Uffizien und San Lorenzo

28. Mai 2015

Heute heißt es früh aufstehen und pünktlich frühstücken, um zu den ersten Besuchern der Uffizien zu gehören. Und diese Strategie ist erfolgreich. Die weltbekannte Galerie der Uffizien befindet sich in Piazzale degli Uffizi, 6, unweit unseres Hotels; zehn Minuten Weg entlang am Ufer des Arno. Zu Zeiten der Medici war das ein Gebäude der Stadtverwaltung (uffici = Büros). Aber auch schon damals wurden Gemälde und Werke der Bildhauerei ausgestellt. Tickets kauft man am besten im Internet. Dann erspart man sich das Anstehen. Das hätten wir wissen können. Aber heute klappt es auch so. Ja, der frühe Vogel fängt den Wurm.

 

Wir betreten die weltbekannte Gemäldesammlung und wandern gut zwei Stunden durch die beeindruckende Ausstellung. Die Kunstschätze sind in ihrer Vielfalt und Schönheit geradezu überwältigend. Die Geburt der Venus und Der Frühling von Sandro Botticelli, die Venus von Urbino und das Porträt des Francesco Maria I. della Rovere von Tizian, Die Verkündigung von Leonardo da Vinci, Das Medusenhaupt und Bacchus von Caravaggio, Die Heilige Familie von Michelangelo, Selbstporträts von Rembrandt, Raffael und Lucas Cranach, Das Bild des Vaters und Apostel Jakobus von Albrecht Dürer, der Gemäldezyklus zum Leben Heinrich des IV von Rubens – in 50 Sälen sind unglaubliche Schätze zu bewundern. Ein Augenschmaus für Liebhaber und Interessierte.

 

 

Nach all diesen betörenden Eindrücken brauchen wir etwas Zeit zum Sammeln und Ausruhen. Dazu nutzen wir die Cafeteria auf dem Dach der Uffizien. Hier haben wir nach oben schauend einen unverstellten Blick auf den Palazzo Vecchio. Ein Blick auf die Piazza della Signoria ist dagegen kaum möglich, da eine Steinbalustrade und eine zusätzliche Absperrung davor dies verhindert. Schade. Die Cafeteria hat ein überschaubares, aber nicht sehr preiswertes Angebot: Kalte und heiße Getränke, ein paar Snacks, etwas Kuchen. Nach drei Stunden beenden wir unseren Uffizienbesuch und beschließen, den Markt und die Markthalle aufzusuchen. Irgendjemand hatte das empfohlen. Schauen wir mal. 

Auf den Weg dorthin fällt uns eine große, außen durchaus nicht attraktive Kirche auf: die Basilika San Lorenzo, Pfarr- und Grabeskirche der Medici. Sie ist nicht nur groß, sondern auch sehr alt. Bereits 393 wurde sie geweiht und war über 300 Jahre auch die Kathedrale der Stadt. Im 15. Jahrhundert wurde der romanische Bau durch eine Kirche im Stil der Renaissance ersetzt. Wir umrunden das gewaltige Kirchenschiff bis zur Neuen Sakristei, heute ein Museum mit Gräbern der Medici. Die Sakristei wurde von Michelangelo entworfen, für uns ein Grund, hinzugehen. Das haben wir auch nicht bereut. Der Eintritt kostet pro Person knapp 10 Euro, das ist reduzierter Preis. Wir betreten ein monumentales, aus Marmor errichtetes Mausoleum mit den Gräbern der Großherzöge Lorenzo und Giuliano Medici und den sie umgebenden allegorischen Figuren Tag und Nacht bzw. Morgenrot und Abenddämmerung – Meisterwerke Michelangelos.
 

 

Nach diesen nachhaltigen Eindrücken brauchen wir erst einmal eine Pause, ein Eis und einen Espresso und viel Wasser. Die Sonne meint es gut. Langsam kommen die Kräfte wieder. Wir machen uns auf zum Markttreiben. Bude an Bude, das hört gar nicht auf. Es scheint alles zu geben. Mir fallen die vielfältigen Masken auf. Na klar, Karneval in Florenz. Immer weiter vorwärts laufen, links und rechts ein bisschen gucken, mal kurz stehen bleiben (ich kaufe zwei Masken), dann stehen wir vor den Eingangstoren der Markthalle. Wieder ein buntes Treiben, Essen und Trinken aller Art in Hülle und Fülle. Das passt. Wir lassen uns an einem der Tische nieder. Essen hält Leib und Seele zusammen.

 

Florenz hat viel zu bieten. Man kann in 3,5 Tagen bei weitem nicht alles sehen und erleben. Und so ein Kunst-Geschichts-Programm erfordert Kraft. Deshalb gehen wir erst einmal zurück ins Hotel und legen die Beine hoch.

Palozzo Pitti-1

Palazzo Pitti

Am frühen Abend besuchen wir die andere Seite des Arno. Unser Weg führt über die Ponte Vecchio (Alte Brücke). Es ist in der Tat die älteste Brücke der Stadt. Hier haben in kleinen Häusern, die direkt auf der Brücke stehen, 37 Juweliere ihre Geschäfte. Auf der anderen Flussseite entdecken wir einen weiteren sehr imposanten Palast, den Palazzo Pitti. Leider schließt dieser bereits 18 Uhr seine Tore. Wir sind zu spät. Das gilt leider auch für den Park, in den wir nur einen kurzen Blick werfen können. So spazieren wir am Ufer des Arno entlang. Langsam setzt die Dämmerung ein. Die Lichter der Stadt spiegeln sich im Wasser. Wir beschließen den Tag mit einem Glas Wein.

 

 

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