Natur- und Umweltpark Güstrow

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Natur- und Umwelt­park Güs­trow
Ver­bin­dungs­chaus­see 1, 18273 Güs­trow

Vor den Toren von Güs­trow befin­det sich eine ganz erstaun­li­che Anla­ge, ein Natur- und Umwelt­park mit ver­schie­de­nen the­ma­ti­schen Schwer­punk­ten. Die Haupt­at­trak­ti­on sind die Wöl­fe. Hier lebt ein gan­zes Rudel in einem gro­ßen Wald­stück. Damit kann man Enkel neu­gie­rig machen. Arvid und ich wol­len heu­te den Wolfs­park, so Arvid, erkun­den. Also auf nach Güs­trow, einer Kreis­stadt etwa 60 Kilo­me­ter von Ros­tock ent­fernt. Von Ber­lin aus sind es ca. 200 Kilo­me­ter. Die Anfahrt über die Auto­bah­nen A24 und A19 dau­ert knap­pe zwei Stun­den.

Ein­tritt

Erwach­se­ne: 11€
Ermä­ßigt: 10€
Kin­der: 6€
Fami­li­en­kar­te: 29€

Öff­nungs­zei­ten
März
09:00 – 18:00 Uhr
April – Okto­ber
09:00 – 19:00 Uhr
Novem­ber – Febru­ar
09:00 – 16:00 Uhr

Ein ers­tes High­light, was sofort auf­fällt, die har­mo­ni­sche Ein­bet­tung der Park­an­la­ge in die umge­ben­de Natur. Und für Besu­cher auch nicht uner­heb­lich: ein groß­zü­gi­ger, unent­gelt­li­cher Park­platz. Von dem sind es nur ein paar Schrit­te, vor­bei an Zie­gen, Scha­fen und Eseln, die neu­gie­rig schau­en und dabei unbe­irrt kau­en, bis zum Ein­gang des Parks.   
  

Gleich am Anfang befin­det sich das Umwelt­bil­dungs­zen­trum. Hier kau­fen wir die Ein­tritts­kar­ten und sind dann unmit­tel­bar in einer inter­ak­tiv gestal­te­ten Aus­stel­lung zum The­ma Was­ser. In einem Fra­ge-Ant­wort­spiel erfah­ren Kin­der die Bedeu­tung des Was­sers: Ohne Was­ser kein Leben. Was­ser als Vor­aus­set­zung von Leben und der Zusam­men­hang von Was­ser – Wet­ter – Wol­ken ist anschau­lich dar­ge­stellt. Hier gibt es noch viel mehr zu ent­de­cken. Da aber meis­tens Lese­fä­hig­kei­ten vor­aus­ge­setzt wer­den, zieht es den sechs­jäh­ri­gen Arvid bald wei­ter. Er hat etwas Unglaub­li­ches ent­deckt.

Ein Tau­cher in einem Aqua­ri­um umge­ben von vie­len ver­schie­de­nen Fischen: Zan­der, Hech­te, Rot­fe­dern, Stich­lin­ge, Karp­fen. Was haben wir doch für ein Glück: Es ist Füt­te­rungs­zeit! Der Tau­cher in dem 30 Meter lan­gen Aqua­ri­um hält eine Ter­ri­ne in der Hand. Er schwimmt an die Glas­wand, vor der sich die Kin­der drän­geln. Lang­sam hebt er den Deckel der Ter­ri­ne ab. Dar­un­ter etwas Fisch­fut­ter, das sofort die Fische anzieht. Sie umschwär­men den Tau­cher. Die Kin­der gucken mit offe­nen Mün­dern. Wau! 

Jetzt geht es in den Park. Zunächst vor­bei an Rehen, Stör­chen und Wild­schwei­nen. Über­all gibt es etwas zu ent­de­cken.

Arvid will aber wei­ter. Er will zu den Wöl­fen. Eine aus­ge­dehn­te Anla­ge direkt im Wald mit Lich­tun­gen und Tüm­peln ist Vor­aus­set­zung für eine art­ge­rech­te Hal­tung. Ein aus­ge­dehn­tes Netz von Hoch­pfa­den führt über die Anla­ge und ermög­licht den Besu­chern die Wöl­fe aus der Nähe zu beob­ach­ten, ohne sie zu stö­ren (den­ke ich). Dann sehen wir sie. Das Rudel liegt im Gras am Ran­de eines Tei­ches. Ab und zu hebt einer den Kopf, lauscht und macht es sich wie­der bequem. Arvid staunt. Wir klet­tern den Hoch­pfad hin­un­ter und ste­hen direkt vor dem Wolfs­ge­he­ge. Arvid nimmt jeden ein­zel­nen Wolf in den Blick. Wie sieht er aus, was macht er, wie guckt er. 
  

