Lebendiges, buntes Glasgow

 

28. Juli 2017
Heu­te steht Glas­gow auf unse­rem Aus­flugs­pro­gramm. Zunächst hat­ten wir über­legt, die Bus­sta­ti­on am Hay­mar­ket zu nut­zen. Aber dann tauch­ten sol­che Fra­gen auf: Hält hier der Bus nach Glas­gow? Wo kann man die Tickets kau­fen? Sicher­heits­hal­ber haben wir uns des­halb auf den Weg zum zen­tra­len Bus­bahn­bahn­hof gemacht, gleich nach dem Früh­stück mit dem Stadt­bus 44. Direkt gegen­über ist unser altes Hotel „The Place“. Schräg gegen­über eine Rie­sen­bau­stel­le. Aber der zen­tra­le Bus­bahn­bahn­hof ist neu her­ge­rich­tet. Hier kön­nen wir uns in Ruhe infor­mie­ren und die Tickets kau­fen. Hin und zurück kos­tet es für jeden £10. Alles läuft hier sehr über­sicht­lich und geord­net ab. Zehn vor zwölf star­tet unser Bus. Inzwi­schen wis­sen wir, zwi­schen Edin­burgh und Glas­gow fährt jede vier­tel Stun­de ein Bus. Super­an­bin­dung. Die Fahrt bis zur Cen­tral Bus Sta­ti­on Glas­gow dau­ert knap­pe andert­halb Stun­den. Auch hier alles neu, hell, freund­lich, über­sicht­lich.

Nun müs­sen wir uns erst ein­mal ori­en­tie­ren. Direkt gegen­über vom Bus­bahn­hof ist ein rie­sen­gro­ßes Shop­ping­zen­trum, das wir durch­que­ren. Wir las­sen uns ein­fach trei­ben. Glas­gow ist offen­sicht­lich eine sehr leben­di­ge Stadt. Zen­tra­ler Punkt ist der Georg Squa­re, ein gro­ßer, qua­dra­ti­scher Platz im Her­zen der Stadt. Hier sto­ßen wir auf die Hal­te­stel­le der City Sight­see­ing-Bus­se. Kurz­ent­schlos­sen neh­men wir an einer Sight­see­ing-Tour teil. Erst ein­mal einen Über­blick ver­schaf­fen. Bis dahin hat uns Glas­gow schon so beein­druckt, dass wir mei­nen, eigent­lich müss­te man zwei Tage hier ver­brin­gen, so viel gäbe es zu ent­de­cken. Des­halb kau­fen wir ein Bus­ti­cket, das für zwei Tage gül­tig ist. Das kos­tet ermä­ßigt £15.

Auf geht die Fahrt. Hop On–Hop Off: An 21 Hal­te­punk­te ist Aus- und Zustieg mög­lich. Wir bekom­men ein Head­set und kön­nen den Erklä­run­gen in Deutsch fol­gen. Pri­ma. Alles ganz ent­spannt.

Der nächs­te Stopp ist bei der im goti­schen Stil erbau­ten Glas­gow Cathe­dral (St Mungo Cathe­dral). Neben der Kathe­dra­le kann man hier das St. Mungo Muse­um besich­ti­gen. Was bedeu­tet Mungo? Das Tier wohl nicht. Wozu gibt es Inter­net.

 

Georg Squa­re

 

Mungo ist ein Name. So hieß im 6.Jahrhundert auch ein jun­ger Mis­sio­nar, der am Cly­de pre­dig­te. Im Jah­re 540 wur­de er zum ers­ten Bischof Glas­gows geweiht. Der hei­li­ge Mungo (auch St Ken­ti­gern genannt) ist der Schutz­pa­tron von Glas­gow und Schott­lands.

An der nächs­ten Sta­ti­on, dem Mer­chant Squa­re, gibt es ein Poli­zei­mu­se­um. Glas­gow Green, ein 55 Hekt­ar gro­ßer Park, ist die fünf­te Hal­te­stel­le. Hier im ältes­ten Park von Glas­gow steht der 1898 eröff­ne­te People‘s Palace, ein Kul­tur- und Erho­lungs­haus damals vor allem für die ärme­re Bevöl­ke­rung gedacht. Seit 1940 ist hier das His­to­ri­sche Muse­um Glas­gows zu Hau­se.

