Schloss Liebenberg und Museumshof Bergsdorf

 

Schloss und Gut Lie­ben­berg

Park­weg 1, 16775 Löwen­ber­ger Land

Fei­er­tag, der 1. Mai, und das Wet­ter mau­sert sich. Es wird bes­ser als vor­aus­ge­sagt. Die gan­ze Fami­lie macht sich auf den Weg nach Ger­men­dorf zum Tier­park und Urzeit­park. Hier waren wir schon meh­re­re Male und es hat immer allen gefal­len: Ein groß­zü­gig ange­leg­ter Park mit Tier­ge­he­gen, einer Spiel­platz­an­la­ge und einer Seen­land­schaft mit Bade­mög­lich­kei­ten. Nicht zuletzt ein gro­ßer Sau­ri­er­park mit fast 100 Sau­ri­er­skulp­tu­ren. Also alles, was ein Kin­der­herz erfreut. Bei uns schla­gen schon drei Kin­der­her­zen höher. Doch es kommt alles ganz anders. Als wir Ger­men­dorf errei­chen und zum Park­ein­gang fah­ren, sehen wir end­los lan­ge Schlan­gen vor dem Ein­gangs- und Kas­sen­häus­chen ste­hen. Das gibt es doch gar nicht! Hat­ten plötz­lich so vie­le Fami­li­en (meist besu­chen tat­säch­lich Fami­li­en den Park) die glei­che Idee: Auf nach Ger­men­dorf! Der Park­platz, der nun wirk­lich nicht klein ist, ist kom­plett zuge­parkt. Nun ist guter Rat teu­er. Was nun? Zunächst erst ein­mal umdre­hen und aus dem Gewüh­le her­aus­fin­den.

Arne hat die ret­ten­de Idee: Schloss Lie­ben­berg. Er kennt es. Ich selbst hat­te zwar schon davon gehört, war aber noch dort gewe­sen. Ger­men­dorf, das war klar, geht heu­te gar nicht. War­um nicht nach Lie­ben­berg. Las­sen wir uns über­ra­schen. Wir fah­ren in Rich­tung Löwen­berg auf der B96. Es dau­ert nicht lan­ge bis wir Lie­ben­berg errei­chen und vor dem Guts­haus bequem und kos­ten­los par­ken kön­nen.

Und in der Tat, ein Aus­flug dort­hin lohnt sich. Eine lie­be­voll restau­rier­te Schloss- und Guts­hof­an­la­ge mit einem aus­la­den­den, sehr gepfleg­ten Park. Die Kin­der toben sofort aus­ge­las­sen über die Wie­se. Wir legen eine Decke am Ran­de eines Tei­ches aus und berei­ten ein klei­nes Pick­nick vor. Das Wet­ter tut sein Bes­tes: war­me hel­le Son­nen­stah­len nach den vie­len küh­len, nas­sen Tagen. Was für ein Gefühl! Wir lie­gen auf der Decke und genie­ßen. Die Kin­der sau­sen umher und klet­tern auf uralte Bäu­me, deren aus­la­den­de Äste auch zum Klet­tern ein­la­den.
Nach einer aus­ge­dehn­ten Pau­se machen wir uns auf den Weg, die Anla­ge zu erkun­den.  Sue sagt, jetzt feh­len nur noch Tie­re! Kaum gesagt, ste­hen wir vor einem Gat­ter mit einer Schaf­her­de, die ganz zutrau­lich her­an­kom­men und sich strei­cheln las­sen. Bis auf die Läm­mer sind alle Scha­fe gescho­ren. Ganz nackig, das sieht auf den ers­ten Blick etwas selt­sam aus, so “unku­sche­lig”, so ver­letz­lich.
Auf den Schil­dern, die an den restau­rier­ten Gebäu­den ange­bracht sind, lesen wir etwas über die Geschich­te der Anla­ge. Einer der ehe­ma­li­gen Schloss­herrn war Phil­ipp Fürst zu Eulen­burg, ein Ver­trau­ter des Kai­sers Wil­helm II. Zu ver­traut? Stich­wort Eulen­burg-Affä­re, ein Skan­dal Anfang des 20 Jahr­hun­dert. 
Anfang des neu­en Jahr­tau­sends erwarb die Deut­sche Kre­dit­bank (DKB) sowohl Schloss, heu­te ein Hotel, als auch See­haus, heu­te Tagungs­zen­trum. Wei­ter­hin gibt es eine Kapel­le, eine Gale­rie, ein Muse­um (lei­der heu­te geschlos­sen) und einen Hof­la­den.

Nach dem aus­ge­dehn­ten Spa­zier­gang fah­ren wir wei­ter nach Bergs­dorf, einem Orts­teil von Zeh­de­nick.

