Fundació Joan Miro und Castell de Montjuïc

 

1. Mai 2019

Gemütliches Café

Wir frühstücken in einem kleinen Café, das nur ein paar Schritte von unserem Hotel entfernt ist. Das ist erheblich kostengünstiger und das Angebot ist vielfältig und lecker. Mir schmeckt der Kaffee vorzüglich, für Lotti und Eva ist er allerdings viel zu stark. Sie holen sich immer Wasser zum Verdünnen dazu.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Placa Catalunya. Hier starten die Sightseeing-Busse der rote und der blauen Linie. Wir kaufen ein Zwei-Tagesticket für 35€ und sind somit mobil. Die Busse fahren in einer sehr kurzen Taktung. Ein Bus der roten Linie steht bereit. Schnell einsteigen und auf das Oberdeck. Stadtrundfahrt erleben und Sonne tanken. Klärchen meint es gut. Wir fahren durch den Prachtboulevard von Barcelona, den Passeig de Gracia, vorbei an dem wohl schönsten von Antoni Gaudi entworfenen Haus, die Casa Batlló, leider derzeit durch ein Gerüst verdeckt ist, und der Casa Mila. Eine größere Menschenmenge wartet wohl auf Einlass. Inzwischen reift der Gedanke, in Barcelona ist ein Ticketkauf im Internet sehr zu empfehlen. Oder man nutzt die Barcelona-Card, um Anstehen zu vermeiden.

Auf einer Anhöhe am Fuße des Montjuïc befindet sich das Nationale Kunstmuseum von Barcelona (MNAC). An dieser Haltestelle verlassen wir den Bus. Ein monumentaler repräsentativer Bau thront über der Stadt. Von hier hat man einen unglaublichen Ausblick – ein Barcelona-Panorama und das bei schönstem Sonnenschein. Leider ist das Museum wegen des Feiertages geschlossen. Ein buntes Treiben und fast jeder ist auf der Jagd nach dem schönsten Foto. Wir nicht ausgenommen. Dabei entdecken wir Rolltreppen. Tatsächlich, die Anhöhe kann über Rolltreppen bewältigt werden – vorbei an rauschenden Wasserkaskaden.

Auf diese Weise gelangen wir in kürzester Zeit den Berg hinunter und stehen unversehens vor dem Craxia-Forum. In einer ehemaligen Textilfabrik sind ein Museum und wechselnde Ausstellungen untergebracht.

Craxia-Forum

Derzeit wäre eine Präsentation der Werke von Max Beckmann zu sehen. Auf der Suche nach dem von Mies van der Rohe gestalteten deutschen Pavillon für die Weltausstellung 1929 sind wir aber hier am falschen Platz. Der im Bauhausstil errichtete Pavillon wurde in einem kleinen Park auf der gegenüberliegenden Straßenseite wiederaufgebaut. Das schauen wir uns jetzt an. Typischer Bauhausstil – einfach, geradlinig, funktional. Eine Ausstellung beschäftigt sich mit dem Werk van der Rohes. So ist auch der legendäre Barcelona-Stuhl zu sehen, Sitzgelegenheit des spanischen Königspaares bei der Eröffnung des Pavillons auf der Weltausstellung 1929.

Jetzt geht es wieder den Berg hinauf – kein Problem, es gibt ja die Rolltreppen. Wir nehmen den nächsten Bus und fahren bis zum Miro-Museum (Fundació Joan Miro), das über 10.000 Werke des katalanischen Künstlers Joan Miro (1893-1983) besitzt: Eigenwillig surrealistische Gemälde, Zeichnungen, Teppiche, Skulpturen. Wir kaufen jeweils ein Seniorenticket für 7€ und schauen uns die ausgestellten Werke an. Diese regen zweifellos zu Fragen an, wobei wir nicht immer eine Bedeutung, einen Sinn ausmachen können. Jedenfalls verbringen wir fast zwei Stunden in dem Museum.

