Bärenwald Müritz

 

Bären­wald Müritz
 Am Bären­wald 1, 17209 Stu­er

Ich bin auf dem Rück­weg von Ros­tock nach Ber­lin, als ich eines die­ser bekann­ten tou­ris­ti­schen Hin­weis­schil­der: Bären­wald. Da ich die­se Stre­cke schon oft gefah­ren bin, ken­ne ich die­ses Schild sehr wohl. Sei­ne Infor­ma­ti­on hat sich in mei­nem Unter­be­wusst­sein abge­spei­chert. Aber heu­te neh­me ich es bewusst wahr und bie­ge einer plötz­li­chen Ein­ge­bung fol­gend in Rich­tung Plau am See ab, um mir die­sen Bären­wald anzu­se­hen. Es geht immer gera­de­aus. Nach 10 Kilo­me­tern errei­che ich Stu­er. Hier soll der Bären­wald sein. Lang­sam fah­ren und schau­en. Da ent­de­cke ich einen Weg­wei­ser zum Bären­park, den Ort ver­las­sen und rechts abbie­gen.

Und da ist er auch schon, der Bären­wald. Am Ein­gang wird gebaut. Ein moder­nes Besu­cher­zen­trum ent­steht. Es ist schon fast fer­tig. Im Mai soll es ein­ge­weiht wer­den. Gegen­über der Stra­ße befin­det sich ein neu ange­leg­ter Park­platz, den ich ansteue­re. Lei­der ist heu­te kein schö­nes Spa­zier­gangs­wet­ter. Es ist trü­be und immer wie­der nie­selt es. So neh­me ich sicher­heits­hal­ber einen Schirm mit. Aber wie es so ist, hast du einen Schirm dabei, brauchst du ihn sel­ten.

 Öff­nungs­zei­ten

15.März – 31.Oktober
täg­lich 9–18 Uhr

1.November – 14.März
täg­lich 10–16 Uhr

  

Ein­tritt

Erwach­se­ne 11€
Kin­der 5€
Ermä­ßigt 9€
Fami­lie 26€

 

Der Bären­wald Müritz ist ein Pro­jekt der inter­na­tio­na­len Tier­schutz­stif­tung VIER PFOTEN für Tie­re – in die­sem Fall Bären – in Not. Bären aus nicht art­ge­rech­ter Hal­tung fin­den her ein Zuhau­se, dass ihren natür­li­chen Bedürf­nis­sen ent­spricht. Viel Platz, Wald, Wie­se, Was­ser, Hügel – ins­ge­samt 16 Hekt­ar Frei­ge­he­ge. Besu­cher kön­nen auf natur­be­fes­tig­ten Wegen einen ent­spann­ten Spa­zier­gang durch das Park­ge­län­de unter­neh­men und, wenn sie Glück haben, vie­le Braun­bä­ren beob­ach­ten. Jeder Bär hat einen Namen: Lothar, Susi, Mascha, Sin­di, Kat­ja, Sig­gi, Micha­el, Mary, Han­na, Cla­ra, Otto, Balou, Tap­si, Ben und Felix. Auf einer Tafel am Zaun ste­hen jeweils Namen, Lebens­da­ten und Lebens­um­stän­de.  

Viel Platz

Steck­brief

Bei der Beob­ach­tung muss es nicht blei­ben. An vie­le Stel­len sind Infor­ma­ti­ons­ta­feln über Arten, Eigen­schaf­ten und Lebens­wei­se der Groß­bä­ren ange­bracht bzw. Erkun­dungs­sta­tio­nen auf­ge­baut. Letz­te­re wen­den sich natür­lich in ers­ter Linie an Kin­der, aber auch Erwach­se­ne las­sen sich auf die Erkun­dun­gen ein und bege­ben sich auf eine Lern­pfad, den Natur­ent­de­cker­pfad: India­ner­ti­pi, Irr­gar­ten, Bären­schu­le, Wald­tier­ge­räu­sche iden­ti­fi­zie­ren, Tier­me­mo­ry, Bären­höh­le. Ich ver­su­che fast alles aus­zu­pro­bie­ren. Das kann ich auch ganz unge­stört tun, kei­ner fin­det es viel­leicht selt­sam. Es sind kaum Besu­cher bei die­sem Wet­ter unter­wegs. Aber wie gesagt, den Schirm tra­ge ich spa­zie­ren.  

