Föhr, die “Friesische Karibik”

 

8. Juli 2018
Heu­te geht es auf die Insel Föhr, genannt die grü­ne Insel oder noch bes­ser die „Frie­si­sche Kari­bik“. Föhr liegt unmit­tel­bar im UNESCO-Welt­na­tur­er­be Wat­ten­meer. Natür­lich haben wir uns vor­her schon ein biss­chen „schlau“ gemacht: Föhr ist die zweit­größ­te Nord­see­insel Deutsch­lands. Über 8400 Insu­la­ner sind hier zu Hau­se. Föhr hat eini­ges zu bie­ten: 15 Kilo­me­ter Sand­strand, eine wirk­lich grü­ne Natur, mehr als 200 Kilo­me­ter Rad­we­ge, ein mil­des, durch den Golf­strom beein­fluss­tes See­kli­ma und – davon gehen wir aus – jede Men­ge frie­si­scher Tra­di­tio­nen.

Halb zehn star­ten wir nach Dage­büll. Von dort setzt eine Fäh­re nach Föhr über. Eine Mini­kreuz­fahrt mit einer Fäh­re (Erwach­se­ne Hin- und Rück­fahrt: 14€) von 50 Minu­ten durch das Wat­ten­meer zum Hafen­städt­chen und See­bad Wyk. Hier fin­det bei herr­li­chem Son­nen­schein gera­de der Fisch­markt statt. Jeden­falls ist alles vol­ler Buden, Men­schen und Musik. Wir unter­neh­men einen Bum­mel durch das Zen­trum von Wyk und bestau­nen die wun­der­schö­nen und immer lie­be­voll mit Blu­men geschmück­ten Frie­sen­häu­ser. 

  
Als sich der klei­ne Hun­ger mel­det, ist die Ent­schei­dung schnell gefal­len: Fisch­bröt­chen. Was sonst? Als jeder von uns sein Fisch­bröt­chen in Hän­den hält, wol­len wir es uns auf einer Bank bequem machen. Plötz­lich höre ich hin­ter mir einen Schrei. Mein Gott, was ist los? Han­na steht völ­lig ver­dat­tert da und blickt auf ihre lee­re Hand. Eine der vie­len Möwen hat sie von hin­ten ange­flo­gen und ihr das kom­plet­te Fisch­bröt­chen ent­ris­sen. Na das ist ein Schreck! Gero gibt ihr sein Bröt­chen und stellt sich noch ein­mal an.

Wie kann man einen Ein­druck über einen Ort gewin­nen, an dem man nur für kur­ze Zeit ist? Die Lösung sehen wir in einer Bus­rund­fahrt über die Insel. Das ist auch kein Pro­blem. Einer die­ser Sight­see­ing-Bus­se war­tet schon, wir stei­gen ein und ab geht die Fahrt.

Der Rei­se­lei­ter erklärt die Beson­der­hei­ten eines jeden Insel­dor­fes und streut noch die eine oder ande­re Anek­do­te mit ein. In Alker­sum kom­men neben Kunst­in­ter­es­sier­ten, sich Aus­stel­lun­gen im Muse­um anse­hen kön­nen, vor allem auch Pfer­de­freun­de auf ihre Kos­ten. Hier gibt es zahl­rei­che Reit­hö­fe, Reit­we­ge und Reit­hal­len. In Borg­s­um grüßt schon von wei­tem eine Müh­le. Hier wer­den Besu­cher ein­ge­la­den, den Weg durch ein Mais­la­by­rinth zu fin­den.

 Rund­fahrt mit Füh­rung

Clas­sic-Rou­te
(1,5 Stun­den)
Abfahrt: Wyk/Hafen

1.11.–14.03. Mi/Sa 12:50
15.3.–31.10. täg­lich 12:50
01.4.–31.10. So 10:45
01.5.–15.10. täg­lich 14:45

Fahr­prei­se
Erwach­se­ne: 8€

Kin­der: 4€
Fami­lie: 20€

In Dunsum fällt sofort der gro­ße Deich ins Auge. Von hier aus star­ten täg­lich Wan­de­run­gen in das Watt zu den See­hund­bän­ken. Am Schöpf­werk macht der Bus­fah­rer eine Pau­se und wir stei­gen aus. Die gan­ze Trup­pe erklimmt den Deich und hat einen unver­stell­ten Blick auf die Nach­bar­in­seln Sylt und Amrum.

In Old­sum, so erfah­ren wir, haben sich vie­le Künst­ler nie­der­ge­las­sen. Inter­es­sier­te Besu­cher kön­nen einen Blick in die Ate­liers und Werk­stät­ten wer­fen. In Süder­en­de zie­hen die aus dem 13. Jahr­hun­dert stam­men­de St. Lau­ren­ti-Kir­che und die reet­ge­deck­ten Kapi­täns­häu­ser die Bli­cke auf sich. Auf dem Fried­hof erzäh­len die „spre­chen­den“ Grab­stei­ne etwas aus der Lebens­ge­schich­te der Föh­rer Wal­fän­ger und Kapi­tä­ne. Bei einer Füh­rung kann man mehr dar­über erfah­ren. Das kleins­te Insel­dorf auf Föhr ist mit 47 Ein­woh­nern Wit­s­um, ein Ort für Natur­lieb­ha­ber. Im idyl­li­schen Wri­x­um ist wie­der eine Wind­müh­le der Blick­fang. Nach andert­halb Stun­den keh­ren wir  nach Wyk zurück. Der Bus fährt am Frie­sen-Muse­um vor­bei. An des­sen Ein­gang wecken zwei mäch­ti­ge Wal­kie­fer­kno­chen die Neu­gier. Ger­ne wür­de ich dem  Muse­um einen Besuch abstat­ten. Aber dafür ist die Zeit ein­fach zu kurz. Doch wir haben einen infor­ma­ti­ven Über­blick erhal­ten und kön­nen uns einen Erho­lungs- und Erleb­nis­ur­laub auf die­ser Insel sehr gut vor­stel­len. Idea­ler­wei­se soll­te noch das Wet­ter mit­spie­len. Aber in die­sem Som­mer stellt sich die­se Fra­ge nicht: Immer Son­nen­schein pur. 
Nach der Insel­rund­fahrt spa­zie­ren wir die beleb­te Strand­pro­me­na­de ent­lang, hören eine Wei­le einer Musik­ka­pel­le zu, die sich mäch­tig ins Zeug legt. In einem der Cafés genie­ßen wir die See­bad­idyl­le. Spä­ter machen wir einen Abste­cher an den Stand. Gero ent­deckt einen his­to­ri­schen Bade­wa­gen und erklärt sei­ne Funk­ti­on. Am Strand kön­nen wir gut beob­ach­ten, wie lang­sam die Flut ein­setzt; für uns Land­rat­ten ein immer wie­der beein­dru­cken­des Schau­spiel. 
  

Lang­sam machen wir uns auf den Rück­weg zum Hafen, um die Fäh­re um 17:40 nach Dage­büll zu neh­men. Von dort aus ist es noch eine Stun­de Auto­fahrt bis Kol­k­er­hei­de.

Nach dem Abend­brot ist heu­te ein Rom­méa­bend ein­ge­plant. Das macht Spaß, auch wenn mei­ne Gewinn­chan­cen gering sind. Das ist wie ver­hext.

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