Multimedia-Ausstellung „Hieronymus Bosch – Visions Alive“

 

Mul­ti­me­dia-Aus­stel­lung „Hie­ro­ny­mus Bosch“
vom 6. Juli bis 30. Novem­ber 2016

Alter Mün­ze, Am Mol­ken­markt 2, 10179 Ber­lin

Was sind das für Bil­der, die Hiro­ny­mus Bosch vor 500 Jah­ren gemalt hat? Die mys­tisch-visio­nä­ren, sur­rea­lis­ti­schen Dar­stel­lun­gen ver­blüf­fen und erschre­cken zugleich. Ver­blüf­fen, denn wer kann sich vor­stel­len, dass zu jener Zeit der­ar­ti­ge unge­wöhn­li­che und sym­bol­haf­te Bil­der über­haupt mög­lich waren. Ver­blüf­fen ob der rät­sel­haf­ten Visio­nen. Und hier ist auch das Erschre­cken ange­sie­delt. Das ist unse­re Welt, das sind mensch­li­che Gedan­ken. Und haben sie sich seit­her zum Bes­se­ren ver­än­dert? Die Erklä­rung, Leh­ren aus der Geschich­te zu zie­hen, hat eine kur­ze Halb­wert­zeit.

Hie­ro­ny­mus Bosch (Jhe­roni­mus van Aken: 1450–1516) war ein bekann­ter nie­der­län­di­scher Maler der Renais­sance. In der Mul­ti­me­dia-Aus­stel­lung ste­hen sei­ne Wer­ke „Gar­ten der Lüs­te“ und „Die Sie­ben Tod­sün­den und Die vier letz­ten Din­ge“ im Mit­tel­punkt.

Der Gar­ten der Lüs­te“ ist ein Tri­pty­chon (Drei­ta­fel­bild) zum The­ma Schöp­fung der Welt. Die Mit­tel­ta­fel zeigt den Gar­ten der Lüs­te, das Para­dies. Auf den Außen­ta­feln ist die gött­li­che Schöp­fung am drit­ten Tag, als Gott Land, Meer und Pflan­zen schuf, dar­ge­stellt; links der Gar­ten Eden und rechts die Höl­le.

In der Aus­stel­lung wird das Bild mit Hil­fe der moder­nen Mul­ti­me­dia­tech­nik auf zwei gro­ßen Video­wän­den gezeigt. Der Betrach­ter kann inter­ak­tiv durch Berüh­ren ver­schie­de­ner But­tons ein­zel­ne Bild­se­quen­zen her­aus­he­ben und ver­grö­ßert dar­stel­len. Zudem wer­den Inter­pre­ta­tio­nen in deut­scher und eng­li­scher Spra­che ange­bo­ten. In zwei sich anschlie­ßen­den Mul­ti­me­dia­hal­len wer­den die­se Sequen­zen noch­mals ver­grö­ßert und mit Ani­ma­ti­ons­be­we­gun­gen gezeigt. Die Dar­stel­lun­gen sind mit pas­sen­der Musik unter­legt. Der Besu­cher setzt sich (eini­ge Stüh­le und Sitz­kis­sen sind vor­han­den; auch eine Bank; ansons­ten auf Läu­fer auf die Erde) und ver­folgt die sich abwech­seln­den, mit inter­pre­tie­ren­den Bewe­gun­gen aus­ge­stat­te­ten Bild­se­quen­zen. Ein ein­drucks­vol­les Erleb­nis.

Das Ori­gi­nal genau wie auch das Ori­gi­nal „Die Sie­ben Tod­sün­den und Die vier letz­ten Din­ge“ befin­den sich im Madri­der Pra­do-Muse­um. Bei letz­te­rem han­delt es sich um eine Tisch­plat­te. In der Mit­te ist das Auge Got­tes, her­um die inter­pre­ta­ti­ve Dar­stel­lung der Tod­sün­den Zorn, Hoch­mut, Wol­lust, Träg­heit, Hab­sucht, Neid und Völ­le­rei. In der Aus­stel­lung wer­den die sie­ben Tod­sün­den und ihren bibli­sche Deu­tung an die Wand pro­ji­ziert.

Eine gute Idee, ist auch die Dar­stel­lung bedeu­ten­der geschicht­li­cher Ereig­nis­se ent­lang der Lebens­jah­re von Hiro­ny­mus Bosch. So lässt sich sein Schaf­fen noch bes­ser ein­ord­nen, ja, es hebt die Unge­wöhn­lich­keit sei­ner Wer­ke anschau­lich her­vor.

 

 

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