Reisetag nach Saint-Malo

18.09.2016

Heu­te heißt es Abschied neh­men. Wir ver­las­sen Roche­fort in Neu-Aqui­ta­ni­en und machen uns auf den Weg in der Bre­ta­gne nach Saint-Malo. Die kür­zes­te Stre­cke beträgt ca. 350 Kilo­me­ter. Zunächst steu­ern wir die Auto­bahn an. Aber wir sind uns unschlüs­sig. Um etwas mehr vom Lan­des­in­ne­ren zu sehen, wol­len wir ein Stück über Land fah­ren. Dabei sagen wir uns, kein Pro­blem, wir haben heu­te viel Zeit. Die Idee wird in die Tat umge­setzt und nun geht es über Land­stra­ßen. Das ist beschau­lich, ja gemüt­lich, aber wir haben den Zeit­fak­tor total unter­schätzt. Nach drei Stun­den haben wir zwar vie­le schö­ne land­schaft­li­che Ein­drü­cke gesam­melt, sind aber kaum vor­an­ge­kom­men. Lot­tis Befürch­tun­gen: Wenn das so wei­ter geht, errei­chen wir Saint-Malo heu­te nicht mehr und müs­sen im Auto über­nach­ten. Ja, da ist etwas dran. Wir schwen­ken in Rich­tung Auto­bahn ein. Bis wir die­se errei­chen, dau­ert es zwar noch eine gan­ze Wei­le, aber dann geht es zügig vor­an.

18-saint-malo-hotel-ascottIn Saint-Malo ist es kein Pro­blem, unser Hotel Ascott in der Rue du Cha­pit­re im Stadt­teil St. Ser­van zu fin­den. Es ist eine alte mon­dän aus­se­hen­de Stadt­vil­la mit einem grö­ße­ren Hof, auf dem wir par­ken kön­nen. Auch die­ses Hotel haben wir über booking.com gebucht.

Nun sind wir in Saint-Malo, der Stadt, der eine aben­teu­er­li­che, wil­de Ver­gan­gen­heit zuge­schrie­ben wird. Von hier aus mach­ten fran­zö­si­sche See­räu­ber bis ins 19. Jahr­hun­dert Jagd vor allem auf eng­li­sche und hol­län­di­sche Schif­fe, um die­se zu kapern. Dar­über gibt es vie­le Geschich­ten, fest­ge­hal­ten in Erzäh­lun­gen, Roma­nen und Fil­men. See­räu­ber, Pirat, Frei­beu­ter, Kor­sar? Was ist eigent­lich der Unter­schied bzw. gibt es über­haupt einen Unter­schied?

Kor­sa­ren

Wäh­rend Pira­ten auf eige­ne Rech­nung ihre Raub­zü­ge unter­neh­men, sind Kor­sa­ren mit einem staat­li­chen (könig­li­chen) Kaper­brief aus­ge­stat­tet. Ein Teil ihrer Beu­te geht ver­trag­lich fest­ge­legt an den Staat. Es gab eine Rei­he von Kor­sa­ren, die es zu hoher gesell­schaft­li­cher Aner­ken­nung und Reich­tum brach­ten: zum Bei­spiel Robert Sur­couf in Frank­reich und Fran­cis Dra­ke in Eng­land.

Am spä­ten Nach­mit­tag machen wir einen ers­ten Erkun­dungs­rund­gang, der uns durch den Stadt­teil St. Ser­van zur Kir­che St. Croix an die Bucht mit dem Soli­dor-Turm führt. Es ist fast 18 Uhr und zu spät, um dem mari­ti­men Turm­mu­se­um einen Besuch abzu­stat­ten. Scha­de. Wir genie­ßen den unver­stell­ten Blick in die Bucht, in der die Boo­te noch im Schlick­bo­den gefan­gen sind.

18-saint-malo-hafen-1Unser Spa­zier­gang führt uns auf eine Anhö­he, von der wir einen wun­der­ba­ren Blick auf den impo­san­ten Hafen von Saint-Malo haben. Die­ser besteht aus einem Vor­ha­fen für den Fähr­be­trieb nach Eng­land und einem Haupt­ha­fen, der sich wie­der­um in vier Becken glie­dert.  Die­se vier Hafen­be­cken des Haupt­ha­fens sind durch eine gewal­ti­ge Dock­schleu­se geschützt. Das über­rascht nicht, wenn man weiß, dass es in der Bucht von Saint-Malo einen der größ­ten Gezei­ten­un­ter­schie­de Euro­pas gibt. Bis zu zwölf Meter kann die Dif­fe­renz zwi­schen Nied­rig­was­ser und Hoch­was­ser betra­gen.

18-saint-malo-restaurant

La Table d’Adelaide

Lang­sam machen wir uns auf den Rück­weg und suchen uns ein Restau­rant in der Nähe des Soli­dor-Tur­mes. Zunächst müs­sen wir uns noch gedul­den, erst ab 19 Uhr sind Gäs­te will­kom­men. Die­se Rege­lung ken­nen wir schon. Man stellt sich dar­auf ein. Das Essen ist aus­ge­zeich­net: Kabel­jau (Codfish) mit Reis und Gemü­se; dazu ein frisch gezapf­tes Bier.

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