Waren an der Müritz

  

Was gibt es doch für schö­ne Fle­cken in Deutsch­land! Und dazu zählt zwei­fels­oh­ne die Meck­len­bur­gi­sche Seen­plat­te mit ihrem Herz­stück, die Müritz. Müritz bedeu­tet so viel wie klei­nes Meer. Der See wird die­sem Namen gerecht. Es ist mit 117 km2 in der Tat der größ­te See inner­halb Deutsch­lands.

Waren an der Müritz liegt an der Bin­nen­mü­ritz, eine nörd­li­che Aus­buch­tung der Müritz. Die Stadt ist mit sei­nen gut 21 000 Ein­woh­nern das Ein­gangs­tor zum Müritz-Natio­nal­park, der sich an der Ost­sei­te des Sees erstreckt.

Lot­ti wohnt in Waren. Auch das ist ein Grund, war­um ich Waren und sei­ne Umge­bung schon mehr­mals besucht habe. Mei­ne Ein­drü­cke fas­se ich in die­sem Erleb­nis­be­richt zusam­men. Zunächst ein­mal zur Stadt selbst. Die meis­ten Gebäu­de der his­to­ri­schen Alt­stadt sind restau­riert und ver­lei­hen der Stadt ein freund­li­ches, behag­li­ches Flair. In den klei­nen Stra­ßen und Gas­sen lässt es sich gut bum­meln. Ins­be­son­de­re die Fach­werk­häu­ser zum Bei­spiel in der Gro­ße Was­ser­stra­ße, Gro­ße Grü­ne Stra­ße, Gro­ße Burg­stra­ße, Kir­chen­stra­ße oder Lan­ge Stra­ße zie­hen die Bli­cke auf sich. Vie­le klei­ne Geschäf­te laden zum Ein­kau­fen ein, in gemüt­li­chen Restau­rants und Cafés kann man sich stär­ken. Die meis­te Zeit des Jah­res herrscht ein bun­tes Trei­ben.

 

Was gibt es an Sehens­wür­dig­kei­ten zu ent­de­cken? In der Sankt-Mari­en-Gas­se befin­det sich ein Wahr­zei­chen der Stadt, die evan­ge­li­sche Mari­en­kir­che. Sie ist mit über 700 Jah­ren auch das ältes­te Bau­werk in Waren. Von hier aus sind es nur ein paar Schrit­te bis zum groß­zü­gig ange­leg­ten Neu­en Markt, wo auch das über 200 Jah­re alte Neue Rat­haus zu fin­den ist. Auch die­ses his­to­ri­sche Gebäu­de ist restau­riert, doch eine Nar­be hat man gelas­sen. Deut­lich ist der Tref­fer einer Kano­nen­ku­gel an der Süd­sei­te sicht­bar. Der Kapp-Putsch von 1920 hat auch in Waren sei­ne Spu­ren hin­ter­las­sen.

In dem Gebäu­de ist das Stadt­his­to­ri­sche Muse­um unter­ge­bracht. Für 1€ Ein­tritt kann man viel inter­es­san­te Infor­ma­tio­nen über die Stadt­ge­schich­te erfah­ren. Beson­ders zu emp­feh­len ist der mit viel Lie­be und Ein­falls­reich­tum gestal­te­te Rats­kel­ler. Gegen­über dem Rat­haus steht ein impo­san­tes denk­mal­ge­schütz­tes Fach­werk­haus aus dem 18. Jahr­hun­dert. Neben einer Apo­the­ke beher­bergt es das „Haus des Gas­tes“ – die Tou­rist-Infor­ma­ti­on.

Der Kapp-Putsch fand am 13. März 1920 statt. Es war ein vor allem durch Offi­zie­re der Reichs­wehr und natio­na­lis­tisch gesinn­ten Frei­corps ange­zet­tel­ter Umsturz­ver­such der Wei­ma­rer Repu­blik, der durch die bewaff­ne­te Gegen­wehr von Arbei­tern und einem das gesam­te öffent­li­che wie wirt­schaft­li­che Leben lahm­le­gen­de Gene­ral­streik schei­ter­te.

Die Ware­ner Bür­ger neh­men am Gene­ral­streik teil.  Frei­corps-Ange­hö­ri­ge ver­häng­ten den Bela­ge­rungs­zu­stand und nah­men die Stadt unter Beschuss. Fünf Men­schen ver­lo­ren dabei ihr Leben, elf wur­den schwer­ver­letzt.

