Der Berg ruft: Auf zum Akhun im Kaukasus!

 

11. August 2018

Heute steht ein Abstecher in den Kaukasus auf dem Plan. Zugegeben für die Größe dieses Gebirges ein allzu kleines und kurzes Unterfangen.

An der Rezeption haben wir uns erkundigt. Für unerfahrene Touristen wäre ein Ausflug zum Berg Akhun das Passende. Ich hatte ja vor der Reise gedacht, wir machen eine Wanderung im Kaukasus. Aber wir wollen nicht übertreiben und nehmen den Hinweis gern an. Natürlich ist uns bewusst, dass das ein für Touristen erschlossenes und gestaltetes Ziel ist. Doch warum nicht damit anfangen? Man könnte diese Exkursion auch als Tagesausflug gestalten und den Berg zu Fuß ersteigen. Doch davon nehmen wir Abstand. Hierzu bräuchten wir mehr Informationen und für diese aufgrund unserer überschaubaren Russischkenntnisse mehr Zeit, die wir nicht mehr haben. Also entscheiden wir uns für die bequeme Variante.

Mit dem Taxi auf den Akhun

Im Hotel bestellt Torsten ein Taxi. Für 700 Rubel bringt uns der Fahrer in einer ausgedehnten Serpentinenfahrt auf den Akhun. Links und rechts Wald und nochmals Wald. Auch ein Laie sieht, dass es sich um einen sehr alten Baumbestand handelt. Später bringt uns das Taxi wieder zurück zum Hotel. Eine Fahrt dauert nur eine halbe Stunde. Das zeigt, Sotschi liegt nicht nur am Schwarzen Meer, sondern unmittelbar auch am Kaukasus.

Aussichtsturm auf dem Akhun

Der Taxifahrer parkt das Auto und wir machen uns auf den Weg zum Aussichtsturm. Der Turm erinnert in seiner Architektur an einen römischen Wachturm im Limes. Aber erbaut 1936 ist er viel, viel jünger. Eine Wendeltreppe führt auf eine Aussichtsplattform. Diese Mühen muss man in Kauf nehmen, will man seinen Blick über Stadt. Meer und Landschaft schweifen lassen. Also los, Stufe für Stufe wird erklommen. Die Belohnung wartet oben: Es ist wirklich eine zauberhafte Natur, die den Akhun umgibt. Und das bei ungetrübten Sonnenschein.

Kein Wunder, das Fotoapparate klicken und Videokameras surren. Und wir sind dabei und schauen über den Kaukasus. Die unmittelbare Region um den Akhun ist ein Naturschutzgebiet und zählt zum UNESCO Weltnaturerbe. Später lese ich: Einige der Bäume sind an die 2000 Jahre alt, unvorstellbar. Was war das für eine Zeit, als der Sprössling eines solchen Riesens sich aus dem Samenhülle befreite und seine jungen Wurzeln in das Erdreich trieb?

Am Fuße des Aussichtsturmes befindet sich neben mehreren Souvenirshops auch ein Restaurant.

Gaststätte auf dem Akhun

Es hat noch geschlossen. Auf unsere Frage nach einer Toilette zeigt man auf einen Waldweg. Über Stock und Stein geht es zu einer Holzbaracke. Oh mein Gott, das ist ja noch abenteuerlicher als die Toilette des Waldcafés im Botanischen Garten. Geht gar nicht, also durchhalten. 😥 

Zurück im Hotel nutzen Torsten und Stefie das Wellnessangebot und den Friseur. Ich mache mich auf zur Strandpromenade. Es ist so ein verführerisches Sommerwetter.

Kwas-Stand

Natürlich muss ich noch ein Eis essen, Kwas trinken, Blinies kosten. Nebenbei kaufe ich ein paar Souvenirs. Als ich mich bei der einen Verkäuferin mit „Spaziba“ (Danke) bedanke, ist diese ganz außer sich: „Tui Molodez“ (du Prachtmädel) ruft sie immer wieder und winkt mir nach.

Kwas

Ist ein typisch russisches Erfrischungsgetränk, das aus vergorenem Brot hergestellt wird. Sein Alkoholgehalt liegt bei ca. 1%. Mit seiner braunen Farbe erinnert es an Malzbier. Aber es hat einen leicht säuerlichen Geschmack, ist sehr erfrischend und verdauungsfördernd.

Gegen 18 Uhr bin ich zurück im Hotel. Jetzt heißt es Koffer packen. Nach einer Stunde ist das erledigt. Wir treffen uns in der Hotellounge zum Abendbrot. Hier sitzen wir bei einem vollmundigen armenischen Rotwein und erzählen noch lange von unseren Erlebnissen.

 

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