Burg Mylau und Göltzschtalbrücke

4. August 2019

Bevor es zurück nach Berlin geht, haben wir noch Einiges vor. Die Koffer sind gepackt und im Auto verstaut. Wir verabschieden uns von unseren freundlichen Gastgebern. Dabei kommen wir noch einmal auf unseren Ausflug nach Plauen zu sprechen. Ich erfahre etwas Interessantes über das Restaurant Trömel. Dieses Restaurant befand sich im Herzen Plauens, wo sich heute die Straßenbahnen kreuzen. Im Krieg wurde es zum Teil zerstört, konnte aber eingeschränkt nach 1945 weiter seine Gäste bedienen – bis zur Verstaatlichung 1950. Es folgte die Schließung. Der Name Trömel – gewissermaßen eine Plauener Institution – so unser Gastgeber, verschwand aus dem Alltagsleben der Plauener. Nach der Wende erfolgte Anfang 1990 eine Wiederbelebung der Trömelschen Kaffeekultur. Das Restaurant, in dem wir gespeist haben, ist eine Neueröffnung am Klostermarkt. Wenn man sich in dem Café umsieht, fallen einem historische Erinnerungsstücke des alten Cafés Trömel ins Auge: Fotos, Dokumente und Möbel. Ich nehme mit: Trömel gehört zu Plauen!

Nach diesem Geschichtsexkurs starten wir kurz vor Zwölf in Richtung Mylau. Hier wollen wir uns eine Burg anschauen. Mylau ist eine kleine, eher unscheinbare Stadt am Fuße einer Burg. Die denkmalgeschützte Burg Mylau ist fast vollständig erhalten. Sie ist die größte Burganlage im sächsischen Vogtland. Das klingt doch interessant, auch wenn ich zuvor noch nie etwas über eine Burg Mylau gehört hatte.

Das Parken ist in Mylau kein Problem, wie gesagt, eine eher ruhige Stadt. Eine kleine Anhöhe ist zu erklimmen, um den Burgeingang am unteren Burghof zu erreichen. Es ist schon ein imposanter Anblick als wir durch das grüne Blätterdach auf die Burganlage schauen. Die Kasse befindet sich im oberen Burghof im Erdgeschoss der Burg. Hier sind Tickets für Führungen und Besichtigungen des Burgmuseums zu erwerben.

 

Museum Burg Mylau

Adresse
Burg 1, 08488 Mylau

Öffnungszeiten
Ganzjährig

Di-So: 11-17 Uhr

Eintritt
Erwachsene: 5€

Kinder: frei

Das kulturhistorische Burgmuseum ist in der Oberen Burg untergebracht. Auf drei Etagen sind 15 Themenbereiche zu besichtigen. Einige Räume haben ihren historischen Charakter behalten bzw. dieser wurde wieder nachvollzogen. Es gibt einiges zu entdecken. Treppauf, treppab, durch enge Gänge, über breite Treppen – es gilt die Übersicht zu behalten. Natürlich erfährt man etwas über die wechselvolle Burggeschichte, das Burgleben, die Reformation, die Industrialisierung des nördlichen Vogtlandes. Der repräsentative Ratssaal, insbesondere dessen Gestaltung der Holzdecke, und das Metzsch-Zimmer gehören zu den interessantesten Räumen.

Im so genannten Schuleum ist eine naturkundliche Sammlung mit teilweise exotischen Exponaten aus aller Welt untergebracht. 1876 wurde ein Naturkundeverein zu Mylau gegründet. Angefangen hat alles mit einer einfachen Zigarrenkiste, in der ein Lehrer die von ihm gesammelten Mineralien aufbewahrt hatte. Auf dieser Basis entstand mit der Zeit eine umfängliche naturkundliche Sammlung. Bekanntestes Vereinsmitglied war der Zoologe Heinrich Dathe, der später Direktor des Berliner Tierparks wurde. Ja, manchmal ist die Welt klein. Überall sind interessante Spuren zu entdecken.

Mylau befindet sich in naher Nachbarschaft zur Göltzschtalbrücke, dem Wahrzeichen des Vogtlandes. Das ist unser nächstes Ziel. In ein paar Minuten haben wir dieses Ziel erreicht. Eine weiträumige Parkplatzanlage (= Wanderparkplatz; Kosten 1€/Stunde) zollt der Brücke Respekt, denn diese ist als weltgrößte Ziegelsteinbrücke ein Touristenmagnet. Beeindruckend. Die Brücke, ruhend auf 96 Ziegelsteinbögen, überspannt zwischen Mylau und Netzschkau die Göltzsch, einen Nebenfluss der Weißen Elster, und ermöglicht so eine Eisenbahnquerung. Das Brückenpanorama ist auf vielen Postkarten und Prospekten zu sehen. Wir gehen auf die Aussichtsplattform, lesen die Informationen über Bau und Funktion der Brücke und machen ein paar Fotos. Die die 78 Meter hohe und 574 Meter breite Brücke wurde von 1846 bis 1851 errichtet. In der fünfjährigen Bauzeit wurden sage und schreibe 26.021.000 Ziegel verbaut.

Gegen halb Drei geht es endgültig Richtung Heimat. Adieu Vogtland! Vier Stunden Fahrzeit liegen vor uns. Es war eine schöne und interessante Zeit, wobei wir nur einen Bruchteil erlebt und erkundet haben. Ich denke nur an die Talsperren, an weitere Burgen, an Höhlen und natürlich an die Vogtland-Arena mit der Klingenthaler Großschanze. Ein Besuch lohnt sich.

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