Naturkundemuseum – T-Rex Spezial

Berliner Naturkundemuseum
Invalidenstraße 43, 10115 Berlin

Naturkundemuseum


Heute besuche ich mit Agi das Museum für Naturkunde. Agi ist fast 10 Jahre alt. Die Saurier zu sehen, das war ihr Wunsch. Das Naturkundemuseum befindet sich in einem außerordentlich imposanten Gebäudekomplex, der von dem Architekten August Tiede (1834-1911) errichtet wurde. Im Erdgeschoss befinden sich die Ausstellungssäle, die oberen Stockwerke beherbergen umfangreiche naturkundliche Sammlungen und Forschungsstätten. Im Februar 1945 wurde der Ostflügel des Museums durch Bomben vollständig zerstört. Erst im Jahre 2006 begann der Wiederaufbau. Nach vierjähriger Bauzeit wurden die so genannten Nass-Sammlungen, also in Alkohol konservierte Präparate, dort untergebracht und sind der Öffentlichkeit zugänglich.
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Allosaurus


Das Museum für Naturkunde in Berlin ist nicht nur ein Ausstellungsmuseum, sondern auch ein Forschungsmuseum. Letztes war vielleicht auch ein Grund, warum die Eigentümer des T-Rex-Skeletts Berlin als ersten Ausstellungsort gewählt haben. Doch dazu später. Jetzt stehen wir an der Kasse und kaufen unsere Eintrittskarten: 5€ für mich (ermäßigt für Rentner); 4€ das Kind. Sobald wir das Gebäude betreten haben, schaut uns auch schon ein Saurier an. Er streckt seinen Kopf durch einen Bogen in den Eingangsflur: Willkommen!
Natürlich sind Kinder sofort begeistert. Wie riesig! Wie er guckt! Hat der viele Zähne! Es ist ein Allosaurus und die Zähne zeigen es:  Er ist zweifelsohne ein Fleischfresser. Und, da staunen nicht nur Kinder, diese Sauriergruppe gehört zu den Vorfahren der Vögel. 
Die kindliche Begeisterung erfährt noch eine Steigerung beim Betreten des Lichthofs, in dessen Mitte das Skelett eines Brachiosaurus, dem größten aller Saurier aufgebaut ist. Brachiosaurier lebten vor 150 Millionen Jahren. Sie waren reine Pflanzenfresser.
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Brachiosaurus


Kinder imponiert die schon fast unheimliche Größe: das Skelett ist 13,27 Meter hoch und 15,50 Meter lang. Natürlich hat so ein Riesentier auch ein gewaltiges Gewicht: 50 Tonnen soll dieser Saurier gewogen haben. Allein sein Herz brachte 400 Kilogramm auf die Waage. Das ist für Kinder unvorstellbar. Vielleicht hilft ein Vergleich: 7 bis 10 ausgewachsene Elefantenbullen entsprechen mit ihrem Gewicht ungefähr dem eines Brachiosaurus. Auch hier höre ich viele interessante Kinderfragen: Wie kann er seinen langen Hals nur halten? Wie kommt das Blut in seinem Kopf? Der hat so einen kleinen Kopf, der war bestimmt nicht schlau.
Agi hat ihren Fotoapparat gezückt. Sie geht – ganz in sich versunken – von Saurier und Saurier und versucht diese möglichst vollständig auf ein Bild zu bannen. Kein leichtes Unterfangen. Bei einem Knochenpräparat bleibt sie stehen. Die Knochen sind hohl – wie die der Vögel! Aha! Dann entdeckt sie die interaktiven Fernrohre, vor denen schon einige Kinder warten.  Warten lohnt sich. Wenn man durch so ein Animationsfernrohr blickt, sieht man, wie sich die hier ausgestellten Skelette nach und nach in lebendige Tiere verwandeln, die laufen, fressen, kämpfen.
Im nächsten Raum wird das System Erde thematisiert. Auf einem drei Meter hohen Globus veranschaulichen Animationen wie sich die Erde ständig verändert, wie sich Landmassen verschieben, Vulkane, Erdbeben, Temperaturen die Erde verändern, wie Gebirge und Meere entstehen und wieder verschwinden, wie die Erde von den Vorgängen des Weltraums beeinflusst wird. Alles komplex. Alles hochinteressant. Aber offensichtlich noch nicht so sehr für eine Zehnjährige. Agi hat die Tierpräparate entdeckt. Oh, die sehen wie echt aus! Bobby, der Gorilla, den Agis Uroma als Kind im Berliner Zoo als Besucherliebling erlebt hat, Knut, der Eisbär, der 80 Jahre später für Besucherrekorde sorgte, Bären, Nilpferd, Nashorn, Hirsch – alle lebensgroß.

