Leipzig – Völkerschlachtdenkmal

 

Mai 2017: Ein Hauch Geschichte – Völkerschlachtdenkmal

Vorfreude. 🙂  Interessante Tage liegen vor uns. Arvid und ich brechen am späten Vormittag zu einem viertätigen Städteurlaub nach Leipzig auf. Ich hatte überlegt, in den Morgenstunden zu starten, habe mich aber gegen diese Variante entschieden. Warum unter Stress und Zwänge setzen? Nach einem entspannten Frühstück geht es los.

Commundo-Hotel


Inzwischen ist auch der Berufsverkehr abgeklungen und wir haben eine ungehinderte Fahrt auf der Berliner Stadtautobahn. Auch auf der A9 rollt der Verkehr. Das Navi führt uns durch Leipzig – Achtung für ungeübte Sächsischsprecher ein Zungenbrecher – in die Zschochersche Straße. Dort beziehen wir ein Zimmer im Commundo-Hotel. Das Auto steht sicher in der Tiefgarage. Kurze Pause, Taschen auspacken, etwas Essen und Trinken auf dem terrassenartig gestalteten Hof, dann Aufbruch zu einer ersten Erkundung.  

Auf dem Plan steht das Völkerschlachtdenkmal. Wir nutzen die Tram. Die Haltestelle ist nur ein paar Schritte vom Hotel entfernt. Überhaupt sind Straßenbahn und Bus in Leipzig die zu empfehlenden Verkehrsmittel. Aus meiner Sicht ein cleveres Vermeidungsverhalten: Sich nicht mit dem Auto durch den belebten Innenstadtverkehr quälen müssen, kein permanenter Orientierungszwang, keine Zeitverschwendung durch aufwendige und nervige Parkplatzsuche. Ein dichtes Netz des Öffentlichen Nahverkehrs ermöglicht eine stressfreie innerstädtische Beweglichkeit.

Mit der Tram 3 geht es bis zum Hauptbahnhof. Dort steigen wir in die Line 15 um, die uns direkt in den Südosten Leipzigs nach Probstheida bis zum Völkerschlachtdenkmal bringt.

 

 

Tram 15

m Völkerschlachtdenkmal

Erzengel Michael

 Das Denkmal und seine es umgebende Anlage sind gewaltig. Leipzig und Völkerschlacht-denkmal gehören zusammen. Umso befremdlicher die in den 90er Jahren aufgekommene Idee, das Denkmal kontrolliert verfallen zu lassen, worauf sich ein Förderverein gründete, der sich für die Erhaltung und Sanierung des Denkmals engagierte. Das erfahren wir etwas später.

Jetzt sind wir auf den Weg Tickets zu kaufen, um das fast 100 Meter hohe Denkmal zu besichtigen.

Schon von weitem sehen wir auf der äußeren oberen Ebene 12 Ritterfiguren, die die Freiheit beschützen sollen. Am Eingang des Denkmals befindet sich eine gigantische Skulptur, die den Erzengel Michael, den Schutzpatron der Soldaten, darstellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Öffnungszeiten

April-Oktober
10-18 Uhr

November-März
10-16 Uhr

 Eintritt

Erwachsene: 8€
Ermäßigt: 6€
Kinder bis 6 Jahre: frei

Wir betreten die Krypta. Arvid ist beeindruckt. Alles ist riesengroß. Er bestaunt die 16 steinernen Krieger, die als Totenwächter mit gesenkten Köpfen die in der Völkerschlacht Gefallenen beschützen.

Eine Etage darüber ist die Ruhmeshalle. Hier sind die Figuren noch monumentaler. Arvid stellt fest, dass ein steinerner Fuß länger ist als er selbst. Es handelt sich vier um fast 10 Meter hohe Statuen, die die Tugenden in den Befreiungskriegen symbolisieren: Tapferkeit, Glaubensstärke, Volkskraft, Opferbereitschaft.

An der Innenseite der Kuppel sind 324 Reiter mit gesenktem Kopf nacheinander reitend in Lebensgröße dargestellt. Weder die Anzahl noch die Größe ist für mich realistisch vorstellbar. Wie doch die Entfernung die Perspektive beeinflusst.

 Völkerschlacht bei Leipzig

Im Oktober 1813 besiegten die alliierten Streitkräfte Preußens, Russland, Österreichs und Schwedens das Napoleonische Heer vor den Toren Leipzigs. Im Gedenken an diese Völkerschlacht wurde 1913 nach 15jähriger Bauzeit dieses monumentale Denkmal eingeweiht.

Arvid drängelt. Natürlich möchte er bis ganz nach oben auf die Aussichtsplattform. Mit gruselt es ein bisschen bei dem Gedanken an das Treppensteigen. Schon zweimal in meinem Leben hatte ich mich dieser Herausforderung gestellt und die Mühsal des Aufstiegs ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben. Immerhin sind es insgesamt 500 Stufen.

Leipzig-Panorama


Aber Entwarnung. Inzwischen sind zwei Fahrstühle eingebaut, die das Aufsteigen doch erheblich erleichtern. Sie führen über die Krypta und Sängergalerie bis zum mittleren Außenrundgang. Der letzte Abschnitt, der einen Höhenunterschied von 34 Meter umfasst, ist in einer engen Wendeltreppe, die in der Tat nur eine Person erklimmen kann, zu absolvieren. Eine Ampel zeigt an, ob die Treppe gerade frei ist oder eben nicht. Arvid ist ganz bei der Sache, alles gilt es auszuprobieren, zu erkunden, zu fotografieren. Die Treppen nimmt er im Laufschritt. Glückliche Jugend. Ich steige kontrolliert hinterher, immer wieder ein kurzes Einhalten und die Frage, wie weit noch. Schließlich haben wir beide die Aussichtsplattform erreicht und genießen die Aussicht über die Stadt. Nach einer Weile hat er genug gesehen und möchte wieder hinunter. Aber die Ampel zeigt Rot. Es kommen immer mehr Leute die Wendeltreppe hinauf.

Panoramadarstellung: Völkerschlacht bei Leipzig


Wir müssen warten. Gerade als Arvid den Verdacht äußert, die Ampel wäre kaputt, schaltet diese auf Grün um. Los geht’s!

 

Unten angekommen werfen wir noch einen Blick in die Ausstellung zur Geschichte der Befreiungskriege im Gebäude gegenüber der Denkmalskasse.

Jetzt wollen wir zur Straßenbahn zurück. Der Weg führt oberhalb des 162 × 79 Meter großen Wasserbeckens, dem „See der Tränen um die gefallenen Soldaten“. Allerdings befindet sich zurzeit wegen der Sanierungsarbeiten kein Wasser darin.

 

Abkühlung im Springbrunnen am Brühl

Zurück in der Innenstadt schlecken wir erst einmal ein Eis.

Es ist noch unglaublich warm. Am Brühl haben es Arvid die Springbrunnen angetan. Da ist er nicht allein. Einige Kinder tummeln sich spritzend und juchzend an und in den Brunnen. Ein sehr entspannter Tagesausklang.

 Völkerschlachtdenkmal mit Wasserbecken

Völkerschlacht-denkmal: Rekonstruktion des Wasserbeckens

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