Reisetag in die Ardèche

06.09.2016

Gegen 10.00 Uhr brechen wir auf. Gestärkt durch ein reichhaltiges schwarzwälder Frühstück geht es nun nach Frankreich. Straßburg und Colmar waren es ja nur Stippvisiten. Jetzt ist unser Ziel die Ardèche. Über 650 km liegen vor uns. Wir fahren Autobahn, die ist zu großen Teilen in Frankreich mautpflichtig. Auf dieser Strecke (A39) werden wir dreimal zur Kasse gebeten: 3,70€, 27,19€ und 10,12€. Interessanterweise hat fast jede Mautstation ein etwas anderes Bezahlsystem (oder wir benutzen immer unterschiedliche Durchfahrten). Mal Geld einwerfen, dieses also bereithalten, dann nur mit Kreditkarte zahlen, manchmal streckt sich auch eine Hand aus dem Häuschen.

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Pavillon des Cercles


Aber die Autobahn A39 ist echt klasse. Eine rötlich schimmernde Fahrbahn, keine Holper, keine Baustelle, wenig Verkehr. In aller Ruhe rollen wir mit 130 kmh dahin. An der Raststätte Aire du Jura bei Arlay machen wir einen Stopp, etwas essen und trinken und Beine vertreten. So ein schöner Tag. Die Raststätte ist mit einer großzügigen Picknickwiese ausgestattet. Bei unserem Herumspazieren entdecken wir ein merkwürdiges, sehr futuristisch aussehendes Bauwerk, das mitten in einem künstlich angelegten Teich steht, in dem sogar Fische schwimmen. Nach Recherchen wissen wir, es handelt sich um den Pavillon des Cercles, ein Gebäude, das der vor gut 200 Jahren von dem Architekten Claude Nicolas Ledoux entworfen, aber erst jetzt gebaut wurde. Leider ist das Ausstellungszentrum geschlossen. Schade!
Nach einer guten Stunde setzen wir unsere Fahrt fort. Im Lyon herum wird es eng – im wahrsten Sinne des Wortes. Wir biegen in dem Fahrbahngewirr falsch ab. Der Navi orientiert sich neu und leitet uns in den Kreisel zurück. Das Ganze noch einmal von vorn . Irgendwie klappt es jetzt. Was wäre ohne Navi, einfach nicht daran denken. Auf der A7 fahren wir bis zu Loriol (Abfahrt 16). Hier biegen wir auf die D104 in Richtung Aubenas ab, von dort weiter auf der N102.

Unterwegs werden wir von dem Pensionswirt unserer neuen Unterkunft angerufen, zu unserer Überraschung auf Deutsch. Das macht die Kommunikation einfach. Er fragt an, wann wir eintreffen werden und ob wir zu Abend dort essen wollen. Prima. Da sagen wir nicht nein.

Die Landschaft wird immer beeindruckender, aber wenn wir durch Ortschaften kommen, strahlen die Häuser links und rechts der Straße keinen Reichtum aus. Dann meldet der Navi: Sie haben ihr Ziel erreicht. Aha, aber wo ist die Pension. Wir überqueren die Ardèche, gleich hinter der Brücke geht es rechts ab auf einen unbefestigten Weg. Der führt zum Maison Sous Le Pont direkt am Ufer der Ardèche. Traumhaft.

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Maison Sous Le Pont

Maison Sous Le Pont in Neyrac Bas 07380, Meyras, ist eine kleine Pension im Naturschutzgebiet. Vier Zimmer werden vermietet. Der Pensionswirt Umberto ist ein Hobbykoch, der jeden Abend seine Gäste mit einem 4-Gang-Spezialitätenmenü verwöhnt. Ab halb acht wird serviert: Aperitif – Vorspeise – Hauptspeise – Nachspeise – Espresso und Likör. Dazu Wein aus der Region und leise Klaviermusik, dargeboten von Sohn der Familie, einem jungen Mann, der zur Zeit unseres Aufenthalts dort seine Ferien verbringt. Im Hintergrund rauscht die Ardèche – schon ein Ort zum Genießen und Entspannen.

  

 

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