Wir verlassen Tristan Otto. Im benachbarten Treppenhaus wird die Geschichte der Entstehung unseres Sonnensystems erzählt.

IMG_7912Wir begeben uns auf eine Reise durch Raum und Zeit.  Leider ist die Liegeinsel schon besetzt, wir platzieren uns an den Rand einer Säule, geht auch. Auf einem auf- und abfahrenden Projektionshimmel wird in einer multimedialen Show erklärt, wie das Universum, die Sonne und die sie umkreisenden Planeten – Merkur, Erde, Venus, Mars Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun – entstanden sind.  

An dieser Stelle ziehen nicht nur die großen Tiere Kinder in ihren Bann. Kinder – das sei hier vermerkt – davon gibt es viele im Naturkundemuseum. Ein Ausflug der ganzen Familie – das bietet sich an. Und das Museum hat sich darauf eingestellt.
Doch, wie gesagt, nicht nur die großen Tiere Kinder in ihren Bann. Jetzt sind es die kleinen, die  ganz groß gemacht wurden. Oi, so sieht eine Mücke aus? Was ist denn das? Eine Ameise? Alfred Keller hat viele Jahre als Präparator am Museum für Naturkunde gearbeitet und detailgetreu vergrößerten Insektenmodelle angefertigt – wahre Meiserwerke: die 6 Millimeter große Buckelzikade 100fach, eine Mücke 60fach, eine Stubenfliege 50fach und eine rote Gartenameise 100fach vergrößert.

Es gibt so viel zu sehen, zu entdecken, so viele Informationen. Jetzt brauchen wir erst einmal eine Pause. Dafür ist das Museumscafé der rechte Platz. Eine Kleinigkeit essen, natürlich das Trinken nicht vergessen und einfach etwas ausruhen.

IMG_7901Mit frischen Kräften suchen wir dann den T-Rex (Tyrannosaurus Rex) auf, dessen schwarzes Skelett in einem separaten Raum aufgestellt ist. Wir kommen gerade richtig. Ein Museumspädagoge erzählte die Geschichte des Saurierskeletts. Der T-Rex hat einen Namen, genannt nach den Söhnen seiner Besitzer heißt er Tristan Otto. Sein Skelett ist durch eingelagerte Tonmineralien schwarz. Es war also nicht ursprünglich schwarz. Aber es lag lange Zeit – 66 Millionen Jahre, kann man sich kaum vorstellen – in der Erde und ist versteinert. Der T-Rex war ein Raubsaurier, der größte aller Raubsaurier. Er hatte eine ungeheure Beißkraft und – das verwundert Agi sehr – seine Zähne wuchsen immer wieder nach.

Jetzt möchte Agi noch die Mineraliensammlung sehen. Das erstaunt mich: Steine angucken? Oh, die sind so schön. Immer wieder bleibt sie voll Bewunderung stehen und fotografiert: Das muss ich zeigen!

Wir sind über drei Stunden im Naturkundemuseum. Aber einmal muss Schluss sein. Es ist Sonntag, zum Glück kein so großer Verkehr. Wir sind mit dem Auto gekommen, haben einen Parkplatz gefunden und fahren zurück – alles entspannt, ohne Stau, ohne Umleitung – einfach nur geschmeidig rollen, und das in Berlin

 

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