Mediterranes Sotschi

 

08. August 2018

Es erwartet uns ein kontinentales Frühstück. Dazu gibt es viel Obst und Gemüse, leckeren Honig aus der Region und die typischen Blinies (Eierkuchen). Um halb elf sind wir startklar und marschieren bergab in Richtung Zentrum. Heute wollen wir Sotschi erkunden. Wir überqueren die Gorkistraße, eine vielbefahren Hauptstraße, und stehen nach ca. einer Viertelstunde in einer langgestreckten parkähnlichen Anlage, zum Teil von Straßenzügen unterbrochen. Die Sonne scheint, überall exotische Pflanzen, verschiedene Palmen, Guaven, Bananenstauden, alte Olivenbäume, sogar der Elefantenfuß ist zu entdecken. Und Blumen. Überall Blumen, die in kunstvoll angelegten Beeten einen ästhetischen Zauber entfachen.

Und überall trifft man auf olympische und Fußball-WM-Symbole.

Später erkennen wir, dass sich dieser Bereich vom Bahnhof bis zur Platanenallee unweit des Meeres erstreckt. Hier befindet sich auch eine großzügige Shopping-Galerie. Neugierig geworden steuern wir diese zielgerichtet an. Geschäft an Geschäft, Schuhe und Mode aller Art, dazu Accessoires, aber auch Süßwaren, Kaffee- und Tee-Läden.

Ein Mode-Shop firmiert unter dem Label „Berlin“. Da müssen wir natürlich unsere Nasen hineinstrecken. Ein bisschen shoppen muss sein. So wandern nach und nach verschiedene Dinge in unsere Taschen von grusinischem Tee über Schuhe und T-Shirts. Alles dauert seine Zeit, doch nun brauchen wir eine Pause. Die finden wir in einem Café gegenüber dem Riviera-Park, der sich bis zum Strandbereich erstreckt. So weit haben uns unsere Füße schon getragen. Im Rücken eines monumentalen Lenin-Mosaiks nehmen wir Platz. Im Schatten sitzen, Beine ausstrecken, ein kühles Getränk genießen.

Der Riviera-Park ist den Einheimischen und den russischen Touristen ganz sicher wohl bekannt, denn er ist gut besucht. Wir als unwissende Neulinge werden durch die überaus ästhetisch-kreative Gestaltung des Eingangsplatzes auch sofort auf ihn aufmerksam und lassen uns anlocken. Uns fällt sofort seine Bepflanzung auf: Kastanienbäume, Tannen, Zedern, Zypressen und wieder liebevoll hergerichtete Blumenensembles und grüne Rasenflächen (trotz der Hitze!). Der Park bietet Erholung, Spaß, Sport, Spiel – und kleinere und größere gastronomische Einrichtungen – für jeden Geschmack ist bestimmt etwas dabei. Selbst die Fußpflege kann hier erledigt werden. An mehreren Stellen kann man seine Füße in ein Bassin mit Putzerfischen halten, die sich an die Hornhaut heranmachen. Mitten im Park erwartet ein Delphinarium seine Gäste und dem Andrang nach zu urteilen, wird es auch gut angenommen. In jedem Fall ist der Park ein Paradies für Kinder.

Der Riviera-Park

befindet sich zwischen der Mündung des Flusses Sotschi und der Küste des Schwarzen Meeres. Er wurde 1898 von Wassili Khulow auf einer Fläche von fast 15 Hektar als ein privater Park angelegt und von diesem vier Jahre später verkauft. Seitdem ist der Riviera-Park ein öffentlicher Park und für alle zugänglich.

Pediküre durch Putzerfische

 

Nach einem Rundgang wollen wir nun endlich an das Meer. Und wieder gilt die alte Weisheit: „Was man an Wissen nicht hat, muss man an Weg zulegen.“ Zunächst laufen wir in die falsche Richtung. In dieser befindet sich zwar das Meer, aber kein Parkausgang. Als wieder zurück. Natürlich versuchen wir durch Fragen, auf den richtigen Weg zu kommen. Aber wie schon in Petersburg und Moskau, die Leute sind überaus aufgeschlossen und wollen helfen – nur die Sprachbarriere bremst unsere Kommunikation immer wieder aus. Gestenreich und mit unseren überschaubaren Russischkenntnissen können wir schließlich die Hinweise deuten. Noch ein paar kleinere Umwege, dann ist es geschafft: Vor uns flimmert das Schwarze Meer in der Sonne.

Strandzugang

Wir stehen auf einer Treppe zu einem sehr kultivierten Badestrand: Sonnenliegen, Sonnenschirme, Ausleihstationen für alle möglichen Badeutensilien, Kioske, Duschen, Toiletten – alles vorhanden. Nur die Beschaffenheit des Strandes selbst ist nicht so einladend: Graue Kiesel, grauer grober Sand. Aber das Wasser muss geprüft werden. Also Sandalen ausziehen und mit den Füßen ins Wasser. Mein Gott, tut das gut. Kein Wunder bei einer Wassertemperatur von 24°C. Wenn nur der graue, steinige Strand nicht wäre. Aber vielleicht sind wir die Einzigen, die diese Vorbehalte haben. Der Strand ist voller Menschen, die sich offensichtlich wohlfühlen und alles zu genießen scheinen. Nun gut, heute wollten wir ohnehin nur schauen. Mal sehen, wie es weitergeht. Jetzt machen wir uns erst einmal auf den Rückweg zum Hotel. Ein kleiner Marsch steht uns noch bevor.

Nach einer Regenerationsphase im Hotelzimmer treffen wir uns beim Abendessen in der Hotel-Lounge. Es ist sehr angenehm jetzt nicht noch auf die Suche nach einem passenden Restaurant gehen zu müssen, das es ganz sicher geben wird, aber diese Wege …

So sitzen wir gemütlich in der Lounge zusammen und lassen uns mit einem Drei-Gänge-Menü verwöhnen. Zum Abschluss noch einen Beluga-Wodka. Perfekt!

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