Riverside Museum – Kelvingrove Gallery and Museum

 

29. Juli 2017

Glasgow: Queen’s Station


Heute probieren wir die Zugverbindung nach Glasgow aus. Für uns beide kostet das £25,40, also etwas teuer als der Bus, dafür aber auch etwas schneller. Nach dem Frühstück laufen wir zur Station Haymarket. Pünktlich um 9:45 Uhr verlässt der Zug den Bahnhof. Nach einer guten Stunde erreichen wir Queen’s Station in Glasgow, ebenso zentral gelegen wie der Busbahnhof.
Wir machen uns zielstrebig auf den Weg zum Georg Square, den wir inzwischen gut kennen, und steigen in den nächsten Sightseeing-Bus ein. Unser erstes Ziel ist der Scottish Event Campus. Hier befinden sich das Clyde Auditorium als Teil des Exhibition and Conference Centre (SECC). Dieses Ausstellungs- und Konferenzzentrum ist das größte seiner Art in Schottland. Es wurde im Zuge der Neubebauung des Werftengeländes am Clyde auf dem ehemaligen Queen’s Dock errichtet und 1985 eröffnet. 2013 kam eine von dem bekannten Architektenbüro Foster & Partner, nach dessen Plänen u.a. auch das Berliner Reichstagsgebäudes inklusive einer begehbaren Kuppel neugestaltet worden ist, entworfene Mehrzweckhalle, die SSE Hydro Hall, hinzu. Hier sind, so hören wir, viele bekannte Musiker und Sänger aufgetreten, wie Madonna, Adele, Justin Biber, Taylor Swift und Lady Gaga.

 

Clyde Auditorium

SSE Hydro Hall

 

Fußgängerbrücke The Bell


Auf der gegenüberliegenden Seite des Clyde, die man über die Fußgängerbrücke The Bell erreicht, liegt das 2001 eröffnete Science Centre mit dem 127 Meter hohen Glasgow Tower, das ebenfalls durch ein ungewöhnliche, sehr moderne Architektur sofort ins Auge fällt. Hier sind eine Science Mall mit vielen inaktive Exponaten und einer Wissenschaftsvorführungen, ein Planetarium, ein IMAX-Kino untergebracht. Übrigens der Schlanke Glasgow-Tower kann sich um 360° drehen. Das ist in der Welt einmalig. Es gibt auch eine Aussichtsplattform, die bequem mit dem Fahrstuhl erreichbar wäre. Ja, das hätten wir sicher genutzt, wenn das Wetter ein bisschen freundlicher wäre. Aber Nieselregen, kräftige Windböen und schlechte Sichtverhältnisse lassen uns davon Abstand nehmen. 

Riverside Museum


Trotz dieses herausfordernden Wetters machen wir uns zu Fuß auf den Weg zur nächsten Station, dem architektonisch eigenwilligem Riverside Museum, das die historische Sammlung von über 3000 Verkehrsmitteln und Industriegütern zeigt. Das an eine Welle erinnernde Gebäude wurde nach Plänen von aus dem Iran stammende britische Architektin Zaha Hadid gebaut und 2011 eröffnet. Es ist ein weiterer Meilenstein bei der Neugestaltung des alten Hafengeländes. Wir statten dem Museum einen Besuch ab. Der Eintritt ist kostenlos.


Historischer Doppeldecker


Es ist in jedem Falle durch seine Architektur und Anordnung der Ausstellungsstücke ein ungewöhnliches Museum. Wir haben etwas eine gewisse Systematik, eine Art roten Faden, vermisst. Vor dem Museum direkt am Fluss Clyde liegt die Glenlee, ein Dreimaster, der mehrmals die Erde umsegelt hat. Heute ist es ein Museumschiff, das auch kostenfrei besichtigt werden kann. Das hatten wir auch gern gemacht, aber die Zeit … Zwei Tage in Glasgow sind einfach zu wenig, um die vielen Sehenswürdigkeiten kennenzulernen.

