Internationale Grüne Woche Berlin

 

Internationale Grüne Woche Berlin eine Ausstellung der Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft und des Gartenbaus

 20.-29.01.2017
19.-28.01.2018

Natürlich erinnere ich mich. Mit meinen Großeltern war ich auf der Grünen Woche. Das war in den fünfziger Jahren, also vor über 50 Jahren. Irgendwann später dann noch einmal, aber daran habe ich so gut wie keine Erinnerung mehr. Aber die Bilder der Kindheit sind bunt und die Gerüche exotisch – in meiner Kindernase. Es gab auch immer etwas zu kosten, einfach so. Das fand großen Anklang.

Die Grüne Woche gibt es immer noch. Jedes Jahr im Januar öffnet sie ihre Pforten auf dem Messegelände am Funkturm. Sie gab es auch schon vor meinem ersten Besuch als Kind. Inzwischen habe ich nachgelesen und erstaunt festgestellt, dass die erste Ausstellung 1926 stattfand, in dem Jahr als meine Mutter geboren wurde. Letzteres hat zwar nichts mit der Grünen Woche zu tun, aber mit mir und meinen Erinnerungen.

Warum „Grüne“ Woche? Als Kind bastelt man sich seine Erklärungen zusammen und, wenn sie für einen einleuchtend sind, fragt man nicht weiter nach; man bleibt dabei. Ich dachte mir, Landwirtschaft, viele Pflanzen, da ist Grün als Schlüsselbegriff naheliegend. Naheliegend ja, aber doch nicht zutreffend, wie ich jetzt erfahre. Schon die ersten Ausstellungen waren ein Anziehungspunkt für Fachleute der Land- und Forstwirtschaft und die trugen damals vornehmlich grüne Lodenmäntel. Daher der Name. Interessant.

Dieses Jahr ist Ungarn das Partnerland. Landestypische Spezialitäten und Traditionen werden in Halle 10.2 unter dem Motto „Traditionsreich, Vielfältig, Natürlich: Ungarn“ präsentiert. Auf der Grünen Woche gibt es immer wieder Interessantes, Verführerisches und Neues aus aller Welt zu entdecken. Das schaue ich mir dieses Jahr an!  
Mit der S-Bahn fahre ich bis zum Bahnhof Messe-Nord und laufe die paar Schritte bis zum Messegelände am Funkturm. Es gibt auch kostenlose Shuttlebusse, die täglich ununterbrochen vom Olympischen Platz Ecke Trakehner Allee zu den Messeeingängen Nord bzw. Süd fahren.

Ich hatte mir überlegt, ein Online-Ticket zu kaufen. Aber das habe ich vergessen. Es ist auch kein Problem, viele Kassen sind geöffnet, alles ohne anzustehen. Die Tageskarte kostet 14€. Wenn man wochentags erst ab 14 Uhr die Messe besucht, wird es billiger: 10€.

In den Messehallen ist es angenehm warm. Es ist sehr ratsam, die Winterjacke in der Garderobe abzugeben: 2,50€.

 

 

 

An die 30 Ausstellungssektionen sind für Besucher geöffnet. Ein riesengroßes Gelände, viele, viele Ausstellungspräsentationen, kulturelle Vorführungen, Musik und Shows für fast alle Stimmungslagen. Vertreten sind 62 internationale Aussteller und 14 deutsche Länder. Ein Pavillon ist für Kinder hergerichtet. Hier werden sie betreut und können spielen und sich vergnügen.

Man muss auswählen. Was möchte man sehen, riechen, kosten? Wovon möchte man sich inspirieren lassen?

