Brügge sehen und – genießen

 

22.09.2016

Ein­mal Brüg­ge sehen und – genie­ßen! Unser Hotel Jan Bri­to befin­det sich in mit­ten der Alt­stadt: Fre­ren Font­ein­straat 1. Bes­ser geht es nicht! Die Alt­stadt ist von Kanä­len umge­ben und durch­zo­gen, sodass sie sowohl fuß­läu­fig als auch bequem in einem Boot erkun­det wer­den kann. Die Flü­gel von zwei der vier Wind­müh­len, die wie auf­ge­reiht auf den Wall­an­la­gen beim Stadt­tor Kruis­po­ort ste­hen, dre­hen gemäch­lich ihre Run­den. Es weht nur eine leich­te Bri­se.

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Zunächst errei­chen wir den Burg­platz. Rechts neben dem Stadt­haus (Stad­huis) befin­det sich ein­ge­baut in die Häu­ser­zei­le die Basi­li­ka des Hei­li­gen Blutes. Es soll das ältes­te Gebäu­de in Brüg­ge und Auf­be­wah­rungs­ort einer Reli­quie mit Bluts­trop­fen von Jesus sein.

Wei­ter führt uns unser Weg zum Gro­ßen Markt (Gro­te Markt). Ohne Zwei­fel beein­dru­ckend der über 80 Meter hohe Bel­fried (Bel­fort), der in den Hal­len­kom­plex inte­griert ist. Man kann ihn für 8€ bis zu einer Aus­sichts­platt­form bestei­gen. Ganz sicher ist der Blick über die Stadt fan­tas­tisch. Aber die 366 Stu­fen, die zwi­schen uns und dem Aus­blick lie­gen, wir­ken doch abschre­ckend. Auf Aus­sichts­hö­he befin­det sich ein Glo­cken­spiel, das jeweils mitt­wochs, sonn­abends und sonn­tags um 14.15 Uhr erklingt. Heu­te ist Don­ners­tag. Na ja, so ist es eben.

 

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Hei­lig-Blut-Basi­li­ka

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Bel­fried

 

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Ein­gang His­to­ri­um

Wir wen­den uns dem His­to­ri­um zu, einem pri­va­ten Muse­um für mit­tel­al­ter­li­che Stadt­ge­schich­te im 15. Jahr­hun­dert. Es ist noch rela­tiv jung, erst 2012 wur­de es eröff­net. Der Ein­tritt kos­tet 13€. Das moder­ne Muse­ums­kon­zept spricht alle Sin­ne der Besu­cher an. Ein Audio­gui­de ist unser mut­ter­sprach­li­cher Beglei­ter. Wir hören eine klei­ne Lie­bes­ge­schich­te von Jakob und Anna, die als roter Faden, sie­ben The­men­räu­me mit den his­to­ri­schen Sze­nen mit­ein­an­der ver­bin­det: den alten Hafen und enge Gas­sen, ein Bade­haus, das Ate­lier des Malers Jan van Eyck, und immer mit­ten­drin ein bun­ter Papa­gei. Fil­me, Musik, Geräu­sche und Gerü­che ver­schaf­fen ein sinn­li­ches Erleb­nis: So ging es im Mit­tel­al­ter im rei­chen Brüg­ge zu.

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Auf der Ter­ras­se

Nach dem Rund­gang schließt sich eine inter­ak­ti­ve Aus­stel­lung an, bei der man je nach Lust und Lau­ne wei­te­re his­to­ri­sche Details erfah­ren kann. Im Duve­l­ori­um Grand Beer Cafe und der Pan­ora­ma Ter­ras­se kann man anschlie­ßend per­fekt ent­span­nen – am bes­ten mit einem Duvel Bier.

 

In der Aus­stel­lung haben wir erfah­ren, dass Brüg­ge im Mit­tel­al­ter noch mit dem Schiff erreich­bar war. An der Ost­sei­te des Mark­tes, auf dem wir nun wie­der ste­hen und uns umse­hen, stand die 95 Meter lan­ge und 24 Meter brei­te Was­ser­hal­le (Water­hal­le). Hier fuh­ren die Han­dels­schif­fe ein, um die Waren im Tro­cke­nen ent­la­den und lagern zu kön­nen. Die­ses Geschäft flo­rier­te fast 500 Jah­re lang, ehe die Hal­le 1787 abge­ris­sen wur­de.

provinzial-hofHeu­te steht dort – direkt neben dem His­to­ri­um – der Pro­vin­zi­al Hof (Pro­vin­ciaal Hof). Das impo­san­te Gebäu­de im neo­go­ti­schen Stil beher­bergt den Regie­rungs­sitz der Pro­vinz West­flan­derns und das Land­ge­richt.  

