Gläserne Manufaktur und Zoo-Besuch

31.10.2018

Arvid ist kein Langschläfer. Um 8 Uhr sitzen wir schon beim Frühstück; eine Stunde später sind wir auf dem Weg zur Straßenbahnhaltestelle am Pohlandplatz. Ich habe den Stadtplan studiert. Wir werden mit der Tram 10 zum Straßburger Platz fahren. Die Fahrkarten hatten wir bereits gestern gekauft. Am Straßburger Platz befindet sich die Gläserne Manufaktur von VW, die wir am Vormittag besichtigen wollen. Dazu habe ich uns bereits eine Woche vorher per Internet für eine Familienführung angemeldet. Um 11 Uhr beginnt die Führung.

Wir sind außerordentlich pünktlich und nutzen die verbleibende Zeit für einen Spaziergang entlang der Gläsernen Manufaktur. Sie macht ihren Ruf alle Ehre; ein gewaltiges Gebäude, in dem wie in einem überdimensionalen Regal Autos nebeneinander und übereinander in Reih und Glied aufgereiht sind.

Am Ende des Gebäude stoßen wir auf Straßenbahn schienen, die in das Manufakturgelände führen. Davor ein Kontrollhäuschen mit einem aufmerksamen Wachposten: Nein, gibt er uns zu verstehen. Hier können sie nicht um das Gebäude herumlaufen. Er zeigt auf die geschossene Schranke. Das ist Firmengelände. Okay, unsere Idee, den Komplex einmal zu Fuß zu umrunden, ist fehlgeschlagen. Auch nicht schlimm. Wir begeben uns auf den Rückweg zum Haupteingang.

In einer großen Eingangshalle melden wir uns bei der Rezeption für die Führung. Wir stehen auf der Liste. Alles passt. Wir sind bereit zum „Eintauchen in die Elektromobilität“, wie auf einem Transparent zu lesen ist. Aber es ist immer noch etwas Zeit. So schauen wir uns um.

Und schon hat Arvid eine Autorennbahn entdeckt, an der Kinder kleine Rennautos per Knopfdruck steuern. Da muss er hin. Das will er auch ausprobieren. Na dann los, volle Kraft voraus! Aber halt, in den Kurven Geschwindigkeit reduzieren, sonst fliegt das Auto aus der Bahn. Es dauert nicht lange und er hat den Dreh raus. Bei der Modellrennstrecke, der Carrera-Bahn, wurde die Streckenführung des Sachsenrings im Verhältnis 1:32 nachgebaut. Tolle Idee!

11 Uhr. Der geführte Rundgang durch die 83.000 Quadratmeter große Fertigungs- und Erlebniswelt der Manufaktur beginnt. Die Familienführung ist besonders auf Kinder zugeschnitten. Na, dann lassen wir uns mal überraschen. Wir werden in den Produktionsbereich geleitet, wo der E-Golf 7 in Blockbauweise zusammengesetzte wird. Am Anfang ist eine nackte Karosse, die in einem ovalen Montageband von Montagestation zu Montagestation transportiert wird. An jeder dieser Stationen kommen Teile hinzu. Am Ende des Montagebandes wird die Karosserie angehoben und von einer Hängebahn transportiert. Diese bringt die Karosse zu der Station, wo der Antrieb eingebaut wird. Dieser Arbeitsschritt wird als „Hochzeit“ bezeichnet. Danach erfolgen der Ausbau des Innenbereiches und die Rädermontage. In einem Lichttunnel wird die Lackierung überprüft. All das wird den Besuchern gezeigt und erklärt. Alle benötigten Materialien werden vom Depot mit einer blauen Straßenbahn in die Manufaktur geliefert. Daher die abzweigenden Straßenbahnschienen. Was für eine Idee!

