Barri Gòtic und Palau de la Música

 

30. April 2019

Lotti und Eva sind kurz vor mir in der Abflughalle von easyjet eingetroffen. Wir reisen nur mit Handgepäck (max. Größe 56x45x25cm). Auch unsere Bordkarte haben wir bereits, da Lotti den Check-In von zu Hause aus vorgenommen hat. So können wir sofort zur Sicherheitskontrolle im Terminal C. Damit bleiben uns das Gewühl und lange, nicht enden wollende Schlangen im Terminal B erspart.

Im Terminal C ist alles überschaubar und entspannt. Fast pünktlich hebt der Flieger ab. Nach ca. 2,5 Stunden landen wir in auf dem Airport El-Prat von Barcelona.

Hotel H10 Raco del Pi

Im Internet hatten wir uns schon informiert. Es gibt verschiedene Möglichkeiten von Airport in das Stadtzentrum zu gelangen: Mit dem Renfe-Vorortzug, der Metro, dem Linienbus 46 oder dem Aerobus (5,50€) und natürlich mit einem Taxi.

Wir nehmen den Aerobus und sind in gut einer halben Stunde am Platz Catalunya mitten im Zentrum von Barcelona. Von hier aus erreichen wir dank Lottis Navigationskünsten mit dem Handy das gebuchte Hotel H10 Raco del Pi nach einer Viertelstunde. Es liegt im historischen Stadtkern dem Gotischen Viertel (Barri Gòtic, Carrer del Pi, 7, Ciutat Vella).

Nach einer zweistündigen Pause machen wir uns auf eine erste Erkundungstour. Nach ein paar Schritten stehen wir auf dem Placa de Sant Josep Oriol vor einer gewaltigen Kirche, der Basilica de Santa Maria del Pi. Alte Platanenbäume spenden Schatten. Ein Musiker bietet seine Künste feil. Gleich um die Ecke schließt sich ein weiterer Platz an, der Placa del Pi. Die Plätze werden von einer Vielzahl kleinerer Restaurants und Cafés gerahmt.

Lecker Eis bei Giovanni

Bei einer Eisdiele bleiben wir stehen. Es sieht gar zu lecker aus, um einfach daran vorbeizugehen. Eisschleckend geht es weiter durch verwinkelte Gassen mit unzähligen Geschäften. Das erinnert mich stark an die Altstadt von Sevilla. Wir lassen uns treiben und stehen plötzlich auf einem großen, rechteckigen Platz, dem Placa de la Seu, und sehen auf einer kleinen Anhöhe die Kathedrale von Barcelona. Die gotische Kathedrale aus dem 15. Jahrhundert, errichtet auf einem römischen Tempel, ist der Schutzpatronin von Barcelona, der Heiligen Eulalia, gewidmet, die in der Zeit der römischen Christenverfolgung den Märtyrertod starb. Lotti und Eva wollen unbedingt in die Kathedrale. Aber eine lange Schlange von Besuchern lässt sie ihr Vorhaben verschieben. Ob das eine gute Idee ist? Gleich neben der Kathedrale erheben sich monumentale Überreste der Stadtbefestigung aus römischer Zeit. Vor den Stufen zur Kathedrale ein buntes Treiben. Offensichtlich ist der Musiker, der gerade spielt, bekannt und sehr gefragt.

Unser Spaziergang führt uns weiter. Wir überqueren die Via Laietana und gelangen zum Musikpalast (Palau de la Música), dessen auffällige Architektur sofort ins Auge fällt. Das müssen wir näher betrachten.

Musikpalast (Palau de la Música)

Ein unglaubliches Gebäude, errichtet von dem katalanischen Architekten Lluis Domènech i Montaner in den Jahren 1905 bis 1908 als ein prunkvoller Jugendstilbau. Ein Konzertsaal der seinesgleichen in der Welt sucht, so ist es nicht überraschend, dass er seit 1997 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht.

Im Foyer treffen wir eine spontane Entscheidung: Heute Abend besuchen wir in diesem repräsentativen Gebäude eine Flamenco-Vorstellung. Gesagt, getan. Lotti stellt sich an und kauft die Karten für die Aufführung Gran Gala Flamenco. Wir haben Glück, denn eine solche Show wird nicht täglich angeboten.

Stadtmauer aus dem 4. Jht, n. Chr.

Danach spazieren wir bei sonnigem Wetter weiter durch die Stadt auf der Suche nach dem Picasso-Museum. Am Platz Ramon Berenguer, wo wieder gewaltige Mauern aus römische Zeit zu bewundern sind, muss Lotti erst einmal an einem Brunnen ihren Durst stillen. Das ist eine echt gute Sache. Überall in der Stadt sind Brunnen bzw. Wasserspender mit Trinkwasser, an denen man kostenlos seine Trinkflasche auffüllen kann.

Unweit des Platzes auf der anderen Straßenseite in der Carrer Montcada befindet sich das Picasso-Museum. Aber an der Kasse ein Ticket kaufen, so einfach wird es einem Besuchswilligen nicht gemacht. Alles Online über das Internet. Der Internetempfang lässt zu wünschen übrig, die Hinweise in Spanisch tun ihr Übriges. Trotz eifriger Hilfe durch den Einlassdienst können wir kein Ticket erstehen. Ein letzter Hinweis: Versuchen Sie es in einer Touristeninformation. Das machen wir dann auch. Kostet jeweils 2 Euro mehr, aber wir haben jetzt Tickets für den 3.5. um 11 Uhr.

Tapas Restaurant

Inzwischen merken wir nachhaltig unsere Beine. Auch der Magen meldet sich. In der Nähe unseres Hotels suchen wir am Placa de Sant Josep Oriol eine Tapas-Bar auf. Nach einer kleinen Pause im Hotel machen wir uns wieder auf den Weg zum Musikpalast, den wir fußläufig nach gut zehn Minuten erreichen.

Deckgestaltung des Konzertsaals im Palau de la Música

Der Konzertsaal des Palau de la Música ist einfach fantastisch. Eine gläserne Kuppel, Skulpturen, Säulen, Ornamente, Reliefs in Barocker Fülle und Farbe. Marmor, Keramik, Glas, Holz. Alles gestaltet mit unendlich viel Fantasie. Ein Ort der Lebensfreude.

Die Flamenco-Show startet. 95 Minuten erleben wir ein leidenschaftliches, ausdrucksstarkes Flamenco-Tanzpaar. Drei Gitarristen und ein Schlagzeuger sorgen für ein musikalisches Feuerwerk. Grandios, atemberaubend sowohl Tanz als auch Musik (alles ohne Elektronik). Donnernder Beifall belohnt die Künstler. Ein schönes Erlebnis!

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