Thueyts, Teufelsbrücke und Aubenas

09.09.2016

220px-northern_catalpa_beanpodsSchon seit unserer Ankunft erregt ein auf der Terrasse wachsender, ungewöhnlich aussehender Baum unsere Aufmerksamkeit. Nicht, dass uns ein solches Gewächs gänzlich unbekannt ist. Wir beide habe es schon ab und zu insbesondere in Parkanlagen gesehen. Auffällig die hängenden Früchte, die an Bohnen erinnern. Sie können bis zu 40cm lang werden, lese ich später. Es handelt sich um einen Catalpa-Baum, ein Trompetenbaum, der durch seine großen, eindrucksvollen Blüten gern als Zierbaum gepflanzt wird. Zudem blüht er im Sommer, was auch eine Besonderheit darstellt. Aber jetzt ist seine Blütezeit vorüber. Wir können nur seine ungewöhnlichen Früchte in Augenschein nehmen.

Umberto gibt uns den Tipp, nach Thueyts auf den Markt zu fahren, darüber hinaus bieten diese kleine Gemeinde und ihre nähere Umgebung weitere Sehenswürdigkeiten wie die Teufelsbrücke (le pont du Diable). In Thueyths treffen wir auf ein reges Markttreiben, neben allerlei Trödel werden auch verschiedene Delikatessen angeboten. Man kann Käse- und Wurstsorten probieren. Die Händler preisen ihre Waren an. Mehrere Stände mit Obst, Gemüse und Gewürzen, die einen exotischen Geruch verströmen. Natürlich darf auch der Wein nicht fehlen. Wir sind den Kostproben nicht abgeneigt. Ich kaufe zwei Flaschen Aperitif. Ja, dieses französische Getränk hat es mir angetan, sehr lecker.

  

Oft sind es zufällige Ereignisse, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. So auch hier, eine Ausstellung im Schloss und auf dem Schlossgelände, die wohl alle Bereiche des Kunsthandwerks umfasst. Zur Orientierung ist die gesamte Exposition in zehn Stationen organisiert: Bildhauerarbeiten, Malerei, filigrane Glasarbeiten, Fotographie, Holzarbeiten, Produkte aus Stoff der verschiedensten Art, feine Töpferarbeiten und äußerst dekorative Schmuckwaren. Rote Teppiche, Pfeile und Hinweisschilder leiten die Besucher. Wir fragen uns, wie eine doch eher kleine Gemeinde wir Thueyts mit ca. 1200 Einwohnern eine so eine vielfältige, gut organisierte Ausstellung auf die Beine stellen kann. Wir sind jedenfalls beeindruckt. Mit gefällt eine Halskette so gut, dass ich nicht widerstehen kann und sie kaufe. Lotti ersteht eine in warmem Rot gefärbte und lasierte Tonschale, die zu ihrem häuslichen Accessoire passt.

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Erst um die Mittagszeit verlassen wir Thueyts in Richtung Aubenas, unserem nächsten Ziel. Doch unterwegs machen wir einen Abstecher zur Teufelsbrücke, von der wir schon viel gehört haben. In ihrem Oberlauf bahnt sich die Ardèche ihren Weg durch eine felsige Gebirgslandschaft. Eine alte Steinbrücke überspannt den Flusstal nahe Thueyts. Von dort aus würde man diesen Ort nach einer 15minütigen Wanderung erreichen. Wir haben aber von diesem Wanderweg keine Ahnung und fahren mit Auto. Ganz nah der Schlucht mit der Teufelsbrücke ist ein angelegter öffentlicher Parkplatz inklusive kleiner Gaststätte. Wir schauen in die Schlucht und entdecken die Brücke. Ah, da ist sie! Unter ihr fließt die Ardéche. Ihr Wasser glitzert in der Sonne. Es ist brütend heiß. So ist es nicht verwunderlich, dass wir in guter Gesellschaft sind. Mehrere Autos sind geparkt. Am Flussufer lagern Sonnenhungrige. Wer genug Sonne getankt hat, springt in die kühlen Fluten. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen. Rein in die Badesachen (umziehen gleich am Auto), den Abstieg ins Flusstal meistern und ab ins Wasser. Nach dem ersten Schock ist es absolut herrlich. Einmal die Brücke durchschwimmen und wieder zurück. Die Aussicht, die man dabei hat, auf die alte Brücke, die hohen Felsen, den strahlend blauen Himmel, unübertrefflich.

 

 

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Teufelsbrücke

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Badestelle

 

 

 

 

 

 

9-aubenas-1Am Nachmittag fahren wir nach Aubenas, dem Tor zum Tal der Ardèche. Wir sind neugierig auf diese Stadt, an der wir schon mehrmals vorbeigefahren sind. Sie liegt auf einem Hügel. Schon von weitem versprechen ihre Türme, Kuppeln und die gewaltige Stadtmauer eine interessante Historie. Zunächst gilt es einen Parkplatz zu finden. Davon gibt es einige, aber wir haben zunächst Mühe einen zu finden. Also ruhig Blut und ein paar Runden drehen. Und siehe da, es klappt. Zentrumsnah parken wir das Auto; preiswert. Für vier Stunden zahlen wir 2,80€. Wir bummeln durch die sehr belebte Innenstadt. Zunächst interessiert uns das Schloss, das heute als Stadthalle genutzt wird, in der auch größere Kunstausstellungen gezeigt werden. Wir haben aber kein Glück. Eine Besichtigung des Gebäudes ist nicht möglich. Schade! Jetzt sitzen wir auf dem Rathausplatz, trinken einen Kaffee und essen Crêpes. Auch gut. Es ist übrigens ein sehr schöner Platz, der auf dem mehrmals in der Woche Markt stattfindet. Hier werden vor allem lokale Produkte verkauft. Aber heute ist kein Markttag.

9-aubenas-6Von der Stadtmauer aus hat man einen herrlichen Blick über das Tal der Ardèche. Unser Bummel führt uns durch enge Straßen, kleine Gassen, anheimelnde Plätze. Überall viele Geschäfte und jede Menge Lokalitäten mit französischen Speisen und Weinen. Mitten drin die Kirche Saint-Laurent und der Dom Saint-Benoit, dessen Turm sofort durch sein Kuppeldach ins Auge fällt.

 

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Schloss in Aubenas

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Blick auf Saint-Laurent

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Dom Saint-Benoit

 

 

 

 

 

Heute Abend genießen wir noch einmal, am Ufer der Ardèche in weichen Sitzkissen den Tag ausklingen zu lassen.

Später verwöhnt uns Umberto wieder mit seinen Kochkünsten und leckerem französischen Wein. Morgen heißt es, aus dem Ardèchetal Abschied zu nehmen. Die Reise geht weiter.

 

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