Wir pas­sie­ren Shop­ping­cen­ter, jede Men­ge inter­na­tio­nal bekann­ter Hotels und über­que­ren die Buchanan Street, die Fuß­gän­ger­zo­ne und Haupt­ein­kaufs­stra­ße Glas­gows und unter­que­ren ehr­wür­di­ge die Cen­tral Sta­ti­on. Über­all tobt das Leben. Wir sehen ein tem­pel­ar­ti­ges Gebäu­de, die Gal­le­ry of Modern Art, kurz GOMA, und das Light­house, ein Muse­um für Design und Archi­tek­tur. Das Gebäu­de mit dem unge­wöhn­li­chen Turm wur­de von dem bekann­ten Archi­tek­ten und Desi­gner Charles Ren­nie Mac­in­tosh ent­wor­fen.

  

Wei­ter geht es am Ufer des Cly­de über die Squin­ty Bridge (Cly­de Arc) bis zur Bell Bridge. Hier befin­den sich das Scot­tish Exhi­bi­ti­on and Con­fe­rence Cent­re (SEC und SSE Hydro) und das Sci­ence Cent­re.

Die­se Zie­le sind auch mit der U-Bahn gut zu errei­chen (Sta­ti­on Cess­nock). Glas­gow hat eine U-Bahn-Linie, die Cir­cle Line. 

  

Der nächs­te Halt ist am River­si­de Muse­um, ein nagel­neu­es Muse­um für Ver­kehr und Rei­sen, das wie der Name schon ver­rät, direkt am Fluss, am Cly­de, gebaut wur­de.

Sicher inter­es­sant, aber wir blei­ben im Bus. Das ist für mor­gen vor­ge­merkt.

 
Wir pas­sie­ren das his­to­risch-archi­tek­to­nisch ein­drucks­vol­le Haupt­ge­bäu­de der Uni­ver­si­tät von Glas­gow, der 1451 gegrün­de­ten und damit nach der Uni­ver­si­tät von St Andrews zweit­äl­tes­ten Uni­ver­si­tät Schott­lands. Die Uni­ver­si­tät hat welt­be­rühm­te Absol­ven­ten, unter ande­rem haben James Watt, Wil­liam Thom­son (Lord Kel­vin), Adam Smith, John Buchan, John Knox hier stu­diert und sechs Nobel­preis­trä­ger her­vor­ge­bracht.
Am Kel­vin­g­ro­ve Park bestau­nen wir das über­aus impo­san­te Gebäu­de der Kel­vin­g­ro­ve Art Gal­le­ry & Muse­um. Das ist ganz sicher auch einen Besuch wert. Wir pla­nen ihn eben­falls für mor­gen ein. Jetzt geht es vor­bei an Thea­tern und Kinos, Hotels und letzt­lich an der uns schon bekann­ten Buchanan Bus­sta­ti­on zurück in das Stadt­zen­trum zum Georg Squa­re. Hier endet die zwei­stün­di­ge Tour und wir haben Hun­ger. Schon nach ein paar Schrit­ten ent­de­cken wir ein ein­la­dend aus­se­hen­des ita­lie­ni­sches Restau­rant. Wir wäh­len Spa­ghet­ti Bolo­gne­se und ein Pint Bier. So gestärkt unter­neh­men wir einen Bum­mel durch das quir­lig-bun­te Zen­trum. Schau­en hier, schau­en da, wer­fen ein Blick in das mon­dä­ne Kauf­haus Fra­zers.

Am Roy­al Exchan­ge Squa­re machen wir noch ein Abste­cher in die Gal­le­ry of Modern Art (GOMA). In dem neo­klas­si­zis­ti­schen Gebäu­de wer­den in Wech­sel­aus­stel­lun­gen Kunst­wer­ke unter­schied­li­cher Gen­res gezeigt. Wir sind lei­der spät dran. Nur ein kur­zer Rund­gang. 18 Uhr, das Muse­um wird geschlos­sen. Aber eini­ges haben wir schon noch sehen kön­nen, so auch Expo­na­te der Pop-Art von Andy War­hol, Beryl Cook und Edu­ar­do Pao­loz­zi, die zur­zeit dort aus­ge­stellt sind. So ganz unse­re Sache ist das Muse­um nicht. Eben alles Geschmack­sa­che.

 

Andy War­hol: Oys­ter Stew Soup (1969)

Jetzt geht es auf direk­tem Weg zum Bus­bahn­hof und zurück nach Edin­burgh. Jetzt wis­sen wir Bescheid und stei­gen am Hay­mar­ket nahe unse­rem Hotel aus. So eine Stadt­er­kun­dung ist nicht ohne. Glück­li­cher­wei­se hat das Leo­nar­do Hotel ein Restau­rant. Zum Abend­essen fah­ren wir mit dem Lift ins Restau­rant.

 

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