Wanderung zum Heuberg

 

24. August 2017
Heute wird gewandert. Rings um Friedrichroda sind etliche Wanderwege ausgeschildert. Wir haben uns die Route zum Heuberg ausgesucht. Dieser Berg liegt direkt auf dem Rennsteig. Von 435 Höhenmeter in Friedrichroda führt der Aufstieg auf 689 Höhenmeter. Es gibt laut Ausschilderung eine einfache und eine schwierige Wanderroute. Wir wählen die schwierige, die durch den Wald führt; da sind sich die Mädchen sofort einig.  
Gegen elf Uhr machen wir uns auf den Weg. Zunächst ein paar einhundert Meter in Richtung Tabarz die Landstraße entlang. Wir suchen den abzweigenden Wanderweg. Endlich sind wir auf dem richtigen Pfad. Doch was ist das? Eine Pfadfinderranch? Kinder, Jugendliche und Erwachsene tummeln sich am Berghang auf einer Wiese. Neben einem größeren Haus, entdecken wir drei Hütten und ein Zeltlager. Das alles sieht sehr romantisch aus. 
Der Aufstieg beginnt. Die Pfadfinderranch entschwindet unseren Blicken. Wir sind auf einem Weg gelandet, der kein Weg mehr ist. Gefällte Bäume, Äste und Sträucher haben ihn fast zugedeckt. Ob das der richtige Weg ist? Für Marthe und Agi stellt sich diese Frage nicht. Für sie ist es Abenteuer pur. Die Romantik eines Märchenwaldes. Und wir allein mittendrin. Irgendwann stoßen wir auf einem Bach, dem wir nun folgen. Manchmal müssen wir ihn überspringen, aber meisten leiten Holzbrücken auf die andere Seite. So schlängelt sich der Wanderweg mal links, mal rechts dem Bach entlang. Was für eine Natur! Es gibt so viel zu sehen, zu entdecken. Alles muss fotografiert werden. So kommen wir nur sehr langsam vorwärts, so langsam, dass das Ersteigen eines Berges fast unmerklich geschieht – was mir natürlich mehr als recht ist.
  

An einer Weggabelung lädt eine Bank zur Rast ein. Der Proviant wird aus den Rucksäcken ausgepackt. Herrlich. Ein kleines Picknick in der Natur. Dann geht es weiter immer dem Bach folgend bis plötzlich der Wald endet und ein Gebäudekomplex sichtbar wird. Das Heuberghaus. Voller Vorfreude hoffen wir auf ein gutes Essen im Restaurant, der Magen signalisiert schon mehr als Appetit. Wir haben einen guten Hunger. Doch was für eine Enttäuschung. Die Gaststätte hat geschlossen. Warum das? Mitten in der Urlaubssaison? Auch andere Wanderer und ein paar Autotouristen schütteln verständnislos den Kopf. Aber was hilft es. Eine Neuorientierung muss her.

 

 

Berggasthof „Heuberghaus“

 

Wir entscheiden uns die Wanderung zum Spießberghaus fortzusetzen. Natürlich in der Hoffnung, dass dort die Gaststätte geöffnet ist. Nach einer halben Stunde erreichen wir das Spießberghaus, Hotel und Berggasthof, 720 Meter über dem Meeresspiegel auf dem Kamm des Thüringer Waldes. Die Mädchen stürmen voran und rufen mir schon von weitem freudig entgegen: Es ist offen! Die Jägerstube ist offen! Da Gott sei Dank. Es ist 14 Uhr. Wir nehmen draußen Platz. Auch heute werden wir wieder mit sonnigem Wetter verwöhnt. Die rustikale Speisekarte ist in Ordnung. Für uns: Kesselgulasch, Grillwürstchen und Pommes. Während des Wartens auf das Essen erfahren wir etwas über die Geschichte und den Namen der imposanten Anlage. Den Anfang bildete eine 1840 auf dem „spitzigen“ Berg“ errichtete kleine Herberge. Daher in Anlehnung wohl der Name „Spießberghaus“.
  

Die Rückwanderung ist anfangs nicht mehr ganz so romantisch. Wir folgen angenehmen Wanderwegen zunächst in Richtung Finsterbergen, 
dann nach Friedrichroda. Ab und an verlassen wir den beschaulichen Weg und dringen in das Walddickicht ein. Dort gibt es so viel Interessantes zu entdecken: geisterhaft aussehende Wurzeln, Pilze aller Art, verschiedene Moose, knarrende Bäume, Käfer, Würmer, … Alles muss fotografisch festgehalten werden. Das dauert und ist doch in keiner Weise langweilig. Fast erschrocken stellen wir plötzlich fest: Wir stehen unserem Hotel gegenüber. Na so etwas!
 
17 Uhr. Mit Auto fahren wir die zwei Kilometer nach Friedrichroda rein, um ein paar Einkäufe zu erledigen. Auf der Rücktour machen wir einen Stopp an der Kneipp-Anlage. Heute wird das Wassertreten ausgiebig praktiziert. Eine echt gute Idee, eine solche Anlage mit freiem Zugang anzubieten. Wir vergnügen uns köstlich! Marthe hat der Ehrgeiz gepackt. Sie kann gar nicht genug bekommen. Und Agi will auf keinen Fall ihr nachstehen. Das hätte mich auch gewundert.

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