1000jähriges Torgau

 

19. Mai 2017: 1000jähriges Tor­gau 

Nach einem guten Früh­stück machen wir uns auf die Suche nach Ein­woh­nern zu Fuß auf den Weg in das ange­prie­se­ne Shop­ping-Cen­ter. Der Tag ver­spricht wie­der heiß zu wer­den. Wir hät­ten den Bus fah­ren sol­len. Unser Inten­siv-Spa­zier­gang führt uns an einer rie­si­gen Gar­ten­an­la­ge vor­bei. Das wird der Rück­zugs­ort der Tor­gau­er sein. Ein­leuch­tend. Schließ­lich haben wir es geschafft und ste­hen vor dem Ein­kauf­tem­pel. Der ist eine ziem­li­che Ent­täu­schung, auch hier kaum Leu­te. Doch was soll man hier bis auf Lebens­mit­tel auch kau­fen? Jetzt neh­men wir den Bus zurück in die Stadt. Eine hal­be Stun­de War­te­zeit ist ein­zu­pla­nen.

Tor­gau, so der Rei­se­füh­rer, ist eine der best­erhal­te­nen Renais­sance­städ­te Deutsch­lands. Vor 500 Jah­ren war die Stadt an der Elbe das poli­ti­sche Zen­trum der Refor­ma­ti­on. Luther weil­te 40 Mal in Tor­gau. Doch nicht nur er. Lucas Cra­nach, Kai­ser Karl V., Zar Peter I., Frei­herr von Lüt­zow, Hein­rich Schütz und Napo­le­on waren in Tor­gau zu Gast.  

  

Wir besich­ti­gen zunächst das Schloss Har­ten­fels, das Besu­cher schon von wei­tem in sei­nen Bann zieht. Die Schloss­brü­cke führt über einen Bären­zwin­ger, in dem sich zwei aus­ge­wach­se­ne und offen­sicht­lich gut im Fut­ter ste­hen­de Braun­bä­ren tum­meln. Die Geschich­te der Bären­hal­tung reicht bis in das Jahr 1452 zurück. Natür­lich heißt die neben dem Schloss in der Schloss­stra­ße 25 sich befin­den­de Gast­stät­te “Bären­schen­ke” – wie auch sonst.

Im Innen­hof fällt sofort der archi­tek­to­nisch inter­es­san­te Wen­del­stein ins Auge, der ohne einen stüt­zen­den Mit­tel­pfei­ler errich­tet wur­de. Lin­ker Hand befin­det sich die Schloss­kir­che, bes­ser Schloss­ka­pel­le. Es han­delt sich um den ers­ten pro­tes­tan­ti­schen Kir­chen­neu­bau. Luther selbst hat an den Ent­wür­fen mit­ge­ar­bei­tet. 1544 hat er das Got­tes­dienst­haus  geweiht und damit sei­ner Bestim­mung über­ge­ben.

Im rech­ten Schloss­flü­gel ist eine Aus­stel­lung zur Geschich­te Tor­gaus unter­ge­bracht, die wir uns mit Inter­es­se anse­hen. So fei­er­te Zar Peter I. 1711 auf Schloss Har­ten­fels die Ver­mäh­lung sei­nes Soh­nes. Wer hät­te das gedacht!

Jetzt ist eine Pau­se ange­bracht. Wir neh­men im Schloss­re­stau­rant Platz. Es ist Spar­gel­zeit. Die­se gilt es zu genie­ßen. Guten Appe­tit! 

Frisch gestärkt suchen wir die sich in unmit­tel­ba­rer Nähe zum Schloss in der Katha­ri­nen­stra­ße befin­den­de Katha­ri­na-Luther-Stu­be auf. In zwei Räu­men wird das Leben der Ehe­frau Mar­tin Luthers nach­ge­zeich­net, die hier 1552 ver­starb.

Ihre letz­te Ruhe fand sie in der Stadt­kir­che St. Mari­en, einer spät­go­ti­schen Hal­len­kir­che in der Win­ter­grü­ne 1, die wir im Anschluss auf­su­chen. Ihr Epi­taph befin­det sich an der lin­ken Kir­chen­wand.

 

Lebens­weg von Katha­ri­na Luther – Minia­tu­ren vor dem Gym­na­si­um in der ehe­ma­li­gen Kir­che des Fran­zis­ka­ner­klos­ters

  

Die Innen­stadt von Tor­gau ist zu Fuß gut zu erschlie­ßen. Alle Sehens­wür­dig­kei­ten lie­gen nahe bei­ein­an­der. Wir wol­len uns noch das Bür­ger­meis­ter-Rin­gen­hain-Haus anse­hen, das uns wärms­ten emp­foh­len wur­de. So machen wir uns auf in der Brei­te Stra­ße 9. Das 1596 im Renais­sance­stil erbau­te drei­ge­schos­si­ge Wohn­haus des Tuch­händ­lers und Bür­ger­meis­ters Paul Rin­gen­hain (ca. 1570 bis 1637) wur­de über einen Zeit­raum von sie­ben Jah­ren restau­riert. Das macht uns neu­gie­rig. So ein hoher Auf­wand. Und in der Tat, ein Besuch lohnt sich. Tei­le der Woh­nung sind noch ori­gi­nal erhal­ten bzw. wur­den sehr behut­sam restau­riert. Eine präch­ti­ge Wohn­aus­stat­tung mit ein­drucks­vol­ler Wand-, Decken- und Tür­be­ma­lung. So leb­te also eine Patri­zi­er­fa­mi­lie im 16. Jahr­hun­dert.

 

Bür­ger­meis­ter-Rin­gen­hain-Haus, Brei­testr. 9

Die Küchen­aus­stat­tung war ein­fa­cher Natur

  

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