Peenemünde: Phänomenta und U-Boot-Museum

 

08. Februar 2019

Heute fallen wir schon früh aus dem Bett und sind gestiefelt und gespornt vor 9 Uhr im Frühstücksraum. Das alles ohne Wecker und ohne Not. Ich staune!

Nach dem Frühstück folgt noch „Lerneinheit“. Agi vertieft sich in ihr Französisch-Buch. Marthe schreibt die gestrigen Matheaufgaben fein säuberlich ab.

Inzwischen durch kommt ein Hausmeister, der eine Glühlampe auswechselt und nach dem Fernseher schaut. Ja, der Fernseher. Das ist und bleibt ein Ärgernis. Das Bild fällt immer sich zusammen und ist total verpixelt. Das ändert sich bis zum Schluss unseres Aufenthalts – trotz mehrmaliger Reklamationen – auch nicht. Schade.

Gegen 11 Uhr starten wir mit dem Auto nach Peenemünde. Auf unserer Fahrt passieren wir die Seebäder Trassenheide und Karlshagen. Nach einer knappen halben Stunde rollen wir auf den Phänomenta-Parkplatz.

Um diese Jahreszeit ist es kein Problem, eine Parkmöglichkeit in Peenemünde zu finden. Es gibt mehrere Parkplätze. Für 2 Euro kann man auf dem Parkplatz der Phänomenta solange Parken, wie man möchte.

Phänomenta Peenemünde
Museumstraße 12

17449 Peenemünde

Öffnungszeiten
15.03. – 04.11.

26.12. – 06.01.
01.02. – 03.11.
Täglich 10 – 18 Uhr

Eintritt
Erwachsene: 9,00€

Kinder: 7,00€

Phänomenta – das ist ein interaktiver Erlebnisraum auf 2500 Quadratmeter, in dem man auf zwei Etagen (leider ohne Lift) an 300 Stationen mit naturwissenschaftlichen Phänomenen konfrontiert wird. Vor allem: man kann alles selbst ausprobieren. Die Wirkungen der physikalischen Experimente sind oft so überraschend und man fragt sich, ob man wirklich seinen Sinnen trauen kann. Unterschiedliche Spiegelkonstruktionen zeigen verblüffende optische Phänomene. Die Wirkung der Hebelgesetze wird durch das Anheben eines Autos bzw. durch verschiedene Rollenkonstruktionen (Flaschenzug) auf beeindruckende Weise demonstriert. Wie funktioniert die Blindenschrift? Wie kann eine stabile Brücke ausschließlich mit leichten Holzbrettchen gebaut werden? Laut Leonardo da Vinci ist das mit ein wenig Geschickt leicht zu schaffen. Unglaublich, man schlägt auf eine große Pauke und in einer Entfernung von ca. 3 Meter erlischt eine brennende Kerze. Und die Gesichtsmasken. Man schaut in das Gesicht und egal von welcher Seite das geschieht, immer hat man den Eindruck, dass das Maskengesicht einen anschaut. Alle Kinder haben viel Spaß in dem Seifenblasenraum. Sie können so große Seifenblasen erzeugen, dass die Seifenblase sie umhüllt. Gegenüber fordert eine Kletterwand die Geschicklichkeit der Kinder heraus. Weitere Experimente sind u.a. Lichtmischer, Kugelwettlauf und Resonanzpendel. Im Bistro gönnen wir uns eine Pause und nehmen eine kleine Stärkung zu uns.

