Sevilla: Kathedrale Santa Maria de la Sede

 

17. März 2018


Trotz Regen großer Andrang

Mehr oder weniger ein Regentag, leider. So lassen wir uns mit dem Frühstück Zeit und verlassen erst gegen 11 Uhr das Hotel. Mit dem Stadtplan vor der Nase spazieren wir in Richtung Kathedrale, unserem Tagesziel. Das ist gar nicht so weit. Nach einer knappen halben Stunde erreichen wir das riesige Gebäude, die im gotischen Stil von 1401 bis 1519 ausgangs des Mittelalters erbaute Kathedrale Santa Maria de la Sede. Es ist eine der größten Kirchen der Welt, auf jeden Fall wohl die größte gotische Kirche der Welt. Sie gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Kathedrale Santa Maria de la Sede

Es regnet und regnet. Trotzdem hat sich vor dem Eingang eine Schlange von wartenden Besuchern gebildet. Wir stellen uns an. Langsam, aber stetig geht es voran. Irgendwann erreichen wir den Innenhof. Aus den Wassernasen hoch oben am Gebäude sprudelt das Wasser und platscht auf die Pflastersteine. Hier heißt es aufpassen, sonst sind Schuhe und Hose durchnässt. Ansonsten sind wir durch unsere wasserdichten Jacken mit Kapuze gut geschützt. Denkt man gar nicht, aber es kommt tatsächlich kein Wasser durch die Jacken.

Endlich können wir das Gebäude betreten und ein Eintrittsticket kaufen. Für Senioren ist es erheblich billiger (Erwachsene: 9€; ermäßigt für Senioren: 4€), aber man muss Pass und Rentenausweis vorzeigen.

Grabstätte Christoph Kolumbus

Jetzt sind wir in dem riesigen, reich ausgestatteten Kirchenschiff mit seinen vielen Kapellen. Unweit des Eingangs befindet sich die prunkvolle Grabstätte von Christoph Kolumbus. Die vier Herolde, die Sargträger, verkörpern die Königreiche Aragon, Kastilien, Leon und Navarra.

Auch an Ferdinand Magellan und dessen Weltumseglung wird gedacht.

Christoph Kolumbus
(1436-1506)

Der italienische Seefahrer Kolumbus gilt als (Wieder)-Entdecker Amerikas. Finanziert vom spanischen Königshaus machte er sich 1492 mit drei Schiffen auf, um einen neuen Seeweg nach Asien zu erkunden. Insgesamt unternahm er vier Reisen nach Amerika, immer in dem Glauben Indien erreicht zu haben. Deshalb auch der Name Indianer für die einheimische Bevölkerung. 

Wir lassen uns Zeit bei dem Rundgang. Der Innenraum ist in fünf Schiffe unterteilt. In der Mitte befindet sich ein prächtiger Chor. Intarsienarbeiten und Holzfiguren verzieren das Gestühl.

Gegenüber zieht der Hochaltar die Besucher in seinen Bann. Das 18 x 27 Meter große vergoldete Schnitzwerk zeigt Szenen aus dem Leben Jesu und Marias.

Zwei gewaltige Orgeln stehen sich gegenüber. Überall stößt man auf historische Kunstschätze, bleiverglaste Fenster mit biblischen Szenen und Ornamenten, die Monstranz von Juan de Arfe in der Hauptsakristei, Gemälde von Murillo, Velázquez, Campana, Goya, Zurbarán, Pachero, …

  

Giralda-Turm


Wir halten uns ca. zwei Stunden in der Kathedrale auf, ehe wir über den Orangenhof den Gebäudekomplex verlassen. Dieser stammt aus dem 12. Jahrhundert und war Teil einer großen Moschee, die einstmals hier stand. Auch der Turm der Giralda gehörte als Minarett zu dieser Moschee. Er wurde in die christliche Kirche integriert und mit einer Wetterfahne versehen, die ihm dem Namen Giralda gab. Andalusische Geschichte.
Solche Besichtigungen sind meist sehr intensiv und verbrauchen Kraft. Wir müssen eine Pause einlegen und Energie tanken. Gegenüber dem Ausgang befindet sich eine Reihe von Gaststätten. Wir finden einen Platz im MANOLETE und stärken uns mit Tapas und Wein. Alles sehr lecker.  🙂  

Das Wetter ist immer noch sehr durchwachsen. So nutzen wir unser Ticket für den Sightseeing-Bus und fahren mit ihm bis zum Aquarium (Acuario de Sevilla)). Bei diesem Wetter ist es besser ein Dach über den Kopf zu haben. Klappt auch alles ganz wunderbar. In unseren Sightseeing-Tickets ist der Eintritt (15€) bereits enthalten. Das Aquarium ist noch relativ neu. Es wurde erst 2014 eröffnet. Der Rundgang ist der Weltumseglung Magellans nachempfunden, der seine Reise von Sevilla aus startete.

In 35 Aquarien und Terrarien sind mehr als 400 Tiere, natürlich meist Wassertiere, zu sehen. Highlight ist das Ozeaneum, ein Riesenaquarium für Haie. Über drei Meter lange Haie schwimmen mit anderen Fischen in einem neun Meter hohen und 2 Millionen Liter Wasser fassenden Aquarium. Das ist schon beeindruckend.

 

Ferdinand Magellan(1480-1521)

Portugiesischer Seefahrer, der 1519 mit fünf Schiffen als erster eine Weltumseglung startete. Drei Jahre später kehrte mit der Victoria nur eines der Schiffe nach Spanien zurück. Von 234 Seeleuten haben 18 die Reise überlebt. Unter den Toten war Magellan. Er wurde 1521 im Kampf getötet. Aber die Reise erbrachte den Beweis, dass die Erde eine Kugel ist.

  

Als wir nach zwei Stunden uns zum Ausgang begeben, hat der Himmel immer noch seine Schleusen geöffnet. Wir warten nicht allein auf den Sightseeing-Bus, um in das Stadtzentrum zurückzukehren. Nach gut einer halben Stunde biegt der langersehnte Bus um die Ecke. Er zuckelt seine Tour ab, die wir nun schon kennen. Aber viel zu sehen gibt es ohnehin nicht. Inzwischen ist es dunkel und die Scheiben voller Regentropfen.

Am Alameda de Hercules (Herculesplatz) steigen wir aus. Ganz in der Nähe unseres Hotels entdecken wir mit MAQUILA eine interessante Gaststätte. Vier verschiedene Tapas und dazu ein (oder zwei) Bier – das passt und schmeckt sehr gut.

 

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