Strandspaziergang: Von Bansin nach Heringsdorf und zurück

 

09. Februar 2019
Heute müssen wir als Langschläfer zum Frühstück eilen. Noch einmal Glück gehabt. Vielleicht sollte ich doch den Wecker stellen – einfach vorsichtshalber.

 

Gegen 11:30 Uhr starten wir nach Bansin. Ein wunderbarer Wintertag mit strahlend blauen Himmel. Die Sonne lacht. Bei diesem herrlichen Wetter wollen wir eine Strandwanderung von Bansin nach Heringsdorf und zurück unternehmen, so der Plan. 

Von unserem Hotel bis nach Bansin sind es ca. 15 Kilometer, d.h. in knapp 20 Minuten haben wir einen ostseenahen Parkplatz in Bansin erreicht. Das Tagesticket kostet 7€. Das ist der Vorteil eines Winterurlaubs. Jetzt haben wir auf der B 111 freie Fahrt. Davon kann man im Sommer wohl nicht ausgehen. Ein paar Schritte die Badstraße entlang und schon betreten wir den herrlichen Sandstrand. Unser Ziel, das Seebad Heringsdorf, ist ca. 3 Kilometer entfernt.

Gut sichtbar schon von weitem die Heringsdorfer Seebrücke.

 Bansin

Direkt an der Ostsee gelegen ist Bansin eines der drei Kaiserbäder auf Usedom. Zahlreiche Villen im Stile der Bäderarchitektur prägen das Bild des Seebades. Ein breiter, wunderbarer Sandstrand ist sommers wie winters gut besucht. Die Steilküste ist auch nicht weit. Auf einer hölzernen Seebrücke kann man fast 300 Meter hinaus auf die Ostsee spazieren. Hier legen regelmäßig Fahrgastschiffe an, auf denen man eine Sightseeing-Tour entlang der Küste unternehmen kann. Das geht auch ausgezeichnet zu Fuß, denn von Bansin aus kann man auf der längsten Strandpromenade Europas grenzüberschreitend bis ins polnische Swinemünde wandern.

Die Mädchen nehmen den Strand sofort für ihre Turnübungen in Beschlag. Ausgefeilte Choreographien werden immer wieder erprobt. Der Spaß steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Wenn sie keinen Handstand, Überschlag machen, kein Rad schlagen, dann wird fotografiert – dem Handy sei dank. Natürlich müssen die Bilder immer wieder gezeigt und bewundert werden. Sind aber auch eindrucksvolle Aufnahmen. Auch ich habe Glück. Mir gelingt es, eine Möwe beim Verspeisen eines relativ großen Fisches zu fotografieren. Zunächst plagt sie sich am Stand damit ab. Als ihr aber ein paar Menschen zu nahe kommen, fliegt sie mitsamt dem Fisch ein Stück ins Meer. Schwimmend versucht sie, mit fast artistischen Bewegungen den Fisch irgendwie zu schlucken. Ein echtes Schauspiel.

Neben Turnen und Fotografieren hält noch eine dritte Aktivität die Mädchen in Bewegung. Sie suchen am Strand nach Besonderheiten und entdecken viele angespülte Quallen. Die glibberig aussehenden Tiere liegen bewegungslos auf dem Sand. Ob sie tot sind? Man kann fast durch sie hindurchgucken. Es scheint sich um Ohrenquallen zu handeln.

 

Ohrenquallen

sind in Meeren weitverbreitete Nesseltiere. Sie bestehen zu 98% aus Wasser. Im Innern schimmern vier ringförmig angelegten Geschlechtsorgane in verschiedenen rötlichen Farbtönen. Quallen haben ein einfaches Nervensystem, aber kein Herz, kein Blut. Mit Tentakeln fördern sie Nahrung, vor allem Plankton und Wasserflöhe, in die Mundhöhle. Ohrenquallen sind nicht giftig.

 

  

Bei diesen vielen Aktivitäten vergeht die Zeit wie im Fluge. Wir sind in Heringsdorf, dem größten Seebad auf der deutschen Seite der Insel Usedom, angekommen. Obwohl nicht das erste Mal in Heringsdorf, staune ich, wie hügelig der Ort ist. Erst stapfen wir den Berg hinauf, passieren eine Kirche, und laufen bergab in Richtung Seebrücke, die mit mehr als 500 Meter die längste ihrer Art in Europa sein soll. Heringsdorf ist ein schick herausgeputzter Ort mit zahlreihen Gebäuden im Stile der Bäderarchitektur. Nach dem intensiven Strandwanderung meldet sich der Magen: Hunger! Ganz in der Nähe der Seebrücke, genauer gesagt in der Strandpromenade 1, entdecken wir Ciao Ciao, ein italienisches Restaurant, in dem wir ganz ausgezeichnet speisen – und das zu einem moderaten Preis.

  

Nach dem Essen erwartet uns eine Überraschung. Es hatte etwas geregnet und nun leuchtet ein herrlicher, unglaublich farbintensiver Regenbogen am Horizont. Viele Menschen zücken ihre Kamera, um das Naturschauspiel festzuhalten.

Gegen 15:30 Uhr geht es, wieder am Strand entlang, zurück nach Bansin zu unserem geparkten Auto. Wie schon auf dem Hinweg sind Marthe und Agi immerzu mit irgendwas beschäftigt. Es ist eine Freude, Kinder so unbeschwert zu erleben. Ihr Enthusiasmus ist ansteckend. So macht Wandern Freude.

Nach dem Abendbrot spielen wir „Mensch ärgere dich nicht“ als Kartenspiel. Eine gute Beschäftigung, um Spaß zu haben und gleichzeitig zur Ruhe zu kommen.

 

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