Angekommen in Moskau

03. August 2018
Wir müs­sen zur Metro Linie 5. Das hat­ten wir schon vor­her aus­ge­tüf­telt. Tors­ten kauft am Schal­ter die Tickets. Irgend­ein Zugang ist wegen Bau­ar­bei­ten gesperrt. Aber letzt­lich kommt es nur dar­auf an, in dem unend­lich schei­nen­den Men­schen­strom mit­zu­schwim­men. Es geht in Rich­tung einer Roll­trep­pe, deren Ende von oben nicht zu sehen ist. Die Men­schen ste­hen zu zweit, dicht an dicht auf die­ser Roll­trep­pe. Aber kein Gedrän­ge, kein Geschie­be, kein Getö­se. Wie geht das? Mit die­sem Strom pas­sie­ren wir einen lan­gen Ver­bin­dungs­tun­nel und lan­den schließ­lich in der Metro­sta­ti­on „Kom­so­mol­ska­ja“. Wahr­lich lan­ge Wege auch zum Umstei­gen. Hier fährt u.a. die Ring­bahn M5, die wir auch nut­zen, um nach drei Sta­tio­nen bei „Pavels­ka­ja“ aus­zu­stei­gen. Nun ste­hen wir etwas unschlüs­sig vor dem gro­ßen Bahn­hofs­ge­bäu­de und fra­gen uns, in wel­che Rich­tung wir gehen müs­sen, um zu unse­rem Hotel zu gelan­gen. Angeb­lich wäre der Weg nicht weit. Wir fra­gen ver­schie­de­ne Leu­te, älte­re, jün­ge­re – egal, es ist das glei­che Pro­blem wie in Peters­burg. Eng­lisch hilft nicht wei­ter. Also Zei­gen, Ges­tik und Mimik – alles wird ein­ge­setzt. Der vier­te Anlauf ist erfolg­reich. Wir bekom­men die Rich­tung gezeigt. Und noch ein­mal der Hin­weis: Ist nicht weit!

Letzt­lich bewahr­hei­tet sich das auch. Nach 20 Minu­ten Fuß­weg ste­hen wir vor unse­rem Hotel. Wenn man aber den Weg nicht kennt, dazu die gesam­te Umge­bung unbe­kannt ist, hat man sub­jek­tiv das Gefühl, dass der Weg viel län­ger ist. Trotz­dem für Abwechs­lung ist gesorgt. Zum ers­ten Mal in mei­nem Leben sehe ich eine Dop­pel­stretch-Limou­si­ne. Das Gefährt biegt vor unse­rer Nase in eine klei­ne Sei­ten­stra­ße ein. Mei­ne Güte, ist das ein Damp­fer. Aber er meis­tert die Kur­ve.

Das von uns gebuch­te 4-Ster­ne Hotel „Aqua­ma­ri­ne“ liegt in einem ruhi­gen Busi­ness-Vier­tel der Stadt nahe dem Wodoot­wod­ny Kanal (Was­ser­um­lei­tungs­ka­nal) und der Komis­sa­ri­at­ski Brü­cke. Wir lau­fen mit den pol­tern­den Roll­kof­fern am Kanal ent­lang und hal­ten nach der Ozer­kovs­ka­ja Nabe­rez­na­ja Stra­ße, Num­mer 26, Aus­schau.

Der Hotel­ein­gang befin­det sich auf der Rück­sei­te des 7-stö­cki­gen Gebäu­des. An der Rezep­ti­on emp­fängt ein freund­li­ches, hilfs­be­rei­tes Per­so­nal die Gäs­te. Das Ein­che­cken ver­läuft pro­blem­los, da wir hier unse­re Eng­lisch­kennt­nis­se nut­zen kön­nen.

 

Jetzt gön­nen wir uns erst ein­mal eine Pau­se. Tors­ten und Ste­fie haben sofort die Spa-Ange­bo­te mit Sau­na und Sport­raum ent­deckt und sind vol­ler Taten­drang, die­se auch zu nut­zen. Ich freue mich über ein moder­nes geräu­mi­ges Zim­mer. Wie schon in Peters­burg kann ich auch hier eini­ge deut­sche Fern­seh­sen­der emp­fan­gen – das war in Frank­reich und in Eng­land ganz anders.

Am Abend machen wir uns zu einem Spa­zier­gang auf. Ent­lang am Kanalu­fer lau­fen wir vor zur Haup­stra­ße, der Sazep­ski Stra­ße. Dort hat­ten wir auf dem Weg zum Hotel eini­ge inter­es­san­te Gast­stät­ten ent­deckt. Wir ent­schei­den wir uns für ein Steak­haus mit dem viel­sa­gen­den Namen „Meat­less“. Die­se Wahl haben wir nicht bereut. Lecke­res Essen, kei­nes­falls „meat­less“, es sei denn man möch­te wirk­lich kein Fleisch. Für Spei­sen und Geträn­ke (Bier, Wod­ka, O-Saft und Cid­re) bezah­len wir 4470 Rubel.

Hier tref­fen wir auf einen jun­gen Kell­ner, der fast flie­ßend Eng­lisch spricht und immer wie­der an unse­ren Tisch kommt, um sich zu unter­hal­ten. Sei­ner Mei­nung nach ist New York out, Mia­mi dage­gen in. Er schwärmt von rus­si­scher Pop­mu­sik und nennt den Hit „Schwar­ze Son­ne“. Tors­ten wird sofort hell­hö­rig und fragt nach einer ein­schlä­gi­gen Club­sze­ne. Der jun­ge Mann lässt sich nicht lan­ge bit­ten. Er weiß Bescheid. Zum Abschluss wol­len wir noch einen Wod­ka Stan­dard Ori­gi­nal bestel­len. Aber nein, unser Eng­lisch spre­chen­de Kell­ner ist fast ent­setzt. Kei­nes­falls Stan­dard, das wäre viel zu simp­le. Er emp­fiehlt Wod­ka Belu­ga Noble. Na dann Nasta­ro­vje!

 

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