Florenz und Pisa

27. Mai 2015

Wir sind gut und mit gro­ßen Plä­nen in den Tag gestar­tet. Ich sage nur: David und Pisa! Nach dem Früh­stück schlen­dern wir bei herr­li­chem Wet­ter zur Piaz­za del­la Signo­ria, einem der berühm­tes­ten Plät­ze Ita­li­ens und Haupt­platz von Flo­renz. Signo­ria bedeu­tet Regie­rung (habe ich gele­sen). Hier war also zu Zei­ten der Medi­cis das poli­ti­sche Zen­trum des Stadt­staa­tes Flo­renz. Natür­lich saßen die Stadt­obe­ren nicht im Frei­en, son­dern in einem sehr fei­nen Palast, dem Palaz­zo Vec­chio, der eine Sei­te der Piaz­za flan­kiert. Vor dem Haupt­ein­gang, dem Löwen­tor, steht eine Kopie von Michel­an­ge­los David und die Mar­mor­grup­pe Her­ku­les tötet Cacus. Auf dem Platz sind welt­be­kann­te Sta­tu­en zu bestau­nen. So der Nep­tun­brun­nen und eine Kopie der bron­ze­nen Grup­pe Judith und Holo­fer­nes von Dona­tel­lo; in der Mit­te das Rei­ter­stand­bild Cosi­mo I. Gegen­über dem Palaz­zo Vec­chio sind in der Log­gia die Lan­zi wei­te­re berühm­te Sta­tu­en auf­ge­stellt. U.a. die Bron­ze­sta­tue des David von Dona­tel­lo.

Neben dem Palaz­zo Vec­chio befin­den sich die welt­be­rühm­ten Uffi­zi­en, die wir unbe­dingt besu­chen woll­ten. Doch kei­ne Chan­ce. Lan­ge War­te­schlan­gen, unüber­schau­ba­re Orga­ni­sa­ti­on. Wir ver­su­chen es eine Wei­le, geben dann aber auf; es geht und geht nicht vor­wärts. Des­halb beschlie­ßen wir, gleich am nächs­ten Mor­gen, wenn die Gale­rie öff­net, es noch ein­mal zu pro­bie­ren.

Nach dem Bum­mel über die Piaz­za del­la Signo­ria suchen wir uns ein klei­nes Café. Dort genie­ßen wir ein Eis und einen Espres­so. Nach die­ser kur­zen Pau­se wol­len wir uns den Palaz­zo Vec­chio anse­hen. Hier gibt es kei­ne War­te­zei­ten. Heu­te ist der Palaz­zo das Rat­haus von Flo­renz, steht aber auch Besu­chern offen. Beein­dru­ckend der Saal der Fünf­hun­dert, der von dem Mönch Girol­amo Savo­na­ro­la – nach Ver­trei­bung der Medi­ci – für einen Volks­rat geplant wur­de. Dar­aus wur­de bekannt­lich nichts. Die Medi­ci erobert die Macht zurück und Savo­na­ro­la wur­de als Ket­zer auf dem Schei­ter­hau­fen ver­brannt.

Wir durch­wan­dern den Palast und bestau­nen Sta­tu­en, Gemäl­de und Holz­ar­bei­ten, alles in Hül­le und Fül­le und in Per­fek­ti­on vor­han­den. Das macht hung­rig. Nach die­sem aus­ge­dehn­ten Kunst­ge­nuss wid­men wir uns dem leib­li­chen Wohl. Das muss sein.

BahnhofDanach lau­fen wir zum Bahn­hof (jetzt erscheint uns die­ser Weg kei­nes­wegs mehr als weit – wir ken­nen ihn ja). Dort stei­gen wir um 13:25 in den Zug nach Pisa. Der Fahr­kar­ten­kauf am Auto­ma­ten ist noch etwas aben­teu­er­lich, aber mit Hil­fe bekom­men wir unse­re Fahr­kar­ten. Die Zug­fahrt dau­ert ca. eine Stun­de.

Vor dem Bahn­hof in Pisa erst ein­mal ein Hin und Her. Wie kom­men wir zum Schie­fen Turm? Offen­sicht­lich mit dem Bus. Doch wel­cher Bus fährt dort­hin? Wo kauft man die Tickets? Schließ­lich haben wir den „rich­ti­gen“ Bus aus­ge­macht. Die­ser ist so voll, dass ein Ticket­kauf im Bus unmög­lich ist. Man kann auch nicht umfal­len. Die Men­schen ste­hen dicht gedrängt. Das ist eine knap­pe hal­be Stun­de aus­zu­hal­ten, dann leert sich auf ein­mal der Bus. In letz­ter Minu­ten sprin­gen wir auch hin­aus, ein­fach aus Ver­dacht. Und tat­säch­lich: Wir ste­hen vor dem Ein­gangs­tor zur Piaz­za del Duo­mo. Nach ein paar Schrit­ten sehen wir ihn auch, den Schie­fen Turm von Pisa. Der 55 Meter hohe Turm ist der neben dem Dom ste­hen­de Glo­cken­turm. In ihm sind sie­ben Kir­chen­glo­cken unter­ge­bracht. Der moras­ti­ge Unter­grund führ­te zur Nei­gung des Tur­mes. Nach umfang­rei­chen Sanie­rungs- und Siche­rungs­ar­bei­ten kann der Turm wie­der von Besu­chern bestie­gen wer­den. Wir neh­men davon Abstand, es ist so heiß. Wir suchen Schat­ten und Abküh­lung. Die fin­den wir auch recht schnell in einem der zahl­rei­chen Restau­rants, an einem Tisch drau­ßen unter einer Mar­ki­se und küh­len Geträn­ken.

 
 

Die Fahrt zurück zum Bahn­hof gleicht der Hin­fahrt, vie­le, vie­le Fahr­gäs­te, kei­ne Fahr­kar­ten. Der Bus­fah­rer winkt nur durch. Dafür hat der Bus aber eine ordent­li­che Ver­spä­tung. Fahr­plan? Was ist das? Ein­fach war­ten wie alle ande­ren auch. Der Zug ist dage­gen pünkt­lich und bringt uns zurück nach Flo­renz.

 

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