Wenn es einen Neu­en Markt gibt, liegt die Ver­mu­tung nahe, dass irgend­wo auch ein Alter Markt zu ent­de­cken ist. Und tat­säch­lich nach einem kur­zen Spa­zier­gang quer durch die Alt­stadt erreicht man den Alten Markt. Hier steht am Sankt-Geor­gen-Kirch­platz die Geor­gen­kir­che, fast eben­so alt wie die Mari­en­kir­che und eben­falls eine evan­ge­li­sche Pfarr­kir­che. In der restau­rier­ten Alten Feu­er­wa­che lädt heu­te ein gemüt­li­ches Café “dat Tor­ten­hus” Gäs­te ein, um sie mit selbst­ge­ba­cke­nen Kuchen und Kaf­fee­spe­zia­li­tä­ten zu ver­wöh­nen.
 Ein bemer­kens­wer­tes Gebäu­de ist das Wein­berg­schloss, eine 1870 erbau­te Vil­la, in der Bahn­hof­stra­ße. Hier wohn­te und arbei­te­te von 1911 bis 1939 der Natur­for­scher Richard Wos­sid­lo. Das Gym­na­si­um in Waren trägt sei­nen Namen. In der Güs­tro­wer Stra­ße ein paar Schrit­te hin­ter dem Richard-Wos­sid­lo-Gym­na­si­um mit sei­nem ein­drucks­vol­len Haupt­ge­bäu­de im Stil der Neo­re­nais­sance stößt am auf zwei Säu­len, die das ehe­ma­li­ge Güs­tro­wer Stadt­tor sym­bo­lisch nach­emp­fin­den. Erhal­ten geblie­ben sind Tei­le des west­li­chen Stadt­to­res.

Richard Wos­sid­lo
(1859–1939)

Natur­for­scher, Eth­no­lo­ge, Leh­rer. Begrün­der der meck­len­bur­gi­schen Volks­kun­de. Heu­te sind ca. zwei Mil­lio­nen Doku­men­te im Wos­sid­lo-Archiv des Insti­tuts für Volks­kun­de der Uni­ver­si­tät Ros­tock unter­ge­bracht.

 
Eine Attrak­ti­on aus jüngs­ter Zeit ist das Mürit­ze­um. Dem Besu­cher fällt sofort ein moder­nes Gebäu­de, das „Haus der 1000 Seen“, durch sei­ne außer­ge­wöhn­li­che Archi­tek­tur ins Auge. Neben der Form­ge­stal­tung betrifft das die mit ange­kohl­tem Lär­chen­holz ver­klei­de­te Außen­fas­sa­de. Das 2007 eröff­ne­te Gebäu­de beher­bergt ein natur­his­to­ri­sches Muse­um und ein Natur­er­leb­nis­zen­trum mit Muse­ums­gar­ten und Süß­was­ser­aqua­ri­um. Das Muse­ums­kon­zept setzt auf einen inter­ak­ti­ven Zugang. „Anfas­sen und Mit­ma­chen!“ lau­tet der Wahl­spruch. Das Aqua­ri­um soll übri­gens es das größ­te sei­ner Art für hei­mi­sche Fische in Deutsch­land sein. Auch der zwei Hekt­ar gro­ße Muse­ums­gar­ten mit einem See kann sich sehen las­sen.

Haus der Samm­lun­gen


Im sanier­ten his­to­ri­schen Muse­ums­ge­bäu­de, dem „Haus der Samm­lun­gen“ kann eine Dau­er­aus­stel­lung über den his­to­ri­schen Hin­ter­grund des Muse­ums besich­tigt wer­den.

 

Haus der 1000 Seen

Ein­tritt

Erwach­se­ne: 12,00 € Ermä­ßigt: 9,00 €
Kin­der ab 6–16 Jah­re: 5,00 €
Fami­li­en­kar­te: 28,00 €

Öff­nungs­zei­ten

April-Okto­ber:
täg­lich Mo – So: 10–19 Uhr

Novem­ber-März:
täg­lich Mo – So: 10–18 Uhr

Am Ran­de der Alt­stadt führt eine Ufer­pro­me­na­de zum  Stadt­ha­fen. Alte Speicher­ge­bäu­de sind zu Hotels und Restau­rants umge­baut wor­den. Im Früh­jahr, Som­mer und Herbst laden Fahr­gast­schif­fe Urlau­ber ein, die Müritz auf unter­schied­li­chen Rou­ten per Schiff zu erkun­den. Aber auch im Win­ter ist Waren einen Besuch wert. Die Bin­nen­mü­ritz ist zuge­fro­ren, die Son­ne scheint, kaum Wind. Jeder Spa­zier­gang ist Ent­span­nung pur – ver­spro­chen!
Mein Fazit: Waren ist eine inter­es­san­te Stadt umge­ben von Was­ser: Bin­nen­mü­ritz, Tief­wa­ren­see und Feis­neck­see. His­to­risch gibt es viel zu ent­de­cken, Urlau­ber fin­den hier ein abwechs­lungs­rei­ches Frei­zeit­an­ge­bot und eine herr­li­che Natur. Doch wer weiß schon, dass in Waren die größ­ten Schiffs­pro­pel­ler der Welt her­ge­stellt wer­den! 

 

 

Ein Kommentar zu “Waren an der Müritz

  1. Lotti

    Na, wer sich jetzt nicht auf die Rei­se macht, ist sel­ber Schuld , dass er die­se tol­le Stadt mit Ihrer noch tol­le­ren Umge­bung nicht erkun­det.
    Schö­ne Wer­bung für Waren , Ilo­na

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