Tierpark Berlin

 

30. März 2019

Ende März und der Vorfrühling verwöhnt mit Sonnenschein und blauen Himmel. Dieses schöne Wetter nutzen wir für einen Ausflug in den Berliner Tierpark. Wir – das sind Agi, Arvid und ich. Mit S-Bahn und U-Bahn fahren wir ganz entspannt nach Friedrichsfelde zum Tierpark. Die gleichnamige U-Bahn-Station liegt direkt am Eingang neben dem Bärenschaufenster. Eine kleine Schlange hat sich an den Kassen gebildet. Aber es geht zügig voran. Schon passieren wir die Eingangskontrolle und stehen im Tierpark, den mit 160 Hektar größten Landschaftstierpark in Europa. Gut 9000 Tiere aus fast 800 Arten sind hier zu Hause.

Tierpark Berlin
Am Tierpark 125, 10319 Berlin

Öffnungszeiten
Jan. – 24. Febr.: 9-16:30 Uhr
Febr. – 31. März: 9-18:00 Uhr
April – 29. Sept.: 9-18:30 Uhr
Sept. – 27. Okt.: 9-18:00 Uhr
Okt. – 31. Dez.: 9-16:30 Uhr

 Eintritt
Erwachsene: 14,50€
Kinder: 7,50€
Kleine Familie: 24€
Große Familie: 38€

Wisentherde

Gleich zu unserer Linken sehen wir eine Wisentherde in aller Ruhe fressen bzw. ein Schläfchen haltend. Mittendrin ein Jungtier, das von Mittagsschlaf wohl nicht allzu viel hält. Wisente, die Europäischen Bisons, sind schon imposante Tiere, die bis zum frühen Mittelalter durch Europas Urwälder gestreift sind.

Jetzt steht aber das Eisbärengehege auf dem Plan. Vor vier Monaten freute sich der Tierpark über Nachwuchs bei den Eisbären. Seit ein paar Tagen tollt das kleine Eisbärmädchen mit seiner Mutter in der Außenanlage herum. Das ist ein Besuchermagnet. Nicht nur heute zieht es viele Besucher zur Eisbärenanlage.

Gro0er Andrang an der Eisbärenanlage

Wir haben Mühe einen Platz zu ergattern, von dem man auch etwas sehen kann. Dicht gedrängt stehen die Besucher und ab und zu geht ein Lachen oder Raunen durch die Menge – je nachdem, was das Eisbärbaby veranstaltet. Mutter Tonja badet ausgiebig. Die Kleine macht aber einen Bogen um das Wasser, das ihr wohl nicht geheuer erscheint. Da bekommt sie einen kleinen Klaps von Mutters Tatze und purzelt ins Wasser. Nach ein paar Schwimmzügen klettert sie wieder auf den Felsen. Auch hier gibt die Mutter Unterstützung. Die Menge ist begeistert.

Wir spazieren weiter und kommen vorbei an Schafen, Ziegen und Hängebauchschweinen zu einem Streichelzoo. Arvid hat das Schaf aufs Korn genommen. Wir müssen warten bis das perfekte Foto unter Dach und Fach ist. Ein riesengroßer Spielplatz, auf dem viele Kinder vergnügt herumtoben, bleibt unbeachtet. Wir wollen zum Alfred-Brehm-Haus, dem Raubtierhaus. Dieses wird zurzeit in ein Regenwaldhaus umgebaut, aber die Felsenaußenanlage der Tiger ist für Besucher offen. Mein Gott, wie viele Tiger streifen durch die beiden Anlagen. Auf der einen Seiten toben die jüngeren Tiere. Im vergangenen Jahr konnte sich der Tierpark über eine Vierlingsgeburt freuen. Die andere Seite ist für Mutter Mayang und Vater Harfan reserviert. Wir werden Zeuge, wie Harfan unmissverständlich seine Dominanz unterstreicht und Unterwerfung einfordert. Es ist ganz klar, wer hier das Sagen hat.