Haupteingang in der Argyle Street


Mit dem Sightseeing-Bus fahren wir zur nächsten Station, dem Museum-. Architektur im Wandel der Zeit: Von der modernen, leichtbeschwingten, unsymmetrischen Architektur des Riverside Museums zum barocken roten


Eingang von der Parkseite


Sandsteinbau der imposanten Kelvingrove Art Gallery. Der Gebäudekomplex, eröffnet 1902, befindet sich im Kelvingrove Park am Fluss Kelvin, der Nahe dem Riverside Museum in den Clyde mündet.
Der Physiker William Thomson forschte an der Universität Glasgow. Diese liegt nahe dem Fluss Kelvin. 1892 wurde Thomson durch Königin Victoria zum Baron Kelvin ernannt. Er nutzte den Namen Kelvin zur Bezeichnung für die von ihm entwickelte absolute Temperaturskala. Sie beginnt bei 0 Kelvin, die dem absoluten physikalischen Nullpunkt, der bei -273,15 Grad Celsius liegt, entsprechen.

Die Kelvingrove Art Gallery & Museum ist ein auf drei Ebene sich entfaltender gewaltiger Ausstellungskomplex. Im Untergeschoss befinden sich der Eingang von der Parkseite aus, ein Restaurant, verschiedene Museumsshops, Die Garderobe und Lernzentrum. Von der Argyle Street betritt man das Museum durch den Haupteingang im Erdgeschoss.

Im Westflügel ist u.a. eine umfangreiche Ausstellung von Tierpräparaten über Schottlands Wildtiere zu sehen und etwas über die Geschichte von Glasgow zu erfahren.

Im Ostflügel befinden sich u.a. eine Gemäldegalerie, eine Geschirr- und Möbeldesigner-Präsentation und eine Ausstellung über Charles Rennie Mackintosh und den Glasgow Style.

Charles Rennie Mackintosh (1868-1928) war ein schottischer Architekt, Innenarchitekt, Kunsthandwerker, Möbeldesigner, Grafiker und Maler, der in der Architektur den Übergang vom viktorianischen Baustil in Richtung Art Déco einleitete. Die von ihm designten Möbel sind mit dem Bauhausstil vergleichbar. Hier ist es der Glasgow Style.

  

Die Gemäldegalerie findet in der ersten Etage ihre Fortsetzung. Niederländische, französische und natürliche schottische Malerei ist hier zu bewundern. Es gibt noch sehr vieles mehr zu entdecken. Wir konzentrieren uns auf die schottische Malerei und hier insbesondere auf die Gruppe von Malern, die sich als Glasgow Boys bezeichneten. Das waren laut Informationstafeln eine Gruppe schottischer Künstler, die sich gegen die Sentimentalität des viktorianischen Zeitalters auflehnten und zwischen 1880 und 1895 eine Revolution in der schottischen Malerei bewirkten. Ich kann nur bestätigen, ihre impressionistischen Bilder sind aussagekräftig. Sie beeindrucken.
  

Irgendwann kann man auch die interessantesten und beeindruckendsten Ausstellungsstücke nicht mehr aufnehmen. In diesem Museum kann man Tage verbringen und wird immer wieder etwas Neues entdecken. Für eine Pause suchen wir das Restaurant auf. Diese Idee haben offensichtlich viele Besucher.

Die Zeit ist fortgeschritten. Wir verlassen das Gebäude, nicht ohne ein letztes Foto zu machen, und suchen die Bushaltestelle auf. Es hat aufgehört zu nieseln. Ein bisschen lacht sogar die Sonne durch die Wolken und spielt sich in den Pfützen. Der Bus kommt, wir steigen ein und fahren vorbei an dem historischen Hauptgebäude der Glasgower Universität in Richtung Georg Square.
Noch ein paar Schritte und wir sind schon an der Glasgow Queen’s Station. Oh, ein Zug ist abfahrbereit. Jetzt heißt es, noch einen kleinen Spurt einlegen. Geschafft! Um sechs Uhr erreichen wir Edinburgh-Haymarket. Auf dem Weg zum Hotel ist ein indisches Restaurant. Jeden Tag sind wir daran vorbeigegangen. Heute werden wir dort speisen und das kann ich sagen, das war eine gute Entscheidung.

 

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