Auf dem Schwarzen Meer und im Delphinarium

 

09: August 2018
Wie das manch­mal so ist: heu­te haben wir aus­ge­spro­che­nes Sitz­fleisch beim Früh­stück. Es schmeckt, es ist gemüt­lich und jeder hat viel erzäh­len. Wir haben auf die­ser Rei­se auch schon viel erlebt. Kurz vor Mit­tag machen wir uns auf den Weg zum Hafen. Unser Ziel: Eine Boots­tour auf dem Schwar­zen Meer. Es geht zu Fuß quer durch die Stadt. Inzwi­schen kön­nen wir uns ganz gut ori­en­tie­ren.

Nahe der Küs­te errei­chen wir in einen medi­ter­ra­nen Park. Hier herrscht eine bemer­kens­wer­te Ruhe, obwohl das Zen­trum so nahe ist. Auf der Kar­te ent­de­cken wir sei­nen Namen: Kom­so­mol-Park.

Pal­men aller Art und wei­te­re exo­ti­sche Pflan­zen. Ver­schie­de­ne Gedenk­stät­ten und ein eigen­wil­li­ger Brun­nen mit zwei ori­gi­na­len Ankern von Schif­fen der rus­si­schen Mari­ne aus dem 19. Jahr­hun­dert: Der Zwei-Anker-Brun­nen.

Nach einer hal­ben Stun­de ent­de­cken wir von wei­tem den Turm des Pas­sa­gier­ter­mi­nals. Dort ist der Hafen! Der 72 Meter hohe Turm des See­ha­fen­ge­bäu­des ist eines der Wahr­zei­chen der Stadt. Spä­ter lese ich: Der Hafen und das archi­tek­to­nisch sehr schö­ne See­ha­fen­ge­bäu­de wur­den 1955 erbaut. Der Turm weist meh­re­re Ebe­nen auf, die mit Skulp­tu­ren geschmückt sind: Die vier Jah­res­zei­ten und die vier Him­mels­rich­tun­gen. Vor dem See­ha­fen­ge­bäu­de spru­delt Was­ser in einem Brun­nen. In sei­ner Mit­te erhebt sich eine gol­den schim­mern­de Sta­tue: die Göt­tin der Mee­re.

Klei­ne Boo­te und über­di­men­sio­na­le Jach­ten sind an den Lie­ge­plät­zen der Mari­na ver­täut. Es ist etwas win­dig. Dunk­le­re Wol­ken schie­ben sich her­an. Sie wer­den doch kei­nen Strich durch unse­re Schiffs­tour machen? Wo gibt es die Tickets? Dort ist die Kas­se. Ein Ticket kos­tet 600 Rubel. Jemand winkt. Es soll schnell gehen. Ein Schiff ist dabei für eine Sight­see­ing­tour abzu­le­gen. Wir sind dabei! Das hat geklappt. Schon geht es los!

Jetzt mer­ken wir, was ein klei­nes Lüft­chen an Land auf dem Meer bedeu­tet. Also gut fest­hal­ten. Trotz­dem muss natür­lich foto­gra­fiert wer­den. Scha­de, dass sich die Son­ne meist hin­ter Wol­ken ver­steckt. Es ist ein herr­li­ches Pan­ora­ma: Von der Küs­te des Schwar­zen Mee­res, über den Strand hoch zum Kau­ka­sus. Nach einer Stun­de hat das Land uns wie­der.

Für eine klei­ne Pau­se neh­men wir auf der Ter­ras­se des Hafen­ca­fés Platz. Von hier aus hat man einen wei­ten Blick über das Hafen­ge­län­de bis zu den Ter­mi­nals, wo Kreuz­fahrt­schif­fe anle­gen. Der jun­ge Kell­ner ist ganz begeis­tert, Gäs­te aus Deutsch­land vor sich zu haben. Er erzählt von sei­nem Auf­ent­halt bei Han­no­ver, wo er erfolg­reich an einem Mini­golf-Wett­be­werb teil­ge­nom­men hat. Spä­ter zeigt er uns stolz sei­ne Medail­le, die er dort gewon­nen hat.

Tors­ten und Ste­fie machen sich auf, die Strand­pro­me­na­de zu erkun­den. Ich bege­be mich ein zwei­tes Mal in den Rivie­ra-Park, um mir die Del­phin-Schau anzu­se­hen. Bis dahin ist es ein aus­ge­dehn­ter Spa­zier­gang. Zunächst führt mich der Weg an der Küs­te ent­lang. Inzwi­schen ist die Son­ne auch wie­der vor­ge­kom­men, so spa­ziert es sich gemüt­lich dahin.

Nach einer knap­pen Stun­de ste­he ich vor dem Rivie­ra-Del­phi­na­ri­um – und bin in guter Gesell­schaft. Der Andrang ist groß, vie­le Fami­lie mit Kin­dern. Da nur Platz­kar­ten ver­kauft wer­den, heißt es, sich ran zu hal­ten. Ein Ticket für die ein­stün­di­ge Vor­stel­lung kos­tet je nach Sitz­platz 800 bzw. 1000 Rubel.

Die Vor­stel­lung ist aus­ver­kauft. Die Besu­cher schau­en erwar­tungs­voll auf einen gro­ßen Pool. Zwei See­lö­wen rut­schen in die Are­na. Jedes ihrer Kunst­stü­cke wird von den vier Trai­nern mit Fisch-Lecker­lies belohnt. Nach den See­lö­wen tau­chen acht Del­phi­ne auf. Sie jon­glie­ren mit Bäl­len, sprin­gen über Stan­gen und durch Rei­fen. Zwei Trai­ner schaf­fen Lein­wand, Pin­sel und Far­ben her­an. Geschickt schnap­pen sich eini­ge der Del­phi­ne einen Pin­sel und malen Bil­der. Die­se wer­den im Publi­kum ver­stei­gert. Dann pflü­gen die Del­phi­ne durch das Was­ser mit einem ihrer Trai­ner auf dem Kopf. An die­sem Schau­spiel neh­men auch die zwei Beluga­wa­le teil, die die See­lö­wen abge­löst haben.

Um 18:30 Uhr wol­len wir uns im Hotel tref­fen. Ich muss mich ran­hal­ten. Wie gesagt, die Wege sind lang. Um 19 Uhr sit­zen wir beim Abend­essen in der Hotellounge. Jeder hat etwas zu erzäh­len. Das Essen beschlie­ßen wir mit einem 5-Ster­ne Ara­rat; den arme­ni­schen Wein­brand haben wir bereits in Peters­burg in einem geor­gisch-usbe­ki­schen Restau­rant pro­biert und waren sehr ange­tan.

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