Inzwischen ist es 15:30 Uhr. Um die Füße zu schonen, nutzen wir wieder den Sightseeing-Bus, obwohl es nur eine Station zur Seilbahn (Telefèric de Montjuïc) ist, die auf den Montjuïc führt. Das ist unser nächstes Ziel. Eine Hin-und Rückfahrt kostet 12,70€.
Auf dem Montjuïc gibt es eine Festung (Castell de Montjuïc), deren gegenwärtige Form aus dem 18. Jahrhundert stammt. Der Eintritt für Senioren ist mit 3€ ausgesprochen moderat. Hoch über der Stadt gelegen war die Festung mit vier Bastionen eine starke Verteidigungsanlage insbesondere für den Hafen. Über eine Brücke und durch ein monumentales neoklassizistisches Portal betreten wir die Festung. Es ist ein ausgedehntes Areal mit mehreren Ebenen. Ein frischer Wind pfeift einem um die Ohren. Aber die Aussicht, diese herrliche Aussicht über die Stadt, das Meer und die Hafenanlagen. Einfach grandios. Trotzdem werden die Beine immer schwerer. Was sind wir aber heute auch schon gelaufen. Da kommt eine Bank im Windschatten gerade recht. Fußmüde legen Eva und ich mich auf diese Bank. Lange können wir diese Erholung nicht genießen. Schon ist die Festungsaufsicht in Form von zwei etwas grimmig schauenden Männern vor Ort und scheucht uns auf. Das gibt es hier nicht! Na gut, streiten hilft ohnehin nicht. Keiner würde den anderen verstehen. Also trollen wir uns und reißen ein paar Witze über übereifrige Beamte. Noch ein paar Fotos, dann geht es zurück zur Seilbahn.
An der Station Telefèric de Montjuïc warten wir auf den nächsten Sightseeing-Bus, der uns zum Hafen bringt. Hier steppt der Bär. Menschen über Menschen. Gaststätte an Gaststätte. Wir suchen uns ein Plätzchen im La Mar de Bo, einem der vielen Fischrestaurants und bestellen Seehecht, Reis und Gemüse. Meine Hoffnung auf Fischfilet war vergebens. Auf dem Teller liegt ein „richtiger“ Seehecht. Da hilft nur fachmännisches Sezieren oder so tun als ob. Eva meint, ihr Fisch sei viel zu dünn, ist wohl vorher plattgewalzt worden. Lotti nörgelt, der Fisch wäre zu trocken. Ja und ich kämpfe mit den Gräten. 

Strandbereich am Mittelmeer

Den Nachmittag lassen wir mit einem Sightseeing-Bus der Grünen Linie ausklingen, der mediterranen Strandbereich und ein entlang der Mittelmeerküste errichtetes, modernes Stadtviertel abfährt. Ausspannen an einem dieser Strände kann man sich gut vorstellen.

Im Hotel verabschiedet sich Eva. Sie ist müde. Ich habe Lust, noch einen kleinen Spaziergang durch das lebendige abendliche Barcelona zu machen. Lotti schließt sich an. Wir laufen zu Le Rambla und sind mittendrin im Menschenstrom. Unglaublich wie viele Leute unterwegs sind.

Placa Reial

Auf diesem Trip entdecken wir einen wunderbaren Platz, den Placa Reial. In dem großzügigen rechteckigen Areal reiht sich Restaurant an Restaurant. Palmen vermitteln ein mediterranes Flair. Musik erklingt. Ein Brunnen plätschert. Das müssen wir Eva erzählen. Hier sollten wir morgen Abend essen gehen. Auf dem Rückweg kommen wir an Kneipen vorbei, die das Fußballspiel Barcelona gegen Liverpool übertragen. Die Menge ist gut drauf. Barca führt 1:0 und wird 3:0 gewinnen. Da war für die Katalanen die Welt noch in Ordnung. Aber manchmal kommt es eben anders als man denkt – auch im Fußball.

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