Tiger sind in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht, weil ihr natürlicher Lebensraum schrumpft. Durch spezielle Naturschutzprogramme von NABU und WWF soll das Nebeneinander von Mensch und Wildtieren ermöglicht werden.

Alfred Brehm
(1829-1884)

Das Raubtierhaus erhielt zu Ehren des Tierforscher Alfred Brehm dessen Namen. Mit seinem Buch „Brehms Tierleben“ brachte er einer breiten Leserschaft Tiere und deren Lebensgewohnheiten näher, wenn auch auf eine sehr animistische, oft sogar moralisierende Weise. Ein Beispiel ist seine Sichtweise auf Greifvögel. Insbesondere die Adler sah er als Konkurrenten des Menschen an und rief in der „Gartenlaube“ (1853: erste illustrierte Zeitschrift in Deutschland) , zu deren Vernichtung auf.

Jetzt drängt es die Kinder zu den Elefanten. Schnell noch ein Eis, dann sind wir an der Dickhäuteranlage. Der Berliner Tierpark hält in getrennten Bereichen sowohl afrikanische als auch asiatische Elefanten. Ein afrikanischer Elefantenbulle bringt ca. sechs Tonnen auf die Waage. Er braucht eine Menge Grünzeug. Täglich vertilgt er um die 160 Kilogramm Blätter, Äste und Gräser und trinkt 200 Liter Wasser. Ein Elefant bekommt nach den Milchzähnen noch fünfmal neue Zähne. Während die Elefanten auf den Außenanlagen sind, futtern im Haus ein Nashornmutter und ihr Nachwuchs, ohne die Besucher nur eines Blickes zu würdigen. Wir schauen auf ein großes und ein kleines gepanzertes Hinterteil.

Unsere Suche nach den Wölfen bleibt erfolglos. Aber Agi und Arvid entdecken einen Kletterparcour, den sie sofort in den Beschlag nehmen. Das kommt mir gerade recht. Ich setze mich auf eine Bank und schaue zu, wie sie über Balken balancieren und in Netzen klettern und schaukeln.

Nach dieser ausgiebigen Turneinlage machen wir uns auf den Weg zum Krokodilhaus, das sich am Haupteingang hinter dem Friedrichsfelder Schloss befindet. Es ist noch ein recht weiter Weg bis dorthin und die Zeit ist schon fortgeschritten. Und immer wieder muss man stehenbleiben, weil es etwas Interessantes zu entdecken gibt. Die Trampeltiere, also die zweihöckrigen Kamele, haben sich zusammengeschart. Arvid sucht verzweifelt nach einem guten Platz, um beim Fotografieren der tiefstehenden Sonne aus dem Weg zu gehen. Gleich nebenan stehen rosarote Flamingos, die meisten von ihnen auf nur einem ihrer dünnen Beine ohne umzufallen. Das funktioniert auch im Schlaf. Auf zwei Beinen zu stehen, ist für sie anstrengender. Kann man sich gar nicht vorstellen.

Nun ziehen Kängurus Agi und Arvid in ihren Bann. Unglaublich weites Hüpfen und wie schnell die Tiere dabei sind. Im nächsten Augenblick hat Arvid Raubvogelvolieren ausgemacht und sofort seine Kamera zur Hand. Ein Uhu, ein Adler. Er ist total begeistert. Agi drängelt. Sie möchte zu den Krokodilen.

So geht die Zeit dahin und wir kommen nur langsam voran. Es kommt wie es kommen muss. Als wir das Krokodilhaus erreichen, hat dieses schon seine Pforten dicht gemacht. Agi ist tief enttäuscht. Gegen den Frust helfen nur ein paar Handstände.

Bald werden alle Tore des Tierparks geschlossen. Noch ein Blick auf anlässlich des bevorstehenden Osterfestes zwei wunderschön gestaltete große Ostereier am Haupteingang. Wir müssen aber wegen der U-Bahn-Station zum Eingang Bärenschaufenster zurück. Unser Weg führt unter alten Bäumen vorbei an den Anlagen für verschiedene Hirscharten zum Ausgang. Alle noch verbliebenen Besucher strömen in diese Richtung.

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