Gläserne Manufaktur
01069 Dresden, Lennéstraße 1

 Öffnungszeiten

Mo-Mi: 9-19 Uhr
Do: 9-21 Uhr
Fr-Sb: 9-19 Uhr
So: 10-18 Uhr

 Eintritt

Erwachsene: 7€
Ermäßigt (Schüler, Studenten, Senioren): 4,50€
Familienkarte: 15€

Mit der Zeit lässt Arvids Aufmerksamkeit etwas nach. Er möchte sich am liebsten in ein Auto setzen und losfahren. Die Chance hat er zumindest in Teilen nach der Führung. In der Lounge steht ein weißer E-Golf, den wir nach der Demonstration des Ladevorgangs in Beschlage nehmen. Arvid nimmt alles in Augenschein. Als er aber von der Hupe nicht lassen kann, bekommen wir Stress mit der Aufsicht. Na gut, den Spaß war es wert.

Nach gut anderthalb Stunden verlassen wir die Gläserne Manufaktur. Mit der Tramlinie 13 – die Haltestelle ist in der Nähe – fahren wir zum Zoo. Na hier ist was los. Heute ist Halloween und für alle kostümierten Kinder halbiert sich der Eintrittspreis. Arvid ist mit einem Zaubererkostüm gewappnet. Aber die Schlangen vor den beiden Kassen, unglaublich. Herzlichen Glückwunsch demjenigen, der die Idee hatte, an einem solchen Tag nur zwei Kassen zu öffnen.

Im Zoo selbst gibt es eine Menge Halloween-Aktivitäten für Kinder. Auch die Tiere sollen wohl ihren Spaß haben, denn fast in jedem der Gehege entdecken wir einen ausstaffierten Halloween-Kürbis-Kopf.

Dresdner Zoo
01219 Dresden, Tiergartenstraße 1

Öffnungszeiten

Sommer: 8:30-18:30 Uhr
Herbst: 8:30-17:30 Uhr
Winter: 8:30-16:30 Uhr
Frühling: 8:30-17:30 Uhr

Eintritt

Erwachsene: 12€
Kinder (3-16 Jahre): 4€
Familienkarte: 30€

 Arvid ist ein emsiger Fotograf. So ziehen wir von Tier zu Tier und alles muss festgehalten werden. Große Tiere sind für Kinder immer interessant: Elefanten, Löwen, Leoparden, Koala-Bären, Giraffen, Kamele, Affen, Krokodile; und natürlich die possierlichen Pinguine und Erdmännchen.

Langsam meldet sich der Magen. Auch hier ist Geduld gefragt. Wo es Essen gibt, ist auch eine lange Schlange. Als anstellen, hilft ja nichts. Auf unserem weiteren Weg entdeckt Arvid die Scooteranlage für Kinder. Da können wir natürlich nicht vorbeigehen. Ein-Euro-Münzen sind gefragt. Damit kann man das Gefährt, Auto oder Motorrad, starten und ab geht die Fahrt.

Der Dresdner Zoo kann auf eine beachtliche Historie verweisen. Er wurde 1861 im Großen Garten eröffnet. Seine Gartenstruktur verdankt er den Entwürfen von Peter Lenné.

Peter Joseph Lenné
(1789-1866)

Als General-Gartendirektor der königlich-preußischen Gärten entwarf er nach dem Vorbild englischer Gartenbaukunst die landschaftsgärtnerische Gestaltung u.a. für den Park von Sanssouci und den Pfingstberg in Potsdam, die Pfaueninsel und den Tiergarten in Berlin, den Garten des Schlosses Glienicke. Nach seinen Plänen entstanden in Magdeburg der Klosterberggarten und in Koblenz die Rheinanlagen sowie die Schlossgärten in Schwerin und Ludwigslust.

 

Da wir morgen wir einen Ausflug in die Sächsische Schweiz unternehmen wollen, fahren wir nach dem Zoo-Besuch mit der Tram 10 erst mal nur bis zum Hauptbahnhof. Dort erkunden wir die Fahrzeiten und kaufen ein Drei-Zonentagesticket für 14€, mit dem wir bis Rathen fahren können. Und jetzt geht es mit der Tram 10 zurück ins Hotel; eine echt gute Verbindung.

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