Türkei

Robinson Club Nobilis bei Belek vom 05. bis 12. Januar 2020
An- und Abreise

Die Idee hatten Torsten und Stefie: Eine Pauschalreise in den Robinson Club Nobilis bei Belek an der türkischen Rivera. Eine All-inklusive Reise. Man braucht sich in der Tat um (fast) nichts zu kümmern. Nur pünktlich am Airport Berlin-Tegel sein. Abflug 13:25 Uhr, Ankunft in Antalya 18:45 Uhr; Freigepäck von 20kg. Man beachte die Zeitverschiebung von zwei Stunden, d.h. die Uhr 2 Stunden vorstellen.

Nach der Ankunft möchte Torsten Euros in türkische Lira tauschen. Dafür ist nur wenig Zeit. (Später stellt sich heraus, dass ein Geldumtausch nicht nötig ist, alles kann man mit Euros bezahlen.) Am Airport Antalya wartet schon der Zubringerbus. Eine Dreiviertelstunde später sind wir im Robinson Club. Problemloses Einchecken und auf geht es zur Unterkunft.

So gut organisiert verläuft auch die Rückreise, wenn ich aufmerksamer gewesen wäre. Zunächst ist alles entspannt. Der Flieger startet um 16 Uhr. Kurz nach 12 Uhr bringt uns der Kleinbus zum Airport. Wir haben genügend Zeit und sehen den Kontrollen gelassen entgegen. Gepäck und Jacken und man selbst werden durchleuchtet. Dann geht es zum Einchecken. Und hier bleibt mir fast das Herz stehen: Mein Ausweis ist weg. Eben noch da, jetzt ist er nicht mehr auffindbar. Torsten und Stefie sind schockiert. Mein Gott, was soll werden? Ich wende mich ziemlich ratlos an die Auskunft in der Flughafenhalle. Und was jetzt passiert, werde ich wohl nicht vergessen. Meine Vermutung: Der Ausweis ist im Bus aus meiner Jacke herausgefallen. Die Auskunft ruft im Robinson Club an, die TUI-Reiseleitung wird informiert, der Busfahrer ausfindig gemacht, zur Sicherheit noch einmal das Zimmer kontrolliert. Alles geht unglaublich schnell, aber leider bleibt der Ausweis verschwunden. Ein TUI-Reiseleiter wendet sich an die Polizei bei der Gepäckkontrolle. Nach einem kurzen Disput erhalte ich meinen Ausweis. Er wurde in einer der Boxen gefunden, in die man seine Sachen zum Durchleuchten ablegen muss. Na Gott sei Dank, jetzt kann ich einchecken. Dem gemeinsamen Rückflug steht nichts mehr im Wege.

Unterkunft

Im Clubgelände

Der Robinson Club Nobilis liegt direkt an der türkischen Rivera ca. 8km von der Stadt Belek und 40km von Antalya entfernt. Er erstreckt sich auf einem riesengroßen, sehr gepflegten Gelände (850000 Quadratmeter) inmitten eines Pinienwaldes. Mitten durch das Clubareal verläuft ein Fluss. Eine Brücke führt zu einem breit angelegten Stand.

Neben dem Haupthaus gibt es die dem antiken römischen Stil nachempfundene Village-Anlage. Von einem zentralen Innenhof ausgehend erstrecken sich sternförmig sechs zweigeschossige Wohngebäude: Augustus, Brutus, Septimus, Caesar, Antonius, Pompeius mit jeweils mehreren Wohnbereichen. Relativ große Zimmer, Bad, Balkon – alles schick. Ein Flasche Rotwein als Begrüßungsgeschenk ist eine gute Einstimmung. Darüber hinaus kann , wer möchte, einen Bungalow oder eine Villa buchen.

Essen und Trinken

Erstaunlich die vielseitigen und mehr als reichlichen kulinarischen Angebote. Und was fast noch mehr imponiert ist deren fast künstlerische Präsentation, ein wahrer Augenschmaus. Ich lasse die Bilder sprechen:

Sport und Well Fit

Ein großes Hallenbad inklusive einer Riesenrutsche sowie eine Outdoor-Wasseranlage für Kinder, natürlich auch mit großer Rutsche, zieht Badelustige an. Im Untergeschoss gibt es einen ausgedehnten Sauna-Bereich. Den probieren wir natürlich aus.

Es stehen viele all-inklusive Sportkurse und WellFit-Angebote zur Auswahl: z.B. Kurse für Yoga, Pilates, Aqua Cycling, Indoor Cycling, Aquafit, Slings; auf den Gelände: Fußball, Tischtennis, Beach Volleyball, Bogenschießen, Boccia u.v.m. Einfach hingehen und mitmachen. Das ist etwas für Torsten und Stefie. Sie kosten das vielfältige Angebot voll aus.

Für Interessierte werden kostenlose Schnupperkurse für Katamaransegeln, Tennis und Golf angeboten. Ich nutze die Schnupperkurse für Tennis und Golf – und das hat echt Spaß gemacht. Nie hätte ich gedacht, dass der Abschlag beim Golf so schwierig sei. Die Hauptsache ist jedoch, man trifft neue Leute und es entwickelt sich die eine oder andere interessante Kommunikation.

Ausflug ins Taurusgebirge

Über den Reiseveranstalter TUI buchen wir eine Geländewagen-Tour ins Taurusgebirge. Und dieser Tagesausflug verspricht nicht zu viel. Drei Mercedes Pickups der X-Klasse bilden einen kleinen Konvoi. Das erste Auto lenkt der Guide, im Wagen zwei und drei müssen die Touristen das Steuer übernehmen. Unser Auto steuert Stefie mit Bravur durch enge Schluchten, über noch engere antike Brücken, Steilhänge hinauf und hinunter, über Geröllpisten, durch ausgedehnte Pfützen. Einfach toll. Torsten und ich haben Zeit und Muße, die beeindruckende Landschaft des Taurusgebirges aufzunehmen.

