Deutsches Technikmuseum Berlin

 

Deutsches Technikmuseum Berlin
Trebbiner Str. 9, 10963 Berlin
Heute geht es in das Technikmuseum  am Tempelhofer Ufer in Kreuzberg. In kurzen Abständen habe ich dieses Museum mehrmals besucht. Nein, nicht allein. Im Schlepptau die Enkel, mal der eine, mal der andere. Immer ist sind die Ausstellungen gut angekommen. Die Begeisterung der Kinder überträgt sich. Es macht einfach Spaß zusehen, wie sich die jüngeren alles bestaunen und die älteren gezielt nachfragen und wissen wollen, wie etwas funktioniert.  

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag:  9.00 – 17.30 Uhr Samstag / Sonntag: 10.00 – 18.00 Uhr

 

Geräusche identifizieren


An mehreren Stationen können die Kinder selbst aktiv sein. Das kommt an. An diesen Stellen ist das Technikmuseum ein interaktiver Lern- und Erlebnisort, so wie man sich ein modernes Museum wünscht. Dazu gehören auch die Museumstour: „Macht mit und sammelt so viele Punkte, wie Ihr könnt! Unsere App führt Euch mit Quiz-Fragen kreuz und quer durch unsere Ausstellungen!“, die GPS-Schnitzeljagd: „Entdeckt mit unserer Schnitzeljagd, an welchem Ort wir uns hier mit dem Deutschen Technikmuseum befinden! Und staunt, was hier früher alles passiert ist…“ und das Familienangebot für die Entdeckung des Datennetzes: „Die Spinne Frau Ursula zeigt Kindern ab sieben Jahren die witzigsten, spannendsten und merkwürdigsten Objekte.“ 
Das Museum wurde 1982 als Museum für Verkehr und Technik gegründet. Es befindet sich auf dem ehemaligen Anhalter Güterbahnhof unweit des Potsdamer Platzes am Gleisdreieck. So heißt auch die U-Bahn-Station, von der man das Museum nach fünf Minuten Fußweg erreicht. Hier verkehren die Linien U1 und U2. Weitere Möglichkeiten der Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmittels sind Fahrten mit der den U-Bahn-Linien U1 oder U7 bis Möckernbrücke oder die Nutzung der S-Bahnlinien S1, S2 bzw. S25 bis Anhalter Bahnhof.

 

 

Das historische Ensemble wurde durch einen Neubau erweitert, der sich harmonisch in den Gebäudekomplex einpasst. Hoch oben schwebt ein Flugzeug, ein so genannter „Rosinenbomber“, der schon von weitem auf das Technikmuseum hinweist. 

Wie gesagt, ich war nicht nur einmal in diesem Museum, habe aber noch lange nicht alles in Augenschein nehmen können. Ein Besuch lohnt sich immer wieder. Der Eintritt (inklusive Science Center) kostet für einen Erwachsenen 8€, ermäßigt 4€. Für einen Erwachsenen mit zwei Kindern unter 14 Jahren gibt es die Minifamilienkarte für 9€ und für zwei Erwachsene mit drei Kindern unter 14 Jahren die Maxi-Familienkarte für 17€. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt.

Eingangshalle


Das Museum präsentiert umfangreiche Dauerausstellungen zu den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Schifffahrt, Schienenverkehr, Straßenverkehr, Papier- und Textiltechnik, Schreib- und Drucktechnik, Foto- und Filmtechnik, Energietechnik, Nachrichtentechnik und zu technischen Themen wie Zuckerproduktion, Datennetz, Chemie- und Pharmaindustrie, historische Brauerei, Mathematik und Informatik. Im Museumspark sind Wind- und Wassermühlen, eine Schmiede sowie die Brauerei zu besichtigen. Und ganz Wissbegierigen stehen eine technikhistorische Bibliothek und das Historische Archiv zur Verfügung. Im gegenüberliegenden Science Center Spectrum können über 150 Experimente erprobt werden: Sehen und wahrnehmen; Licht und Sehen; Mikrokosmos und Makrokosmos; Wärme und Temperatur; Elektrizität und Magnetismus; Kraft und Energie; Mechanik und Bewegung; Musik und Hören.
Bei meinem Besuch mit Agi schauen wir uns zuerst die historischen Maschinen der Papier- und Textiltechnik sowie der Schreib- und Drucktechnik an. Für mich total verblüffend, wie intensiv und interessiert sich ein neunjähriges Mädchen sich diese Maschinen ansieht und alles eifrig fotografiert.  