Hin­ter uns steht ein Block­haus. Ich muss an die Wild­west­fil­me in mei­ner Jugend den­ken. Genau­so ein Haus wur­de hier errich­tet: Die Ein­rich­tung ist nach­emp­fun­den und ein Flucht­tun­nel ange­legt. Was für eine Idee! Natür­lich wird alles in Augen­schein genom­men und aus­pro­biert, d.h. wir bege­ben uns in den Tun­nel. Ein komi­sches Gefühl. Der Tun­nel hat sei­ne Län­ge. Es dau­ert eine Zeit, ehe wir wie­der das Tages­licht erbli­cken. Spä­ter lese ich, dass ein Jahr zuvor der ers­te Wolfs­nach­wuchs gebo­ren wur­de. Fünf Jung­wöl­fe gehö­ren dem Rudel an.

Das Park­ge­län­de ist rie­sig groß. Wir ori­en­tie­ren uns an den Hoch­pfa­den und kom­men so zu einer Stel­le, an der gera­de die Luch­se gefüt­tert wer­den. Das las­sen wir uns nicht ent­ge­hen. Eini­ge sind scheu, sie pir­schen sich her­an, schnap­pen das Fut­ter und dann ab in den Wald, in die Deckung. Ein aus­ge­wach­se­ner Luchs sitzt nur ein paar Metern von den Besu­chern ent­fernt und frisst in aller Ruhe genüss­lich einen ziem­lich gro­ßen Bat­zen Fleisch. Wir kön­nen ihn gut beob­ach­ten und sehen die cha­rak­te­ris­ti­schen Pin­sel­oh­ren und den typi­schen Backen­bart. Ein Luchs hat außer­or­dent­li­che gute Hör- und Seh­sin­ne: Augen wir ein Luchs! 
Wir erklim­men wie­der den Hoch­pfad. Nun wird es echt dra­ma­tisch. Der Pfad wird zum Aben­teu­er. Kei­ne schö­nen, glat­ten Holz­plan­ken mehr, die ein beque­mes Gehen ermög­li­chen. Nur noch sport­li­che Her­aus­for­de­run­gen. Wir bewe­gen uns über schwan­ken­de Net­ze, Rol­len, schma­le, wackeln­de Bal­ken, dicke Taue. Das nimmt kein Ende. Arvid ist begeis­tert und vol­ler Eifer. Wir krie­chen durch Tun­nel und erkun­den Höh­len. Wir gesagt, das Gelän­de ist rie­sen­groß. Wöl­fe, Luch­se und Braun­bä­ren tei­len sich das sechs Hekt­ar gro­ße Gehe­ge. Auf­ge­ge­ben geht nicht. Als immer wei­ter. Schließ­lich haben wir es geschafft.   
  
Nun befin­den wir an dem von den bei­den impo­san­ten Braun­bä­ren Fred und Fro­de bevor­zugt bewohn­ten Gehe­ge­teil. In der „Bären­höh­le“ kann man inter­ak­tiv viel Inter­es­san­tes über Braun­bä­ren all­ge­mein und über Fred und Fro­de spe­zi­ell erfah­ren. Vom Hoch­sitz „Bären­blick“ hat man eine gute Über­sicht über das Bären­trei­ben. Die bei­den haben offen­sicht­lich Lust auf ein Bad. Wir schau­en noch eine Wei­le zu ehe wir den Rück­weg antre­ten. Ich spü­re mei­ne Bei­ne. Arvid scheint auch ein biss­chen müde zu sein.
  

In dem klei­nen Restau­rant des Umwelt­zen­trums neh­men wir noch eine Stär­kung zu uns. Was wünscht sich ein Kind? Natür­lich Nudeln! So soll es sein.

Es waren erleb­nis­rei­che Stun­den und es gäbe noch viel mehr zu sehen und zu erle­ben: z.B. Aben­teu­er­spiel­platz, Strei­chel­zoo und die Wie­sen­wel­ten. Ein Wie­der­kom­men ist bestimmt im Sin­ne der Park­be­trei­ber und der Besu­cher.

 

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