Avignon – Brücke St. Bénézet und Papstpalast

12.09.2016
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Brücke Saint-Bénézet

8 Uhr. Wir sitzen schon beim Frühstück auf dem Deck des Hausboots in der Sonne, die es schon jetzt sehr gut meint. Im 10 Uhr brechen wir nach Avignon auf. Dafür haben wir uns den ganzen Tag reserviert und sind sehr gespannt. Wer kennt nicht das Lied „Sur le Pont d‘Avignon, …“? 
Unser Hausboot ist am Ufer der Avignon gegenüberliegenden Insel Barthelasse (Île de la Barthelasse) vertäut. Schon von weitem sehen wir, wenn wir uns auf den Weg machen, die „halbe“ Brücke, die mitten im Fluss endet. Wir fahren nur ein paar Minuten und parken auf dem P&R-Parkplatz, von dem alle 15 Minuten ein kostenloser Shuttle-Bus die Besucher in die Stadt bringt. Das ist doch mal eine Idee!

Diese Brücke Saint-Bénézet über die Rhone wurde bereits im 12. Jahrhundert erbaut. Eine Flutwelle demolierte 1660 das 22 Bögen umfassende Bauwerk. Nur 5 Bögen blieben stehen. Einstmals 22 Bögen? Wie gewaltig! Die Brücke führte von Avignon am östlichen Ufer der Rhone über den Fluss und dessen Inseln bis nach Villeneuve les Avignon am westlichen Ufer der Rhone.

Avignon ist eine geschichtsträchtige Stadt umgeben von einer gewaltigen 4,5 Kilometer langen Stadtmauer. Davon zeugen – neben der Brücke – vor allem der dominante, massige Papstpalast, der Dom und die Altstadt. Hier leben ungefähr ein Fünftel der insgesamt 90.000 Einwohner.

Wir machen uns auf den Weg und sind sofort von dem Flair der Altstadt gefangen. Erstes Ziel ist das Touristenbüro, um einen Stadtplan zu bekommen. Jetzt geht es zum Papstpalast. Auf dem Weg dorthin passieren wir den belebten Place d’Horloge mit seinen Cafés und Restaurants sowie einem Uhrenturm und der Oper.

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Papstpalast in Avignon

Der Zugang zum Papstpalast gestaltet sich einfach, kein langes Anstehen. Wir zahlen mit 9€ einen ermäßigten Eintritt, dazu noch 2€ für den Audioguide. Die Besichtigungstour führt durch den alten und den neuen Palast. Alles ist hier riesig, monumental, meistens ohne Ausstattung, die ist wohl im Laufe der Zeit verloren gegangen. Jetzt laufen wir durch diese Räume, Säle, Kreuzgänge, Gewölbe und die Schatzkammer. Interessant, die Päpste haben das Geld unter dem Fußboden in eingelassenen Kammern versteckt.

Für über 100 Jahre war Avignon die Hauptstadt der Christenheit. Nachdem der Papst sich in Rom nicht mehr sicher fühlte, floh er nach Avignon, sodass diese Stadt von 1309 bis 1423 Sitz des Papstes war: Cité des Papes. Aus diesem Grunde wurde zu jener Zeit dieser gewaltige Palast gebaut.
 

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Mit der Mini-Bahn durch Avignon

Nach dieser Reise in die Vergangenheit nehmen wir in einem Restaurant auf dem Place du Palais mit Blick auf den Papstpalast Platz. Nach dieser Pause entschließen wir uns, mit dem Petit Train Avignon eine Stadtrundfahrt zu machen. Es ist so heiß, das ist eine die Füße schonende, und doch informative Variante, möglichst viel über Avignon zu erfahren – hoffen wir. Über Kopfhörer erhalten wir die Erklärungen auf Deutsch. Der Mini-Train rumpelt über das holprige Pflaster und zwängt sich durch enge Gassen. Was für Fahrkünste, was für Nerven muss der Fahrer haben! Die Fahrt dauert eine dreiviertel Stunde. Jetzt haben wir einen ungefähren Überblick, aber Avignon ist ohnehin eine relativ überschaubare Stadt.

Nach der Fahrt erklimmen wir den Garten des Felsmassivs Rocher des Doms, der oberhalb der Kathedrale von Avignon (Cathédrale Notre-Dame des Doms) angelegt wurde und genießen das wunderbare Panorama über die Rhone und den Blick auf Villeneuve-lez-Avignon mit dem das Fort St-André. Hier hält man es eine Weile aus. Die Zeit ist schon fortgeschritten als wir uns auf den Rückweg machen.

Wieder, wie schon beim Betreten der Stadt durch eines der großen Tore, bestaunen wir die mächtige und gut erhaltende Stadtmauer.

 

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Fort Saint-André

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Stadtmauer von Avignon

Auf dem Hausboot angekommen, gibt es kein halten: Umziehen und ab in den Pool. In den frühen Abendstunden fahren wir wieder nach Villeneuve zum Abendessen. Das ist einfach entspannter als in Avignon. Einmal Rindersteak, einmal Schwertfisch. Dazu belgischen Bier: Leffe. Alles sehr lecker.

 

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