenschaukeln,  Hängeband und Trampolin. Die drei „Wasserhüpfer“ sind ein Gaudi für alle Kinder. Das lässt sich auch Arvid nicht zweimal sagen. Er probiert fast alles aus.

Der Abenteuerspielplatz grenzt an eine Picknickwiese, die zu einem kleinen See führt. Dieser ist sogar als Badesee ausgewiesen. Aber zum Baden hat augenscheinlich noch keiner Lust. Mit einer Seilfähre kann man sich über den See ziehen lassen. Und ein paar Schritte weiter zieht ein Kleintierzoo mit Schweinen und Ziegen vor allem Kinder in seinen Bann:

Nachdem wir etwas gegessen haben, kommen wir noch einmal an der Go-Kart-Station vorbei. Und siehe da, jetzt ist ein kleinerer Go-Kart da, den Arvid sofort in Beschlag nimmt. Seine Augen leuchten. Ich muss ihn bremsen. Es bezahlen. 3€ für eine Stunde Go-Kart-Fahren quer durch das gesamte Gelände. Ja und ich? Soll ich dem Go-Kart hinterherlaufen? Das würde ich gar nicht können. Die Lösung: ich miete einen zweiten Go-Kart, einen für mich. Ich komme mir ziemlich komisch dabei vor, aber schon nach kurzer Zeit finde ich Gefallen am Go-Kart-Fahren. Arvid dreht sich immer wieder nach mir um (er fährt natürlich vornweg) und ruft: Habe ich dir doch gesagt, das macht Spaß! Ja, wo er recht hat, hat er recht. 

Nach einer Stunde heißt es erst einmal sich recken und strecken. Jetzt wollen wir uns noch die Ringöfen und den Museumshafen ansehen. Wenn man bedenkt, um 1910 wurden von den etwa 6.000 Ziegeleiarbeitern in 63 Ringöfen mehr als 625 Millionen Ziegel pro Jahr hergestellt und auf der Havel nach Berlin und in andere transportiert.

 

Museumshafen

  

Mein Gott, es gibt so viel zu entdecken. Die Bühne, Imbissbuden, Schausteller und Trödler und Handwerker habe ich noch gar nicht erwähnt. Auch den Modellbahnmarkt und die Modellbahnausstellung nicht. Zu guter Letzt unternehmen wir noch eine einstündige Fahrt mit der Tonlorenbahn in die Tonstichlandschaft Richtung Burgwall. Dann geht es wieder nach Hause. Ein Tag voller generationsübergreifender Erlebnisse liegt hinter uns. 

 

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