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Boots­fahrt durch die Grach­ten

Wir bum­meln durch die Stadt und ent­schei­den uns spon­tan für eine Kanal­fahrt. Die Fahrt kos­tet 8€ und dau­ert ca. eine hal­be Stun­de. Vie­le Boo­te sind unter­wegs und tuckern durch die Grach­ten oder die Rei­en, wie die Was­ser­stra­ßen in Brüg­ge genannt wer­den. Lei­der kön­nen wir den Erklä­run­gen des Boots­füh­rers nicht fol­gen, also schau­en und genie­ßen: die schö­nen Fas­sa­den der alten Häu­ser und die nied­ri­gen Brü­cken, unter denen wir hin­durch fah­ren. Ab und zu ist es bes­ser, sich nicht zu stre­cken, son­dern den Kopf zu sen­ken.

Dann am Ende eines Kanal­arms erscheint plötz­lich ein gro­ßes Denk­mal. Wer ist das? Das Boot wen­det. Spä­ter erkun­den wir, es han­delt sich um den bekann­ten flä­mi­schen Maler Jan van Eyck 

Jan van Eyck
(ca. 1390–1441)

Jan van Eyck leb­te in der Zeit des Spät­mit­tel­al­ters. Er war ein bedeu­ten­der flä­mi­scher Maler, der einen natu­ra­lis­ti­schen Mal­stil präg­te, der sich durch rea­lis­ti­sche Detail­dar­stel­lun­gen aus­zeich­net. Van Eyck schuf u.a. den Gen­ter Flü­gel­al­tar.

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Die Zeit ist vor­an­ge­schrit­ten. Der Magen mel­det sich. In einer gemüt­li­chen Gast­wirt­schaft gegen­über dem Bier­mu­se­um Hal­ve Maan in der Wal­p­lein Stra­ße 26 ist Pau­se und Essen ange­sagt. Danach wol­len wir uns das Bier­mu­se­um anschau­en, aber wir müss­ten auf die nächs­te Füh­rung war­ten. Dazu haben wir kei­ne Lust und machen uns auf den Weg zur Lieb­frau­en-Kir­che, die eine ganz beson­de­re Attrak­ti­on zu bie­ten hat. Hier ist eine Mar­mor­skulp­tur „Maria mit Kind“ von Michel­an­ge­lo zu bewun­dern. Damit haben wir in Brüg­ge wahr­lich nicht gerech­net. Die­se Sta­tue wur­de von den Kauf­leu­ten Johann und Alex­and­re Mou­scron aus Brüg­ge erwor­ben und spä­ter der Kir­che Not­re Dame (Lieb­frau­en-Kir­che) ihrer Hei­mat­stadt gestif­tet.

Auf unse­rem Spa­zier­gang zurück zum Gro­ßen Markt kom­men wir an etli­chen Scho­ko­la­den- und Bier­ge­schäf­ten vor­bei. So vie­le Sor­ten ver­schie­de­ner Bie­re auf einem Fleck habe ich noch nie gese­hen. Unglaub­lich! Trotz­dem – Brüg­ge ist eine beschau­li­che Stadt, kei­ne Groß­stadt. Die meis­ten Geschäf­te schlie­ßen ihre Pfor­ten bereits um 18 Uhr. Wir keh­ren noch ein­mal in das Duve­l­ori­um Grand Beer Cafe im His­to­ri­um zurück, um auf der Ter­ras­se ein Duvel Bier zu trin­ken.

22-bruegge-kremserUnser Blick schweift dabei über den beleb­ten Markt, wo sich die Pfer­de­kut­schen sam­meln. Mein Gott, das nimmt ja gar kein Ende! Es wer­den immer mehr. Doch die meis­ten Tou­ris­ten wol­len jetzt nicht mehr Kut­sche fah­ren. So lässt ein Kut­scher nach dem ande­ren sei­ne Pfer­de nach Hau­se tra­ben. Für uns ein unge­wöhn­li­ches Bild.

Auch das Duve­l­ori­um schließt. In einem der vie­len Höfe in der Stadt fin­den wir eine Gast­stät­te, deren Spei­se­kar­te uns zusagt. Dies­be­züg­lich hat man hier wohl immer die Qual der Wahl.

Wir haben viel Inter­es­san­tes über Brüg­ge erfah­ren, aber ein Tag reicht bei wei­tem nicht aus, um Brüg­ge mit all sei­nen Sehens­wür­dig­kei­ten und sei­ner Geschich­te zu ent­de­cken. Gut, davon sind wir auch nicht aus­ge­gan­gen.

21-bruegge-hotel-7Noch ein Absa­cker-Bier im Hotel Jan Bri­to. Mor­gen geht es zurück nach Deutsch­land. Lot­ti hat noch eine Zwi­schen­über­nach­tung in Wen­de­burg orga­ni­siert – sicher ist sicher.

 

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