Taurusgebirge

Die Gebirgskette zieht sich über 1500 Kilometer. Der höchste Berg ist über 4000 Meter hoch. Die Berggipfel sind mit Schnee bedeckt, der dem Gebirge weißen Hauben aufsetzt. Das kann man bis Juni bestaunen, erst dann kommt es zur Schneeschmelze. Jetzt eröffnet sich uns ein umwerfendes Landschaftspanorama.

Auf der Tour zeigt uns der Guide versteinerte Sternkorallen, die darauf hindeuten, dass hier vor Urzeiten einmal ein Meer war. Nach einer Klettertour mit den Offroadern erreichen wir in ca. 1000 Meter Höhe die antike Stadt Selge, antik im wahrsten Sinne des Wortes. Die Siedlung gab es schon im 5. Jahrhundert v. Chr. Hier machen wir einen Stopp, um das römische Amphitheater zu besichtigen, das leider 1947 durch ein Erbeben stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Und es bleibt auch noch Zeit für einen Apfeltee. Zu den Highlights der Route gehört ein Ausblick auf die kreisenden Adler in der Adler-Schlucht. Die wilde Schönheit der Natur ist schon atemberaubend. Diesen Ausflug kann man nur empfehlen.

Hamam und „göttliche Massage“

Hamam ist eine orientalische Badeanstalt, in der ein spezielles Reinigungs- und Entspannungsritual vollzogen wird. Natürlich haben wir davon schon gehört, aber keiner von uns hatte bisher Erfahrungen damit. So waren wir doppelt neugierig auf den Besuch des Hamam on the Beach. Und ich kann sagen, das war ein ganz außergewöhnliches Erlebnis.

In der Mitte des Dampfbadraumes befindet sich eine quadratische, beheizte Liegefläche. In dem angenehm warmen Raum und durch Warmwassergüsse entspannen die Muskeln und die Hautporen öffnen sich. Ein Masseur seift den Körper mit Seifenschaum ein. Die anschließende Massage erfolgt als ein Ganzkörperpeeling mit einem rauen Leinenhandschuh. Ein erneuter Wasserguss beendet diesen Behandlungsteil. Danach wechselt man in einen Massageraum, in dem eine wohltuende Ganzkörpermassage erfolgt. Das tut unglaublich gut. Wer möchte kann eine Folgemassage buchen: die „göttliche Massage“. Da dieses Erlebnis sich nicht ohne weitere im Alltag wiederholen lässt, haben wir uns die „göttliche Massage“ gegönnt – und genossen. Nach einer halbstündigen Ruhephase, gut eingewickelt und mit einem Glas Tee versorgt, kehren wir in das Ressort zurück. Dieses Wellness-Erlebnis ist unvergesslich!

Meer und Strand

Das Robinson Ressort Nobilis bei Belek liegt an der türkischen Riviera und hat direkten Zugang zu einem langen und breiten Sandstrand am südlichen Mittelmeer. Im Januar haben sich hierher noch keine Badelustigen eingefunden, obwohl die Wassertemperatur bei 19°C liegen soll. Ob das stimmt? Aber bei dem angenehmen Wetter mit Sonnenschein sind Standkörbe und Sonnenliegen aller Art schon gefragt. Beim Sonnenbaden kann man verschiedene Drinks genießen. Entweder man holt sie sich von der Strandbar oder man greift zu, wenn sie auf einem Tablett vorbeischweben. Ganz entspannend sind Spaziergänge am Strand, direkt am Meer mit Blick auf das Taurusgebirge mit seiner weißen Schneehaube. Natürlich fehlen auch keine sportlichen Aktivitäten wie Beachvolleyball und Boccia. Hier geht es schon ordentlich zur Sache.

Abendgestaltung

Entertainment am Abend ist fester Bestandteil der Clubkultur. Die meisten Veranstaltungen finden in dem Indoor-Theater, ausgestattet mit 550 Plätzen und modernster Bühnentechnik, und der Lobby-Bar statt. Nachtschwärmer treffen sich nach 24 Uhr im Nachtclub.

Torsten und Stefie sind im Robinsonclub gewissermaßen schon „alte Hasen“. Sie wissen um die allabendlichen Vergnügungen und sind neugierig, was das Wochenprogramm zu bieten hat. So ist es nicht verwunderlich, dass wir jeden Abend ein schönes kulturelles Erlebnis und viel Spaß bei Musik und Tanz haben. Am 7. Januar gestalten die Robbys (= junge Angestellte des Robinson Clubs) unter dem Titel „Nobilis-Rock“ eine schwungvolle Musikshow im Theater, am Abend darauf findet in der Lobby-Bar eine  „Silent Party“ mit Kopfhörern statt. Zwei DJs legten auf: Funk & House sowie Schlager. Und ab geht die Post. Eine lustige Sache. Am Donnerstagabend lädt wieder das Theater zur Showtime ein: „Humans – the next virtual journey“. Eine tolle Show voller visueller Effekte. Der Freitagabend ist ganz und gar Frank Sinatra gewidmet. Auf einer Bühne in der Lobby-Bar singt unter dem Motto „That’s Live“ ein Sänger namens Nico Nero Sinatra-Songs. Das gelingt ihm, so mein Empfinden, sowohl stimmlich als auch von der Gefühlslage her sehr gut. Am letzten Abend schauen wir uns im Theater eine Musik- und Tanzshow der Jersey Boys in einer eigenen Robinson-Version an. Übrigens nach jeder kulturellen Veranstaltung geht es in die Lobby Bar zum Tanz. Eine echte Verjüngungskur!

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