Erfurter Dom und Zitadelle

9. Juni 2016

Heu­te fah­ren wir nach Erfurt. Ganz ohne Auto, ein­fach mit dem Zug. Nun, ein­fach ist rela­tiv. Zwar besteht eine gute Anbin­dung an die Lan­des­haupt­stadt, aber man muss sich ein Ticket am Auto­ma­ten kau­fen. Das soll­te nicht all­zu schwer sein (man kann ja lesen), ist aber für den “Zufalls­rei­sen­den” durch­aus eine Her­aus­for­de­rung. Wel­ches ist das güns­tigs­te Ticket? Wir haben Glück. Eine Frau, die die­se Stre­cke oft fährt, hat den Über­blick und hilft. Für uns ist das Hop­per­ti­cket am bes­ten. Die Suche­rei hat Zeit gekos­tet (soll­te man auf unbe­kann­ten Bahn­hö­fen ein­pla­nen), da kommt auch schon der Zug. Nach einer hal­ben Stun­de Fahrt neh­men wir den umge­bau­ten Erfur­ter Haupt­bahn­hof in Augen­schein, nicht wie­der­zu­er­ken­nen, alles chic.

9-Erfurt BahnhofsvorplatzAuf dem Bahn­hof­vor­platz ent­de­cken wir eine Leucht­schrift mit dem his­to­ri­schen Ruf “Wil­ly Brandt ans Fens­ter!” Das Denk­mal erin­nert an das ers­te deutsch-deut­sche Gip­fel­tref­fen zwi­schen den Regie­rungs­chefs der bei­den deut­schen Staa­ten Wil­ly Brandt und Wil­li Stoph, das 1970 in die­sem Gebäu­de, damals das Hotel Erfur­ter Hof, statt­fand.

Wir lau­fen gemüt­lich in Rich­tung Dom­platz. Auf die­sem Weg gibt es viel zu sehen. Erfurts Alt­stadt ist ein his­to­ri­sches Klein­od. Stich­wort. Anger. Ein aus­ge­dehn­ter  Platz als Fuß­gän­ger­zo­ne, der sich von der Ein­kaufs­ga­le­rie Anger 1 bis zum Anger­brun­nen erstreckt. Rechts und links lie­be­voll sanier­te Bür­ger­häu­ser  aus unter­schied­li­chen Zeit­epo­chen: Shops, Cafés, Restau­rants, Muse­um, Kir­chen, Kul­tur­stät­ten. Der Anger ist bunt und leben­dig. Und mit­ten­drin die Stra­ßen­bahn.

9-Erfurt RathausDer Weg zum Dom­platz führt uns durch die Schlös­ser­stra­ße, auch eine Fuß­gän­ger­zo­ne, vor­bei an einer ehe­ma­li­gen Müh­le, heu­te ein Muse­um und Restau­rant, zum Fisch­markt, wo das Rat­haus steht und präch­ti­ge Häu­ser im Renais­sance­stil zu bewun­dern sind, und letzt­lich durch die Markt­stra­ße, die in den Dom­platz mün­det.

Der Dom St. Mari­en ist unser Ziel. Auf dem Dom­berg neben der St. Seve­ri  Kir­che gele­gen, thront er hoch über der Stadt. 70 Stu­fen erklim­men wir bis zum Ein­gangs­por­tal.

Der Dom hat eine wech­sel­vol­le Geschich­te, aber sei­ne Aus­stat­tung ent­hält auch noch Ori­gi­na­le, wie zum Bei­spiel das beein­dru­cken­de Chor­ge­stühl. Er ver­fügt über 13 Glo­cken, dar­un­ter mit der Glo­rio­sa die größ­te frei­schwin­gen­de mit­tel­al­ter­li­che Kir­chen­glo­cke der Welt.

Nach dem Dom­be­sich­ti­gung gön­nen wir uns eine kei­ne Pau­se am Fisch­markt. Der klei­ne Hun­ger wird gestillt, dann geht es wei­ter.

