Museo de Bellas Artes in Sevilla

 

18. März 2018
Heute scheint die Sonne. Nicht, dass es übermäßig warm wäre, aber es ist eine angenehme Temperatur für eine Städteerkundung. So wandern wir nach dem Frühstück durch enge Gassen ganz gemütlich in Richtung Plaza del Museo (Museumsplatz). Dort befindet sich das bekannte Museo de Bellas Artes (Kunstmuseum). Und es fügt sich glücklich, gerade jetzt gibt es dort eine Sonderausstellung zu Werken des bekannten spanischen Malers Bartolomé Esteban Murillo.
Auf dem Weg dorthin überqueren wir den Plaza San Lorenzo, d.h. wir halten inne und schauen uns diesen repräsentativen Platz genauer an. Zwei Kirchen (oder gar drei?), Bürgerhäuser, Restaurants, Cafés, schattige Plätzchen (wenn die Bäume ihre Blätter getrieben haben), Bänke – ein Ort der Besinnlichkeit und Erholung. Ein Ort des Wohlfühlens. Ein Blick in die Kirchen darf nicht fehlen: reich ausgeschmückte katholische Kirchen, viel Gold, viel Prunk und viele Besucher. 
  

 

Als wir den Museumsplatz erreichen, fällt sofort das regen Treiben auf dem Platz und die Schlange vor dem Museumseingang auf. Wir reihen uns ein und haben Zeit, uns umzuschauen. Künstler aller Art haben ihre Werke ausgestellt und hoffen auf ein interessiertes Publikum, auf Käufer. Schritt für Schritt geht es voran, alles ganz entspannt. Nach 20 Minuten haben wir den Eingang passiert und stehen w vor der Kasse. Hier wartet eine sehr angenehme Überraschung: Freier Eintritt für Bürger der EU. Na das ist doch mal etwas! 🙂 

Das Kunstmuseum, eine ehemalige Klosteranlage, befindet sich in einem überaus beeindruckenden Gebäudekomplex, der sich um drei sehr schön angelegte Innenhöfe erstreckt. Heute sind hier Gemälde aus unterschiedlichen Epochen ausgestellt. Im Erdgeschoss sind Gemälde von sevillianischen Malern aus dem 15. Jahrhundert, Werke der Renaissance (u.a. El Greco, Cranach), des Mannerismus (u.a. Pachero, Vázquez, Pereira) und Naturalismus (u.a. Velázquez, Cano) zu sehen.


Museumshof


Außerdem ist hier in der ehemaligen Kirche des Klosters der Höhepunkt der Ausstellung untergebracht: Gemälde von Bartolomè Esteban Murillo, dem bedeutesten Vertreter der sevillianischen barock-religiösen Malschule; darunter eines seiner bekanntesten Gemälde „Jungfrau mit Kind“ (Virgin oft the Napkin).

Über eine breite repräsentative Treppe gelangt man in das Obergeschoss. Hier warten weitere neun Ausstellungsräume auf die Besucher. Es dominiert die spanische Malerei (u.a. Zurbarán, Cordero, Alpériz) aber auch Vertreter des europäischen Malkunst (u.a. Goya, Brueghel) sind zu bewundern.

 

Zeit für eine Pause

Insgesamt verbringen wir zwei Stunden im Kunstmuseum. Anschließend setzen wir uns eine kleine, sehr hübsch dekoriere Gaststätte und lassen es uns bei Wein und Tapas gutgehen. Für heute haben wir noch den Besuch des Königspalastes geplant. Aber die lange Warteschlage lässt uns unsere Pläne ändern. Diese Visite wird auf morgen verschoben. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Jetzt möchte Lotti unbedingt den Maria-Luisa-Park erkunden, der uns schon bei der Stadtrundfahrt mit dem Bus durch seine Größe, Pflanzenvielfalt und interessanten Gebäude aufgefallen ist. Also spazieren wir zum Park und müssen vor dessen Toren leider feststellen: Er ist geschlossen. Ein Grund ist nicht zu erkennen. Lotti ist wütend und enttäuscht. „Ganz Spanien steht davor und ich auch“, schimpft sie vor sich hin.  

Es dauert eine Weile bis sie ihr inneres Gleichgewicht wieder gefunden hat. So müssen wir erneut umdisponieren. Mit dem Sightseeing-Bus (48-Stunden-Ticket!) fahren wir bis zum Haltestelle 9 „Isla Mágica“.

Unterwegs sehen wir noch einige interessante Bauten und Objekte, wobei einige von ihnen wohl unmittelbar mit der Weltausstellung von 1992 im Zusammenhang stehen, so das Modell der Ariane 4-Rakete.

Wir passieren ein Hochhaus, um das es viel Streit gegeben hat und gibt. Passt solch ein modernes, hohes Gebäude in eine historische Stadt wie Sevilla. Gefährdet es gar deren Status UNESCO-Weltkulturerbe? Der Argentinier Cesar Pelli, Architekt der Türme von Kuala Lumpur, hat das 178 Meter hohe Gebäude entworfen und in einem „moralischen“ Abstand zur Altstadt errichtet.

Der Büroturm steht, aber das Gelände der ehemaligen Expo 92 drumherum wirkt irgendwie öde und verlassen.

Die Haltestelle 9 ist direkt am Ufer des Guadalquivir an der Brücke Puente de la Barqueta (Barqueta-Brücke). Von dieser Brücke aus kann man sehr gut die „einarmige Brücke“, die Puente del Alamillo (Alamillo-Brücke) fotografieren.

„Einarmige Brücke“

Diese Brücke ist schon etwas Besonderes. Sie wurde von dem spanischen Architekten Santiago Calatrava entworfen. Es handelt sich um eine Schrägseilbrücke, die zur EXPO 1992 als erste Schrägseilbrücke der Welt ohne Ankerseile errichtet wurde. Wir sind nicht die einzigen, die hier ihren Fotoapparat zücken. Die Spannseile erinnern an eine Harfe oder?

Am Ufer des Guadalquivir


Langsam trollen wir uns am Ufer des Guadalquivir entlang in Richtung Innenstadt. Zunächst suchen wir das Hotel auf. Beine hochlegen, nichts tun. Das tut gut. Abends machen wir einen Spaziergang zum Herkulesplatz und suchen uns eine gemütliche Gaststätte.  

 

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