Feuerwehrmuseum Berlin

 

Ein Ferienerlebnis: Berliner Feuerwehrmuseum

Veitstraße 5, 13507 Berlin

Arvid befindet sich offensichtlich in der Feuerwehrmann-Phase. Dazu hat ganz sicher auch die Serie Feuerwehrmann Sam beigetragen, die bei ihm im Augenblick ganz groß angesagt ist und die Geschichten um Bob der Baumeister abgelöst hat. So ist es nicht überraschend, dass er immer wieder den Wunsch äußert, das Feuerwehrmuseum zu besuchen.

Das Berliner Feuerwehrmuseum befindet sich in Tegel. In ihm ist die Geschichte der Berliner Feuerwehr, der ersten deutschen Berufsfeuerwehr, seit der Gründerzeit dokumentiert und mit Exponaten veranschaulicht.

Heute, am 17. August 2017, geht sein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Ich mache mich mit ihm und seiner älteren Schwester Marthe auf den Weg zum Feuerwehrmuseum. Wir starten in Frohnau und nutzen die gute Busanbindung nach Tegel. Ich kaufe für 7€ eine Tageskarte für die BVG, mit der man bis zu drei Kindern mitnehmen kann. Das passt. Wir fahren fast bis vor das Gebäude des Feuerwehrmuseums.

Der gelbe Rettungshubschrauber Christoph 31 weist schon von weitem auf das Museum. Der Eingang befindet sich an der Seite des Gebäudes in der Veithstraße.

Wir betreten einen dunklen Treppenaufgang. Die Treppe führt in das Museum und ist selbst Präsentationsobjekt. Sie veranschaulicht die furchtbaren Auswirkungen eines Brandes in einem Gebäude. Arvid ist mächtig beeindruckt. Die dreizehnjährige Marthe ist da abgeklärter. Aber in diesem dunklen Treppenaufgang erinnere ich mich: Hier war ich schon einmal, mit ihr und Agi, ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester. Die Mädchen waren zu diesem Zeitpunkt sieben und fünf Jahre alt und genauso interessiert wie heute ihr sechsjähriger Bruder.

 

Öffnungszeiten

Di und Do: 9-16 Uhr
Mi: 9-19 Uhr
Fr und Sa: 10-14 Uhr

 

Eintrittspreise

Eintritt: 5€
Kinder ab 3 Jahren; 2,50€

Wir kaufen die Eintrittskarten und verstauen unsere Sachen in einem Schließfach. Nach Smalltalk mit einem sehr freundlichen Feuerwehrmann starten wir den Rundgang. Es sind nur wenige Besucher im Museum. Wir haben Zeit, Platz und Muße, alles genau in Augenschein zu nehmen. Wie oben bereits erwähnt, die erste Berufsfeuerwehr wurde 1851 in Berlin ins Leben gerufen. Aber in vielen Städten und Gemeinden gab es freiwillige Feuerwehren. Die Ausrüstung war aus heutiger Sicht bescheiden: Ledereimer, Schiebeleitern, Rettungsschläuche. Die Handdruckwasserspritzen und Wasserwagen wurden von Pferden gezogen. Marthe und Arvid schauen sich die historischen Exponate aufmerksam an. Ada vertieft sich in die Informationstafeln; Arvid genügen kurze Erklärungen meinerseits. Am liebsten würde er auf einen der ausgestellten Wagen klettern, um die Technik auszuprobieren. Geht natürlich nicht.

 

Handdruckwasserspritze von 1884

Handdruckwasserspritze von 1902

Wir sind nun auf den Spuren der Entwicklung der Feuerwehr. Um die Wasserversorgung der Städte zu gewährleisten, wurden für einen gleichbleibenden Wasserdruck hohe Wassertürme errichtet. Um 1900, so lesen wir, baute man in diese Wasserleitungen Hydranten ein, damit die Feuerwehr bei Bedarf dort Löschwasser entnehmen konnte. Hierfür konstruierte man Hydrantenwagen. Auch erste Atemschutzgeräte – wie der Rauchhelm – wurden
getestet. Mit Beginn der 20er Jahre setzte die Motorisierung der Feuerwehren ein. Die Pferde hatten ausgedient. Den Feuerwehrleuten standen zunehmend motorisierte Tragkraftspritzen, Löschfahrzeuge, Tank- und Mannschaftswagen zur Verfügung. Die ersten Feuermelder wurden in Städten aufgestellt. Und neben dem Wasser stand den Feuerwehrleuten zur Brandbekämpfung ein neu entwickelter Löschschaum zur Verfügung, mit dem auch Öl- und Benzinbrände gelöscht werden konnten.

In einem kleinen Kinoraum nehmen wir in einem der gemütlichen Sessel Platz und verfolgen eine Weile die Ausführungen über die vielfältige Arbeit der Berliner Feuerwehr. Und natürlich braucht ein Feuerwehrmann für die unterschiedlichen Aufgaben auch eine spezielle Schutzkleidung. Nach einer gewissen Zeit geht es weiter in die nächsten Ausstellungsräume.

 

In einem Raum können die Kinder selbst einiges ausprobieren, ihre Reaktions- und Kombinationsfähigkeiten testen. Da fühlen sich beide sofort herausgefordert. Nicht alles klappt gleich so, wie gewünscht. Arvid braucht ab und zu noch Aufmunterungen: Nicht aufgegeben!
Einfach noch einmal probieren! Wenn es dann klappt, kennt die Begeisterung kein Ende. Wieder kommen mir Erinnerungen. Als ich vor Jahren mit den beiden Mädchen hier war, haben sich beide auch intensiv an den Aufgaben versucht. Heute hilft die große Schwester dem jüngeren Bruder.

Marthe und Arvid sind jetzt von dem „Puppenhaus“ gefesselt. Hier sind verschiedene Wohnräume dargestellt und in jedem passiert etwas, was zu einem Brand oder Unfall führen könnte. Die Kinder sind dabei die einzelnen Gefahrenquellen zu identifizieren. Nachdem dies geklärt ist, zieht ein Auto sie in den Bann. Ein Feuerwehrauto für den Notarzt, in das man sich hineinsetzen kann. Auf einer Leinwand wird eine Fahrt durch die Stadt simuliert. Jetzt wird erst einmal eine Weile „gefahren“.   

Auf dem Rückweg sind in Vitrinen viele verschiedene Feuerwehrfahrzeuge ausgestellt, die meisten im Matchbox-Format, aber auch einige richtig große Exponate. Arvid bekommt große Augen.

Wir holen unsere Sachen aus dem Schließfach und verabschieden uns. Es ist so ein schönes Sommerwetter. Was können wir noch unternehmen? Die Kinder haben sofort ein Antwort parat: Eis essen!

Wir laufen die Veitstraße hinunter zum Tegeler See. An der Greenwichpromenade wollen wir uns ein Eis gönnen. Ja, dieses Ziel spornt an.

 

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