Wanderung um den Lac d‘Issarlès

 

08.09.2016

Heute möchten wir das gebirgige Naturschutzgebiet der Ardèche erkunden und uns dort erholen. Wieder ein Tipp von Umberto. Wir fahren von Neyrac über Jaujac und La Seuche auf der D19 in die Berge, immer bergauf Kurve um Kurve. Der Ausblick wird atemberaubender. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass es noch spektakulärer geht. Aber es ist so.

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Station la Croix de Bauzon

Wir erreichen die Station la Croix de Bauzon. Hier wird erst einmal Pause gemacht. Lotti muss ihren Kaffee gegen mein Wasser tauschen, zu viel Sahne. Die Station, ein Restaurant, ist gut besucht. Neben den Autotouristen sind es vor allem recht viele Radfahrer, die es bis hier hoch geschafft haben, aber nicht mit Omas Fahrrad. Alle haben die notwendige Ausrüstung, vom Rad angefangen, und sehen furchtbar fit aus. Alle Achtung!   

Col de la Chavade


Es geht weiter bis zum Gipfel, dann auf der D239 in Richtung Col du Pendu auf 1435m Höhe, über den Col de la Chavade auf der N102 über Lanarce bis L‘Auberge Rouge, von dort aus auf der D16 bis Coucouron und noch gut 12km weiter auf dieser Straße bis nach Lac d’Issarlès. Hier befindet sich der von uns angepeilte See, wie der Name schon verrät. 
 
Wir haben lange genug gesessen. Jetzt wollen wir uns – nach einer Stärkung – erst einmal richtig die Füße vertreten, d.h. wir wandern einmal um den See herum. Gesagt, getan. 6km sollen es sein. Zunächst geht es durch ein Waldstück mit Seeblick, dann über einen Campingplatz, der aber schon fast verlassen ist, durch gebirgige Schluchten, wieder in den Wald. Haben wir uns verlaufen? Sind wir etwa zu viel gelaufen? Jetzt kommt eine Straße. Aha, noch ein Stück auf Asphalt, die Umrundung ist vollzogen. Nun ist Abkühlung und Entspannung dringend nötig. Kleider runter, Badeanzug an und ab rein in den See. Herrlich! Das hält man locker eine Weile aus.  
 

Auf der Rückfahrt überqueren wir bei La Palisse die Loire über eine imposante Brücke. Kurzer Halt. Eine tolle Aussicht, aber kaum Wasser im Fluss. Die langanhaltende Hitze hat jeglichen Schiffsverkehr unmöglich gemacht. Der fein hergerichtet Strand am Lac de la Palissa ist leer. An vielen Stellen können wie sehen, wie ein Flussbett aussieht, keineswegs glatt und eben, sondern hügelig mit etlichen Verwerfungen. Das macht deutlich, wie wichtig es für die Flussschiffer ist, die richtige Fahrrinne zu kennen, zumal die sich ja auch durch die Wasserbewegung immer wieder ändert.   
 

Wir setzen die Fahrt auf der D160 fort und kommen an einen Tunnel. Bei du Roux ist ein echt alter, 3km langer Tunnel, der Anfang des 20.Jahrhunderts für eine geplante Eisenbahnstrecke, die durch das Ardèchetal führen sollte, in den Felsen getrieben wurde. Die Eisenbahnstrecke wurde nie gebaut. Zu teuer? Erster Weltkrieg? 
8-meyras-1Nach der Tunneldurchfahrt kommen wir auf die D536, passieren Montpezat-sous-Bauzon und machen einen kurzen Abstecher nach Meyras. Hier leben knapp 1000 Menschen, dafür erscheint der Parkplatz auf den ersten Blick riesengroß. Alles ist neu hergerichtet. Die kleine Stadt wirkt selbst ein Museum oder besser wie eine Galerie? Überall sind die Wände der Häuser mit farbigen Zeichnungen aus der Geschichte des Ortes versehen. In der Mitte auf einer Anhöhe überragt die Kirche alle Häuser. Was fällt einem noch auf? Maronenbäume (Edel- oder Esskastanien) in großer Zahl. Die stärkereichen Nussfrüchte waren im Mittelalter bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den südeuropäischen Bergregionen das Hauptnahrungsmittel der Landbevölkerung – habe ich gelesen.  
  

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Maison Sous Le Pont

 

Am Abend werden wir wieder von Umberto durch ein köstliches Menü verwöhnt. So kann es weitergehen.

 

 

 

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