Picasso-Museum, Aquarium und Schifffahrtsmuseum

 

3. Mai 2019

Nach drei verwöhnenden Sonnentagen nun das: Regen! Regen! Regen! Sicher die Natur nimmt das Nass dankbar auf, egal wie unpassend Touristen das finden. Regen ja, aber jetzt?

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den uns bereits bekannten Weg zum Picasso-Museum – mit den Eintrittstickets in das Tasche!

Einer der Innenhöfe im Picasso-Museum

Schon der bauliche Museumskomplex ist beeindruckend. Fünf repräsentative historische Bürgerhäuser mit den typischen Innenhöfen wurden zusammengelegt und für eine Ausstellung von Kunstwerken umgestaltet.

Picasso-Museum
Montcada 23, 08003 Barcelona

Öffnungszeiten
Di-So: 9-19 Uhr

Do: 9-21:30 Uhr
(ab 19 Uhr frei)
Mo: geschlossen

Eintritt Sammlung und Ausstellungen
Erwachsene: 12€

Ermäßigt: 7€
Kinder/ Jugendliche: frei

Eintritt Ausstellungen
Erwachsene: 6,50€

Ermäßigt: 4,59€
Kinder/ Jugendliche: frei

Pablo Picasso (1881-1973), einer der Begründer des Kubismus, verbrachte seine Jugend in Barcelona. Aufgrund dieser Tatsache konzentriert sich das Museum, das zu Lebzeiten des Malers 1963 eröffnet wurde, auf dessen Jugendwerke.

3700 Werke von Picasso aus dessen früher Schaffenszeit sind ausgestellt. Auf einer Schautafel ist zu lesen, dass Picasso zu Selbststudienzwecken im Madrider Prado Werke von Velázquez, Murillo und Tizian kopiert hat. So ist es auch nicht überraschend zu entdecken, dass Teile seiner 48 Werke umfassenden Studie von Velázquez „Las Meninas“ aus dem Jahre 1957 in diesem Museum präsentiert werden. Picasso hat sie 1968 dem Museum als Geschenk übereignet.

Ein Besuch dieses Museums ist sehr empfehlenswert. Über die Innenhöfe begeben wir uns von einem Ausstellungssaal in den nächsten. Zwischendurch immer ein Blick nach draußen. Der Regen hat zugenommen. Als wir das Museum nach ca. 1,5 Stunden verlassen, kauft sich jeder von uns für 5€ einen Regenschirm, die ein cleverer Verkäufer am Ausgang anbietet. Besser einen Billigschirm als gar keinen bei diesem Wetter – auch wenn ich mir gleich der ersten Aufspannaktion den Finger einklemme.

Lotti und Eva machen sich auf den Weg zur Kathedrale. Sie wollen den verschobenen Besuch nachholen. Ich möchte das Aquarium und das Schifffahrtsmuseum aufsuchen. Also trennen wir uns bis zum Abend. Treffpunkt ist das Hotel.

Das Aquarium hatte ich schon in den Tagen zuvor im Hafengelände gesehen und habe kein Problem es zu finden. Aber dann der Schock! Wieder eine Menschenmenge. Klar bei diesem Wetter ist das Aquarium ist bevorzugter Ausflugsziel. Die Leute stehen in einer sage und schreibe 10mal gewundenen Warteschlange. Was bleibt mir anderes übrig als mich einzureihen? Es geht nur langsam vorwärts. Nach gut 1,5 Stunden habe ich eine der zwei Kassen erreicht und kann ein Ticket für (ermäßigt!) 19€ kaufen. Nicht gerade günstig, aber die Warterei ist vorbei. Ein großzügiges Aquarium, das neben vielen kleineren Schaubecken ein Riesenbecken in Form eines Unterwassertunnels besitzt. In den kleineren Bassins schwimmen u.a. Seepferdchen, Clownfische wie „Nemo“ und Doktorfische wie „Dori“. Diese sind bekannt. Das merkt man sofort an der Reaktion der Kinder. Das Ozeaneum kann man in einem 80 Meter langen Unterwassertunnel auf einem Laufband stehend langsam umfahren. Hier tummeln sich Haie, Rochen, Mondfische, Störe, Muränen, …, die man auf diese Weise aus allen Perspektiven beobachten kann. Das ist schon beeindruckend.