Marthe und Arvid zieht es sofort zu den Flugzeugen, zur Ausstellung „Vom Ballon zur Luftbrücke“. Also auf in die vierte Etage. Das geht ganz bequem mit einem der Fahrstühle oder auf der Treppe, die mitten durch die Ausstellungshallen führt.

Besonders die Geschichte des abgestürzten Tierfilmers Michael Grzimek (1934-1959) geht den Kindern zu Herzen. Sie schauen sich die Wrackteile an und wollen ganz genau wissen, wie es zu diesem Unfall kam.

Bei Filmaufnahmen  für sein Projekt „Serengeti darf nicht sterben“ stieß das Flugzeug von Michael Grzimek mit einem Geier zusammen. Das Flugzeug stürzte ab. Er überlebte den Absturz nicht.

Wir betreten die große Ausstellungshalle. Der sechsjährige Arvid saust von Flugzeug zu Flugzeug und ruft immer wieder: Hier schaut mal! Das müsst ihr sehen! Er fotografiert ohne Unterlass. Seine sechs Jahre ältere Schwester Marthe bewegt sich viel gelassener. Aber auch sie hat die Flugfieber gepackt. Flugapparate, Propellermaschine, Düsenflugzeug, Segelflieger. Wie geht das alles? Wie kommen diese schweren Geräte in die Luft? Hier kommen herausfordernde Fachfragen. Bei der Arado Ar 96 können wir das Innenleben betrachten. Es handelt sich für die 30er Jahre um ein modernes Flugzeug, einem Ganzmetall-Tiefdecker mit einer geschlossenen Kabine und einem einziehbaren Fahrwerk. Die Ar96 war das Standardschulflugzeug zur Jagdfliegerausbildung.  

Nachbau des Flugapparats von Otto Lilienthal

 

In der Ausstellung „Lebenswelt Schiff“ zur Binnen- und Hochseeschifffahrt beeindruckt sofort der Kaffenkahn schon allein durch seine Länge. Kaffe bezeichnet das vordere und das hintere meist sehr langgezogenes Ende des Kahns, der als Frachtsegler Baustoffe nach Berlin brachte. Dann entdecken die Kinder den Schleppdampfer „Kurt Heinz“, den man entern kann. Das lassen sie sich (wie auch andere Besucher) nicht zweimal sagen. Schon sind sie an Bord: Steuermannkabine, Maschinenraum, der riesige Schornstein, dicke Seile und Ketten und nicht zu vergessen die Toilette. Was sein muss, muss sein.  

Modell einer Galeere der Tempelritter

  

Im historischen Lokschuppen des ehemaligen Bahnbetriebswerks des Anhalter Bahnhofs ist passenderweise die Abteilung Schienenfahrzeuge untergebracht. Hier sind historische Lokomotiven und Personen- und Güterwagen untergebracht. Außerdem sind viele bahnrelevante Objekte ausgestellt wie Fahrkartenautomat, Bahnuniformen, Reiseandenken, Reiseutensilien, …

Zu den sehr alten Schauobjekten gehört die von August Borsig entwickelte Beuth 24, die 1842 in Dienst gestellt wurde. Mit dem Namen Borsig können die Kinder etwas anfangen. Sie kennen die Borsig-Hallen in Tegel und wissen, Borsig hat Lokomotiven gebaut, wo heute die Leute shoppen gehen.

1837 gründete Johann Friedrich August Borsig (1804-1854) in Berlin an der Chausseestraße eine Maschinenbaufirma für Dampfmaschinen und Lokomotiven. Die erste eigene Lokomotive mit dem Namen Borsig Nr. 1 entstand 1840. 1844 auf der Berliner Industrieausstellung  stellte er mit der Beuth seine 24. Lokmotive aus. Zehn Jahre später wurde seine 500. Dampflokomotive fertiggestellt. Das Werk in Berlin-Tegel wurde 1898 eingeweiht.

 

Langsam werden die Beine schwer. Wir wollen aber auf jeden Fall noch das dreiminütige Orgelkonzert hören, bevor wir uns auf den Heimweg machen. Nicht nur wir stehen erwartungsvoll vor der Orgel. Es handelt sich, so der Hinweis auf einem Schild, um eine Kartenorgel aus dem Jahre 1923. Pünktlich um 17:30 Uhr ertönt die Musik. Erstaunliche Technik! Alle Zuhörer klatschen.

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