Das Hornberger Schießen

03.09.2016

Wir wechseln uns beim Fahren ab. Ein schöner, sonniger Tag. Es ist von Thüringen in den Schwarzwald auf der A81 eine angenehme Fahrt. Bei Abfahrt Rottweil verlassen wir die Autobahn in Richtung Schramberg, Hornberg bis nach Gutach. Die B462 führt in den Schwarzwald, hohe Berge, hohe Bäume und immer wieder Serpentinenfahren. Hier sollten die Bremsen eines Autos gut funktionieren. Vor 30 Jahren raste ein Lastzug in Schramberg ungebremst in einen Supermarkt. Seine Bremsen hatten versagt. Ein spektakulärer Unfall. In Schramberg fallen große Werksbauten ins Auge. Wir lesen: Junghans. Dieser Name ist unweigerlich mit Uhren verbunden.

1861 gründet Erhard Junghans die Uhrenfabrik zunächst als Zulieferbetrieb für Schwarzwälder Uhrenhersteller. Ab 1888 gehen eigene Uhrenfabrikate mit eigenen Logo in die Produktion. Die Marke Junghans ist geboren. Anfang des vergangenen Jahrhunderts ist Junghans der größte Uhrenhersteller der Welt. Viele Innovationen der Zeitmessung gehen aus dem Unternehmen Junghans hervor. Trotzdem hat der Betrieb nicht nur Erfolge zu feiern. Auch eine Insolvenz ist zu überstehen. 2009 erfolgt die Neugründung. Die historische Entwicklung dieses Unternehmens ist im 2011 eröffneten Firmenmuseum dokumentiert.

Auf unserem Weg nach Gutach, wo wir ein Quartier auf dem Blumbauernhof gebucht haben, durchqueren wir Hornberg, eine Kleinstadt im mittleren Schwarzwald, die zu Fußen einer Burgruine liegt, den baulichen Resten des Schlosses Hornburg.

Die Orte gehen ineinander über. Gutach liegt nordwestlich von Hornberg ca. vier Kilometer entfernt. Der Blumbauernhof befindet sich auf einer Anhöhe, d.h. wir fahren einen Berghang hinauf und erreichen den Hotelhof. Bauer Blum vermietet fünf Zimmer an Gäste. Es ist eine sehr schöne Unterkunft in einem der typischen Schwarzwaldhäuser. 😉 Von unserem Zimmer aus treten wir auf einen Balkon. Von hier aus hat man einen überwältigen Blick in die umgebende Landschaft. 😎 

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Zum Abendessen fahren wir nach Hornberg. Natürlich schauen wir uns das kleine Städtchen etwas genauer an. Es ist nicht viel los. Zwar sind Häuser und Straßen auf das Feinste hergerichtet, aber der Leerstand einer Reihe von Läden spricht eine deutliche Sprache. Im Tannhäuser sind die meisten draußen stehenden Tische besetzt, ein gutes Zeichen. Hier nehmen wir Platz. In der Tat, wir genießen ein ausgezeichnetes Abendessen und insbesondere das dunkle Weizenbier der Brauerei Ketterer.

Hornberg, den Namen kennt man irgendwoher. Nach einigem Nachdenken fällt einem der Ausruf ein: Das geht aus wie das Hornberger Schießen! Was hat es damit auf sich? Oft gebraucht, meist ohne groß darüber nachzudenken. Es handelt sich um eine Redewendung, die laut Stadtgeschichte auf folgender Legende beruht. 1564 erwartete die Stadt den Herzog. Dieser sollte mit Salutschüssen ehrenvoll empfangen werden. Als der Ausguck auf dem Schossberg in der Ferne ein Gefährt in einer dichten Staubwolke gewahr wurde, kündigte er den Herzogtross an. Daraufhin feuerten die Kanonen. Als das Gefährt näher kam und sich die Staubwolke lichtete, erblickten die Hornberger einen Krämerkarren, der von einem Esel gezogen wurde. Sie hatten ihr Pulver verschossen und sich blamiert. Viel Getöse für nichts. 😡 

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