Schottische Nationalgalerie

 

23. Juli 2017
Heu­te erst ein­mal aus­schla­fen und spät früh­stü­cken. So lang­sam kom­men die Lebens­geis­ter wie­der. Dazu trägt ganz sicher auch das ent­spann­te schot­ti­sche Früh­stück bei. Wer das nicht möch­te, kann auch „con­ti­nen­tal“ früh­stü­cken. An jeden ist gedacht.

Wir ver­las­sen ers­te kurz von 12 Uhr das Hotel. Immer noch leich­ter Nie­sel­re­gen. Zunächst erkun­den wir im gegen­über­lie­gen­den Bus­bahn­hof (wie prak­tisch!) die Ver­bin­dungs­mög­lich­kei­ten nach Lanark, eines unse­rer nächs­ten Zie­le. Aber mit dem Bus scheint es umständ­lich zu sein oder wir haben nicht den Durch­blick. Jeden­falls wol­len wir noch die Zug­ver­bin­dung prü­fen.

Auf­grund des Wet­ters ent­schei­den wir uns für einen Besuch der Schot­ti­schen Natio­nal­ga­le­rie.

Wir spa­zie­ren die Prin­ces Street ent­lang, vor­bei an dem rie­si­gen Monu­ment, das die Schot­ten für ihren Natio­nal­dich­ter Wal­ter Scott (1771–1832) errich­tet haben. War­um wird hier gera­de Wal­ter Scott so hoch ver­ehrt? Wir erfah­ren, er wur­de in Edin­burgh gebo­ren und avan­cier­te zu einem der meist gele­se­nen Autoren in sei­ner Zeit. Ins­be­son­de­re sei­ne his­to­ri­schen Roma­ne fan­den gro­ßen Anklang. Scott wur­de geadelt und Ehren­bür­ger sei­ner Geburts­stadt Edin­burgh. Ich erin­ne­re mich, in mei­ner Jugend die Roma­ne „Ivan­hoe“ und „Quen­tin Durward“ gele­sen zu haben.

 

Monu­ment für Sir Wal­ter Scott

 

Bis zur Schot­ti­schen Natio­nal­ga­le­rie (Scot­tish Natio­nal Gal­le­ry), in der neben der schot­ti­schen (Säle B1-B7) auch inter­na­tio­na­le Kunst (Säle 1–18) zu bewun­dern ist, sind es nur noch ein paar Schrit­te. Wir neh­men mit einem gewis­sen Erstau­nen zur Kennt­nis, dass der Ein­tritt, wie in allen ande­ren staat­li­chen Kul­tur­ein­rich­tun­gen, frei ist. Nur für Son­der­aus­stel­lun­gen, wie zur­zeit für „Bey­ond Cara­va­g­gio“ wird ein Obo­lus erho­ben.

Wir kon­zen­trie­ren uns auf die umfang­rei­che Stan­dard­aus­stel­lung. Schon hier kann man unmög­lich alles an einem Tage anse­hen.

Nach zwei Stun­den ist auch unse­re Auf­nah­me­fä­hig­keit erschöpft und wie suchen das Gale­rie-Restau­rant auf: Auf einem der Nach­bar­ti­sche ent­de­cken wir Fish and Chips. Das sieht lecker aus – und wir sind in Groß­bri­tan­ni­en. Also kei­ne Qual der Wahl.

 

Schot­ti­sche Natio­nal­ga­le­rie

Fish and Chips

 

  

Auf dem Platz vor der Gale­rie zieht ein schot­ti­scher Dudel­sack­spie­ler, natür­lich tra­di­tio­nell geklei­det, die Auf­merk­sam­keit der Besu­cher und Spa­zier­gän­ger auf sich.

In den nächs­ten Tagen mer­ken wir, das ist offen­sicht­lich ein sehr begehr­ter Platz für Dudel­sack­vor­füh­run­gen. Schon von wei­tem sind deren Klän­ge zu hören. 

