Plauen im Vogtland

 

2. August 2019

Die Anstrengung der gestrigen Wanderung steckt uns noch in den Knochen. So dauert es eine Weile bis wir in Gang kommen. Heute wollen wir nicht wandern, heute wollen wir uns Plauen anschauen. Plauen ist Kreisstadt und mit gut 66.000 Einwohnern die größte Stadt im Vogtland. Allerdings hat Plauen schon andere Zeiten erlebt. 1912 lebten fast 130.000 Menschen in der Stadt. Wer kennt nicht den Begriff „Plauener Spitze“? Mitte des 19. Jahrhunderts kamen die ersten Jacquard-Webstühle ins Vogtland und so auch nach Plauen.

Also auf nach Plauen. Einigen Baustellen und Umwegen geschuldet erreichen wir nach einer knappen Stunde Plauen. Im Parkhaus „Landratsamt Plauen“ in der Rädelstraße parken wir das Auto.

Cartoons „Vater und Sohn“

Auf geht es zur Stadterkundung. Nach ein paar Schritten haben wir bereits die Bahnhofstraße, eine der Hauptstraßen, erreicht. Es ist mein erster Besuch in Plauen und ich staune über die zum Teil großstädtische Bebauung. Immer wieder fallen uns zwei Figuren auf, ein schnurbärtiger Mann und ein Junge, die ich von irgendwoher zu kennen glaube. Fällt mir bestimmt noch ein. Wir kommen zum Postplatz, offensichtlich der innerstädtische Verkehrsknotenpunkt nicht nur für den Autoverkehr, sondern auch für die Straßenbahnen. In Plauen verkehren 5 Straßenbahnlinien.

Vogtlandtheater

In unmittelbarer Nachbarschaft vom Postplatz befindet sich der Theaterplatz mit einem repräsentativen Theatergebäude im neoklassizistischen Stil. Die Bahnhofstraße wird zum Unteren Graben, der direkt zu Rathaus führt. Hier ist auch die Touristeninformation untergebracht. Jetzt fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Der schnurbärtige Mann mit dem Jungen an seiner Seite sind von Erich Ohser (1904-1944) geschaffene Vater-und-Sohn-Comicfiguren. In der Plauener Nobelstraße befindet sich in Nachbarschaft des Vogtlandmuseums das Erich-Ohser-Haus, davor eine Plastik der Cartoons Vater und Sohn.

Wir bummeln weiter über den Altmarkt in Richtung der Weberhäuser, ein Viertel, das uns empfohlen wurde anzuschauen. Es handelt sich um die älteste Häuserzeile in Plauen, kleine Häuschen romantisch am Mühlgraben gelegen. Diese Häuser, damals vor der Stadtmauer gelegen, waren im Mittelalter, also so etwa vor 500 Jahren, die Farbhäuschen der Tuchmacher. Heute fungieren sie als Hexenhaus, Töpferhaus, Holzhaus, Filzhaus und Stoffhaus und werden für kunstwerkliche Aktivitäten genutzt. Heute ist leider alles geschlossen, auch die hinter einer grünen Blätterwand verborgene Gaststätte. So kehren wir unterhalb der Johanniskirche um.

Es ist drückend warm. Von gestern auch immer noch müde suchen wir einen Platz zum Ausruhen und Essen. Am Klostermarkt werden wir fündig: Trömel – Café und Restaurant. Noch weiß ich nicht, welch historische Geschichte diese Gaststätte aufweist. Jetzt sitzen wir erst einmal unter einem Sonnenschirm und bestellen Essen und Getränke. Agi bleibt bei Nudeln mit Bolognese, Marthe und ich versuchen die Trömel Bambes – eine lokale Spezialität. Einfacher gesagt: Kartoffelpuffer hier mit Schweinemedaillons und Salat. Wirklich zu empfehlen.


Bergkuppe vor Brotenfeld

In der näheren Umgebung von Plauen könnten wir die Drachenhöhle, eine Tropfsteinhöhle in Syrau, besuchen und am Stadtrand die Falknerei Herrmann. Von April bis November bietet die Falknerei täglich (außer montags) um 15 Uhr einstündige Vorstellungen mit Greifvögeln und Eulen an. Das wäre doch was, zumal wir im letzten Jahr auf der Burg Falkenstein eine solche durchaus beeindruckende Darbietung erlebt haben. Aber wir sind einfach zu müde. Ein Eis geht noch. Aber dann machen wir uns wieder auf den Rückweg nach Brotenfeld. Was für eine schöne, beruhigende Landschaft!

 

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