Eine Gruppe von Humboldt-Pinguinen steht auch hoch in der Gunst der Kinder. Sie watscheln übers Eis, tauchen ab ins Wasser, klettern an Land, putzen sich – die Kinder sind begeistert.


Als ich das Aquarium nach ca. zwei Stunden verlasse, regnet es noch immer. Deshalb suche ich das gegenüberliegende Shopping-Center auf und schaue mich nach Mitbringsel für die Enkel um. Ich werde auch fündig. Prima.

Aber dem Regen kann ich nicht entkommen. Das Schifffahrtsmuseum, das noch auf meiner Interessenliste steht, ist gar nicht so weit entfernt. Bei normalem Wetter ein schöner Spaziergang über eine lange Fußgängerbrücke, die über das Hafengelände führt, dann die Hauptstraße überqueren und schon ist man da. Zum Glück habe ich den 5€-Schirm. Der hat sich schon bezahlt gemacht – ohne Schirm, nicht auszudenken.

Das Schifffahrtsmuseum (Museu Maritim de Barcelona) ist passender Weise in einer ehemaligen Werftanlage (Drassanes) untergebracht. Vor dem Rundgang mache ich in der Cafeteria eine Pause und nehme eine Stärkung zu mir. Hier ist alles modern, gemütlich und ohne Hektik. Beim Ticketkauf (ermäßigt 5€) kein Anstehen. Die ersten Werftanlagen stammen aus dem 13. Jahrhundert. Bis ins 18. Jahrhundert wurden Kriegs- und Handelsschiffe gebaut. Barcelona war im Mittelmeerraum zu jener Zeit eine ernstzunehmende Seemacht. Diese Geschichte wird entlang der Stationen des Produktionsprozesses im damaligen Schiffbau in Filmsequenzen nachvollzogen und durch entsprechende Ausstellungsstücke dokumentiert. Ein Höhepunkt ist sicher der originalgereue Nachbau der 60 Meter langen Rudergaleere „La Real“ („Die Königliche“). Als Flaggschiff führte sie 1571 die Armada der Heiligen Liga (Königreich Spanien, Republik Genua und Republik Venedig) bei der Schlacht vor Lepanto an, bei der die osmanische Kriegsflotte besiegt wurde. An dieser Schlacht nahm übrigens der Schriftsteller Miguel de Cervantes als einfacher Soldat teil. Seine Erlebnisse – er wurde durch drei Schüsse verletzt – ließ er in seinen Roman „Don Quijote“ einfließen.

Ein weiteres interessantes Modell stellt die „Victoria“ dar, eines von fünf Schiffen, mit denen Ferdinand Magellan 1519 sein Vorhaben einer Weltumseglung begann. Fast drei Jahre später kehrte die Victoria als einziges Schiff nach erfolgreicher Erdumrundung zurück in den Heimathafen.

Das Schifffahrtsmuseum befindet sich in unmittelbarer Nähe der La Rambla, sodass ich eine für meinen Rückweg zum Hotel eine gute Orientierung hatte. Es regnet noch immer. Mein Versuch, Kolumbus, der auf einer hohen Säule stehend über den alten Hafen hinaus zeigt, zu fotografieren, fällt im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Schade. Kolumbus wurde 1493 nach seiner Rückkehr aus Amerika vom spanischen König Ferdinand II. in Barcelona empfangen und für seine Entdeckung der Neuen Welt gefeiert. Dieses Denkmal wurde anlässlich der Weltausstellung 1888 in Barcelona eingeweiht.

Auf dem Rückweg nutze ich so oft es geht Passagen, um zum Hotel zu gelangen. Das scheint eine Welt für sich zu sein, ist mir vorher gar nicht aufgefallen. Meine beiden Gefährtinnen warten schon. Wir machen uns auf den Weg zur La Rambla und finden dort auch recht schnell eine passende Lokalität. Wir stoßen auf die schöne Zeit in Barcelona an.

Morgen heißt es: Adios Barcelona. Ein Flieger bringt uns zurück nach Berlin.

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