9-Erfurt Zitadelle Petersberg-3Unweit des Domes befin­det sich die  Peters­berg­zi­ta­del­le. Bau­be­ginn war 1652, kurz nach dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg. Es folg­ten drei Haupt­bau­pha­sen. Die Befes­ti­gungs­an­la­ge wur­de, je nach poli­ti­schen Gege­ben­hei­ten, immer wie­der umge­baut und erwei­tert.

Auch hier sind eini­ge Stu­fen zu neh­men, ehe man die Anhö­he des Peters­ber­ges erreicht. Lohn der Mühe ist ein herr­li­ches Blick über die Stadt. Die Erfur­ter Zita­del­le ist ein rie­si­ges Boll­werk. Viel ist bereits restau­riert, aber es gibt auch noch eini­ges zu tun. Trotz­dem, ein Besuch ist emp­feh­lens­wert.

9-Erfurt Augustinerkloster-1Ein Spa­zier­gang durch alte Gas­sen führt uns zum Augus­ti­ner­klos­ter. Ein sehr altes Gemäu­er, das ab 1277 von Augus­ti­ner­mön­chen erbaut wur­de. Hier leb­te zwi­schen 1505 und 1512 Mar­tin Luther als Mönch. Heu­te fin­den hier Tagun­gen, Gesprächs­run­den, Kon­zer­te, Aus­stel­lun­gen statt. Ja, man kann hier auch gut über­nach­ten. Klei­ner Tipp!

9-Erfurt Krämerbrücke-1Nun brau­chen wir wirk­lich eine Pau­se. Die­se fin­den wir hin­ter der Krä­mer­brü­cke (Nord­sei­te). Ein äußerst idyl­li­sches Fleck­chen. Wir neh­men in einem Eis­kaf­fee Platz und las­sen es uns gut­ge­hen. Die Krä­mer­brü­cke ist eines der Wahr­zei­chen Erfurts. Sie wur­de um 1500 als Fuß­gän­ger­brü­cke über die Gera mit einer beid­sei­tig geschlos­se­nen Bebau­ung errich­tet. Und so prä­sen­tiert sie sich nach vie­len Um- und Neu­bau­ten noch heu­te. Auf der Krä­mer­brü­cke laden links und rechts klei­ne Kunst-, Anti­qui­tä­ten- und Deli­ka­tes­sen­ge­schäf­te zum Schau­en, Kos­ten und Kau­fen ein. Da sind wir dabei und bestel­len uns ein Glas Wein (natür­lich eines für jeden von uns) vom Wein­gut Klos­ter Pfor­ta, wo wir zwei Tage zuvor waren. Na dann Prost! Echt gut!

Noch eine kur­ze Shop­ping-Tour in der Ein­kaufs­ga­le­rie Anger 1, dann geht es zurück nach Arn­stadt. Wir haben unser Hop­per­ti­cket, das beru­higt. Aber die Abfahrts­zei­ten haben sich geän­dert, das bringt eine drei­vier­tel Stun­de War­te­zeit, der Bahn sei Dank.

Der Magen klopft an. Abend­essen! Zurück in Arn­stadt machen wir uns gleich auf den Weg zu einer Gast­stät­te und lan­den im “Burg­kel­ler”. Ein schö­ner Abend. Die Luft ist noch ganz warm. Wir sit­zen drau­ßen und las­sen den Tag aus­klin­gen.

 Bahn­hof Arn­stadt-Süd

9-Arnstadt Bahnhof  Süd-2

Erfur­ter Haupt­bahn­hof

9-Erfurt Bahnhof 

 

 

 

Anger

DSCN2488

Ehe­ma­li­ge Müh­le

9-Erfurt Flutgraben-2

Fisch­markt

DSCN2512

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zita­del­le auf dem Peters­berg 

9-Erfurt Zitadelle Petersberg-5

 

 

 

 

 

 

 

 

Augus­ti­ner­klos­ter

Adres­se: Augus­ti­ner­stra­ße 10, 99084 Erfurt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gast­haus
“Zum Burg­kel­ler”

Adres­se: Erfur­ter Stra­ße 12, 99319 Arn­stadt

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Blogverzeichnis - Bloggerei.de