Ich starte in der Halle Österreich (15.1), gleich ein Treffer. Wurst, Schinken, Käse, Wein – alles in Hülle und Fülle und sehr lecker präsentiert. Natürlich darf auch eine Weinverkostung nicht fehlen. Die Messe ist gut besucht, aber nicht zu voll. In einigen Hallen (z.B. Österreich, Schweiz, Italien, Bayern, Brandenburg) drängen sich viele Besucher, in anderen kann man sich freier bewegen. Überall gibt es etwas zu schleckern, kostenlose Käsewürfel und Schinkenstückchen, für jeweils einen Euro eine kleine Spirituosenprobe. Von allem wird reichlich Gebrauch gemacht. Die größeren Aussteller haben landestypische Gastwirtschaften eingerichtet. Die sind überall gut besucht. Die Leute lassen es sich schmecken. Gerade als ich durch den Bayernpavillon (Halle 22b) spaziere, beginnt eine Blasmusikkapelle die Besucher zu unterhalten. Das passt. Unter dem Motto „Bayern – ein Genuss“ zeigt der Freistaat eine landwirtschaftlichen Produkte. Alles sehr lecker.

In der Brandenburg-Halle (Halle 21a) ertönt schottische Volksmusik. Okay, der Bezug wird mir nicht ganz klar. Aber vielleicht sollen die Dudelsackklänge einfach nur unterhalten. Warum nicht. Dazu etwas aus der Spreewaldküche. Fischköstlichkeiten und vielfältige Sanddornprodukte sind in der Mecklenburg-Vorpommern-Halle (5.2) zu probieren. Einen scharfen Chililikör kann man im Pavillon von Sachsen-Anhalt kosten. Na dann Prost! Rheinland-Pfalz ist Deutschlands Weinland Nummer eins. Stichworte: Rhein, Mosel, Nahe, Ahr. Über 2000 Jahre Weinbautradition; die Römer lassen grüßen. In Halle 2.2 lädt ein Weingarten die Besucher zum Verweilen und kosten ein.

Auch die ausländischen Aussteller haben verführerische Köstlichkeiten zu bieten. Wollschweinbraten vom Partnerland Ungarn, Rentierfleisch aus Norwegen, ein Underberg aus Brasilien, Käse aus der Schweiz, Schinken aus Italien, Schokolade aus Belgien, Safran aus Afghanistan, Birkenwasser aus Finnland, Olivenöl aus Griechenland, Elchsalami aus Schweden, exotische Früchte aus Vietnam, Kaffee aus Kolumbien, Blaubeeren aus Chile, ätherische Öle aus Marokko, Yak-, Kamel- und Kaschmirwolle aus der Mongolei usw.

Man kann nicht alles aufzählen, gar beschreiben. Schließlich ist es die weltweit größte landwirtschaftliche Messe.

Ich komme in die Tierhalle (25). Ohne Frage, ein Publikumsmagnet! Gerade läuft eine Dressurvorführung tschechischer Kinskypferde. Anschließend zeigen zwei junge Reiterinnen auf einem Trakehnerpferd und einem Reitpony ihre Fähigkeiten im Springreiten. Interessant, die Trakehnerstute wird ohne Trense geritten, die Lenkung erfolgt nur über den Beindruck und ein lose über die Hals liegendes Seil.

Ich schaue mir noch verschiedene Tiere an, die sich in den Stallungen rund um die Arena befinden: Pferde, Kühe, Schafe, Ziegen, …

Langsam mache ich mich auf den Heimweg.
2018 findet die Grüne Woche vom 19. bis 28. Januar statt. Obwohl die Eintrittspreise auf 15€ für Erwachsene gestiegen sind (Kinder zahlen 10€), ist der Andrang enorm. Dieses Mal besuche ich mit meinen Enkelinnen Marthe und Agi die Schau. Und –  was ich so gar nicht erwartet hätte – ihnen gefällt es ausgezeichnet. Wir lassen es uns auch gutgehen. Ein schmackhaftes asiatisches Mittagessen, eine italienische Eisbombe, süße Crêpes und überall ein bisschen naschen. Marthe hat es auf die Käsehäppchen abgesehen und ist ganz verzückt über die leckeren Proben. Natürlich darf die Tierschau, insbesondere das Springturnier, nicht fehlen. Wir schlendern über fünf Stunden durch die Messe, haben vieles Interessantes gesehen, aber längst nicht alles.

 

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