Eine Lautsprecherdurchsage kündigt die Lasershow an. Das dürfen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Der Raum ist völlig dunkel. Musik erklingt. Dann zucken bunte Laserstrahlen durch die Dunkelheit und zaubern die verschiedensten Muster in den schönsten Farben. Das Spektakel dauert etwa eine Viertelstunde. Später finden wir uns in diesem Saal zu einer weiteren Vorführung ein: Eine Tornadoflamme wird entzündet. Es gäbe noch Vieles zu entdecken. Aber wir sind jetzt schon über drei Stunden hier und die Konzentration lässt nach. Doch vor dem Verlassen der Phänomenta lässt es sich Agi nicht nehmen, den Astronautentrainer auszuprobieren. Mein Gott, horizontale und vertikale Drehbewegungen im schnellen Wechsel machen ihr gar nichts aus. Als das Gerät gestoppt wird, steigt sie putzmunter aus dem Sitz. Mit dieser Physis kann sie sich als Astronautin bewerben.

Tschüs Phänomenta, war eine tolle Erfahrung. Jetzt wollen wir aber noch das im Peenemünder Hafen vertäute U-Boot uns anschauen.

Das noch aus sowjetischen Zeiten stammende U-Boot U-461 ist seit Ende der 90er Jahre ein Museumsschiff. Wir informieren uns: Es ist das letzte noch existierende U-Boot seiner Klasse und das größte gebaute konventionelle, also mit Dieselmotoren betriebene U-Boot seiner Zeit. In der Tat, wir stehen vor einem gigantischen grauen Stahlkoloss: gut 85 Meter lang und fast 10 Meter breit.

U-Boot Museum
17449 Peenemünde

Haupthafen 

Öffnungszeiten
01.05. – 30.06.: 10 – 17 Uhr

01.07. – 15.09.: 09 – 19 Uhr
16.09. – 15.10.: 10 – 17 Uhr
16.10. – 30.04.: 10 – 15 Uhr

Eintritt
Erwachsene: 7,00€

Kinder: 4,00€
Familienkarte: 14,00€

Die Familienkarte ist für uns das günstigste Ticket. In dieser Jahreszeit drängeln sich nicht viele Schaulustige um das U-Boot.

Auf zu neuen Taten. Über einen Steg klettern wir in das Boot; eine riesige Röhre mit acht Sektionen. Der erste Eindruck: Alles ist furchtbar eng. Hier sollen an die 80 Seeleute wochenlang gelebt haben. Einfach unvorstellbar, wenn man die winzigen Kajüten sieht, eingelassen in jede kleinste verfügbare Ecke; wenn man weiß, an Bord gibt es nur drei Toiletten und eine Dusche. Andererseits ist nur ein Drittel des U-Bootes über der Wasseroberfläche sichtbar. Das gesamte Schiff hat die Höhe eines sechsstöckigen Hauses, d.h. wir bekommen nur einen kleinen Teil zu Gesicht.

Der Gang durch das Schiff erfordert eine gewisse Beweglichkeit. Die acht Schiffsektionen können im Alarmfall in kürzester Zeit durch Stahltüren hermetisch abgeschottet werden. Jetzt sind diese natürlich geöffnet – kreisrunde Luken, die man auf irgendeine Art und Weise passieren muss. Die eleganteste Art und Weise wäre ein sportliches Durchschwingen; weniger elegant ein mühseliges Durchklettern. Durch Geräusche und Kommandos soll die Atmosphäre während einer Tauchfahrt erlebbar gemacht werden. Lebensgroße Puppen verkörpern Matrosen und Offiziere in unterschiedlichen, an Bord typischen Tätigkeiten. Agi findet sie gruslig, Marthe ist da entspannt: Sind doch nur Puppen! Ich finde dagegen den Anblick der Waffen, Torpedos und Marschflugkörper gruslig. Das will ich mir gar nicht vorstellen.

Nach der U-Boot-Besichtigung machen wir noch einen ausgedehnten Spaziergang durch Peenemünde, ehe wir uns gegen 17 Uhr auf die Rückfahrt in das 25 Kilometer entfernte Koserow machen. Ich darf nicht vergessen, für das Abendessen einen Tisch zu bestellen. Heute scheint der Andrang auf die Gaststättenplätze besonders groß zu sein. Wir bekommen nur noch einen Tisch für 18 Uhr. Aber das ist kein Problem. Wir sind flexibel und – hungrig.

 

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