Mit­ten im Park­ge­län­de gibt es einen groß­zü­gi­gen Spiel­platz für die Kin­der: Schau­keln, Klet­ter­ge­rüs­te, Baum­haus. Gleich dane­ben lädt ein Pick­nick­platz zum Ver­wei­len ein. Heu­te sind aber bei­de ver­weist. Auch der Imbiss-Stand ist noch geschlos­sen.

  
Auf mei­nem Weg ent­de­cke ich zwei Bären, ein klei­ne­rer, der zusam­men­ge­rollt im Wald schläft, und ein aus­ge­wach­se­ner Braun­bär, der es sich schme­cken lässt. Ob die ande­ren Bären noch Win­ter­schlaf machen? Ab und zu sehe ich ver­streu­tes Obst und Gemü­se umher­lie­gen. Hier sind die Bären offen­sicht­lich schon auf­ge­wacht und aktiv.   
  

Bären­fried­hof

Ich kom­me an eine Stel­le mit einer gro­ßen Tafel. Hier sind Por­trät­fo­tos und Lebens­da­ten der im Park ver­stor­be­nen Bären ange­bracht. Gegen­über befin­det sich unter einem weit­aus­la­den­den Baum ein klei­ner Bären­fried­hof. An jeden ver­stor­be­nen Bären erin­nert ein Stein mit des­sen Namen und Lebens­da­ten.

Das trifft auch auf Bru­no zu, dem Braun­bä­ren, der im Som­mer 2006 in Bay­ern erschos­sen wur­de. An ihn erin­nern ein Gedenk­stein und eine Infor­ma­ti­ons­ta­fel.

Bru­no war ein jun­ger Braun­bär, der im Mai 2006 von Öster­reich nach Bay­ern ein­ge­wan­dert war. 170 Jah­re nach Abschluss des letz­ten Braun­bä­ren in Deutsch­land taucht plötz­lich ein Art­ge­nos­se auf. Sei­ne Anwe­sen­heit ver­setz­te viel Men­schen in Schre­cken. Er riss Scha­fe und zer­stör­te Bie­nen­stö­cke. Die Regie­rung erklär­te ihn zum Pro­blem­bä­ren und gab ihn zum Abschuss frei. Aber inzwi­schen hat­ten die Medi­en Bru­no ent­deckt und sei­ne Repu­ta­ti­on schwank­te zwi­schen Schre­ckens­bär und Publi­kums­lieb­ling. Die Abschuss­ge­neh­mi­gung wur­de aus­ge­setzt. Aber nach­dem eine fin­ni­sche Hun­de­staf­fel erfolg­los ver­sucht hat, Bru­no zu fan­gen, wur­de der Bär am 26. Juni 2006 erschos­sen. 
Der Bären­wald Müritz ist das größ­te Bären­schutz­zen­trum West­eu­ro­pas. Hier leben Braun­bä­ren art­ge­recht. Und sei­ne Besu­cher kön­nen vie­le inter­es­san­te Infor­ma­tio­nen nicht nur über Braun­bä­ren, son­dern auch über die hei­mi­sche Natur erfah­ren und gleich­zei­tig die ent­spann­te Atmo­sphä­re eines lie­be­voll ange­leg­ten Wald­parks genie­ßen.

Das größ­te Schutz­zen­trum für Bären in Euro­pa befin­det sich in Rumä­ni­en in der Regi­on Sie­ben­bür­gen nahe der Klein­stadt Zar­nes­ti. Auf einer Flä­che von 70 Hekt­ar wird das Bären­re­ser­vat Libear­ty Bear Sanc­tua­ry von der World Socie­ty for Pro­tec­tion of Ani­mals und dem Ver­ein Mil­lio­nen Freun­de betrie­ben. .

 

 

Ein Kommentar zu “Bärenwald Müritz

  1. Liane Lübeck

    Hal­lo Ilo­na, da schau ich mal wie­der auf die Sei­te und…Du warst im Bären­wald. Jetzt muss ich da ja auch mal hin, damit ich mit­re­den kann. Du hast nun mit Dei­nem Arti­kel die Neu­gier geweckt. Vie­len Dank

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