Die Zeit ist fort­ge­schrit­ten. Aber kein Nie­sel­re­gen mehr, die Son­ne scheint. Wir stei­gen an der Hal­te­stel­le Prin­ces Street in den Lothi­an Bus Nr. 25, der uns für £1,60 nach Leith zum Oce­an Ter­mi­nal bringt. Die Fahrt, fast eine klei­ne Sight­see­ing-Tour, dau­ert etwa 20 Minu­ten. Am Oce­an Ter­mi­nal liegt die könig­li­che Yacht Bri­tan­nia (The Roy­al Yacht Bri­tan­nia), schon lan­ge ein Muse­ums­schiff. Der Ein­tritt ist nicht gera­de bil­lig. Erwach­se­ne zah­len immer­hin £15,50 (Senio­ren £13,75), und Kin­der £8,50. Aller­dings brau­chen wir uns nicht ent­schei­den. Es ist bereits nach 17 Uhr und die letz­te Besich­ti­gungs­tour begann um 16.30 Uhr. Da uns das durch­aus gro­ße Shop­ping­cen­ter nicht inter­es­siert, keh­ren wir mit dem 25er Bus zurück in das Stadt­zen­trum. 
 
Ein abend­li­cher Spa­zier­gang führt uns durch die lang­ge­streck­te Roy­al Mile bis zum Holy­rood Park, in dem sich der Palace of Holy­rood­house, der offi­zi­el­le Sitz der bri­ti­schen Köni­gin in Schott­land, befin­det. Park und Palast sind natür­lich auch schon geschlos­sen. So bleibt nur ein Blick durch das schmie­de­ei­ser­ne Parktor.

Gegen­über befin­det sich im archi­tek­to­ni­schen Kon­trast zum Holy­rood Palace das schot­ti­sche Par­la­ment. Das 2004 ein­ge­weih­te neue Par­la­ments­ge­bäu­de, erbaut auf einem ehe­ma­li­gen Braue­rei­ge­län­de, besitzt nicht nur ein sehr unge­wöhn­li­ches Dach, son­dern ins­ge­samt eine sehr her­aus­for­dern­de Archi­tek­tur.

Durch die Cal­ton Road geht es zurück in die Innen­stadt vor­bei an der Sher­lock Hol­mes-Sta­tue.

Inzwi­schen mer­ken wir auch unse­re Bei­ne, zumal Edin­burgh wohl an kei­ne Stel­le rich­tig eben ist. Sein hüg­li­ges Pro­fil führt zu einem stän­di­gen Rauf und Run­ter. Das endet heu­te zunächst im Pub „Guild­ford Arms“, wo wir zu Abend­essen.

Schon auf dem Weg ins Hotel ent­de­cken wir einen wei­te­ren inter­es­sant aus­se­hen­den Pub, die „Roy­al Bar“. Hier sind sie­ben schot­ti­sche Erfin­der, dar­un­ter James Watt und Micha­el Fara­day, in gro­ßen Flie­sen­pan­ora­mas ver­ewigt. Was für eine Idee. Noch ein Pint Bier schließt den Abend ab.

Sher­lock Hol­mes

Sir Arthur Con­an Doyle (1859–1930), schot­ti­scher Arzt und Schrift­stel­ler, schuf 1886 die Figur des Detek­tivs Sher­lock Hol­mes, der mit sehr spe­zi­el­len Metho­den und sei­nem bestechend logi­schen Ver­stand mys­te­riö­se Kri­mi­nal­fäl­le auf­klärt; immer beglei­tet von sei­nem treu­en Weg­ge­fähr­ten Dr. Wat­son. Die fik­ti­ve Adres­se des Sher­lock Hol­mes war in Lon­don, Baker Street 221b – in deren Nähe heu­te das Sher­lock Hol­mes Muse­um unter­ge­brach ist. Ange­fan­gen hat die Erfolgs­sto­ry des Meis­ter­de­tek­tivs mit dem Fall „Eine schar­lach­ro­te Stu­die“. Hol­mes ermit­tel­te in 56 Kurz­ge­schich­ten und vier Roma­nen, dar­un­ter auch der bekann­te und oft ver­film­te „Hund von Bas­ker­vil­le“.

 

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