Muse­ums­hof in Bergs­dorf

Bergs­dor­fer Dorf­stra­ße 1, 16792 Zeh­de­nick OT Bergs­dorf

Es sind nur ein paar Kilo­me­ter und es lohnt den Besuch. Hier hat seit Mit­te der 90er Jah­re der Maler Kurt Müh­len­haupt auf einem Gehöft gelebt und gear­bei­tet. Nach sei­nem Tode im Jah­re 2006 wur­de die Anla­ge ihm zu Ehren und zum Geden­ken in einen Muse­ums­hof umge­wid­met.

 Öff­nungs­zei­ten

Mon­tag: 9–17 Uhr
Diens­tag: 9–17 Uhr
Mitt­woch: 9–16 Uhr
Sonn­abend: 13–18 Uhr
Sonn­tag: 13–18 Uhr

Ein­tritt: frei
(außer bei Ver­an­stal­tun­gen)

Die Geschich­te die­ses Gehöf­tes ist inter­es­sant. Es han­delt sich um einen ehe­ma­li­gen Guts­hof, der sich ein­mal im Besitz der Gra­fen zu Eulen­burg befand. Da schließt sich gewis­ser­ma­ßen unser heu­ti­ger Kreis von Lie­ben­berg nach Bergs­dorf. Aber das ist purer Zufall. Wie das Leben so spielt.  
In der umge­bau­ten Feld­stein­scheu­ne, in der man übri­gens sehr gut Kaf­fee trin­ken und selbst­ge­ba­cke­nen Kuchen essen kann, sind vie­le sei­ner Bil­der und Gra­fi­ken aus­ge­stellt. Müh­len­haupt sah sich als ein „Maler der Lie­be“. Im Mit­tel­punkt sei­ner Arbei­ten ste­hen oft die „klei­nen Leu­te“. Als ein Ber­li­ner Milie­u­ma­ler pfleg­te er einen sehr eige­nen Stil zwi­schen nai­ver Male­rei und Expres­sio­nis­mus.   

Neben der Male­rei betä­tig­te er sich als Bild­hau­er. Über­all im Hof kün­den die vom ihm geschaf­fe­nen Dudu-Zwer­ge von sei­nem kera­mi­schen Arbei­ten. Auch der Feu­er­wehr-Brun­nen auf dem Mari­an­nen­platz in Ber­lin-Kreuz­berg stammt von ihm.

Und nicht zuletzt ent­de­cken wir Kurt Müh­len­haupt auch als Schrift­stel­ler. Sei­ne auto­bio­gra­fi­schen Bücher sind hier eben­falls aus­ge­stellt und kön­nen, wie vie­le sei­ner Wer­ke, käuf­lich erwor­ben wer­den.

Auch im gro­ßen Vier­seit­hof gibt es vie­les zu ent­de­cken – mit­ten­drin ein wun­der­schö­ner Teich. Die Esel­da­me Dona Joana und das Hän­ge­bauch­schwein Lil­li­fee haben es den Kin­dern ange­tan. Die Tie­re sind ganz zutrau­lich. Unter Auf­sicht kön­nen die Kin­der den Esel strei­cheln und strie­geln. Das las­sen sie nicht zwei­mal sagen. Über­haupt haben Kin­der hier frei­en Aus­lauf, kein Still­sit­zen und War­ten. Toben und Ent­de­cken ist ange­sagt.

 

Eine zwei­te Scheu­ne (ich den­ke, das war mal eine ganz nor­ma­le Scheu­ne) ist zu einem Aus­stel­lungs- und Ver­an­stal­tungs­ort umge­baut. Eini­ge abs­trak­te Bil­der sind aus­ge­stellt, ein Kla­vier war­tet auf sei­nen Ein­satz und ein altes Gram­mo­phon scheint zu sagen, ich bin auch noch da.

Als inter­es­sier­te Besu­cher wer­fen wir auch einen Blick in das Ate­lier. Es sieht so aus, als wäre der Künst­ler gera­de ein­mal weg­ge­gan­gen und wird jeden Augen­blick sei­ne Arbeit wie­der auf­neh­men. Eine bemer­kens­wer­te Idee der Ehrung.   
Heu­te ist hier ein ruhi­ger Tag. Nach einem aus­führ­li­chen Rund­gang las­sen wir es uns bei Kaf­fee und Kuchen gut gehen. Der Muse­ums­hof hat einen Ver­an­stal­tungs­ka­len­der, der von Lesun­gen, Aus­stel­lun­gen bis zu Kon­zer­ten reicht. Wer Inter­es­se hat, soll­te hier ein­mal nach­stö­bern.  

 

Ein Kommentar zu “Schloss Liebenberg und Museumshof Bergsdorf

  1. Stefie

    Hi Ilo­na,
    na wie wunderbar…Schloss Lie­ben­berg habe ich auch schon in die­sem Jahr besich­tigt und fand das Aus­flugs­ziel ins­ge­samt sehr schön. Zu emp­feh­len wäre hier auch das lecke­re Brunch-Ange­bot im Schloss-Restau­rant 🙂 LG

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